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Volkswagen Tragischer Todesfall im Werk: VW wehrt sich gegen Vorwurf der Pietätlosigkeit
Wolfsburg Volkswagen Tragischer Todesfall im Werk: VW wehrt sich gegen Vorwurf der Pietätlosigkeit
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18:43 26.02.2020
Bei VW in Wolfsburg kam im Dezember ein Mann ums Leben. Quelle: Sina Schuldt/dpa
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Wolfsburg

Mitte Dezember stirbt ein 59-Jähriger während der Nachtschicht in Halle 12 des Wolfsburger VV-Werks an Herzversagen. Auch nach mittlerweile mehr als zwei Monaten sorgt dieser tragische Todesfall für Diskussionen. Denn: In den sozialen Medien kursiert ein Screenshot eines Artikel aus der der marxistisch-leninistischen Partei Deutschlands nahestehenden, fragwürdigen Mitarbeiterzeitung „Der Vorwärtsgang“ über den Vorfall. Darin werfen die Autoren Volkswagen „grenzenlos pietätloses“ Verhalten vor. Volkswagen streitet dies energisch ab.

In dem Artikel wird verbreitet, dass der Verstorbene bis zum Abtransport durch den Bestatter für mindestens zwei Stunden am Band gelegen habe und dieses währenddessen nicht gestoppt worden sei. Kollegen hätten nur wenige Meter neben dem notdürftig hinter Materialkisten versteckten Leichnam weiter arbeiten müssen.

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Leichnam war von Blicken abgeschirmt

Volkswagen bezog nun am Mittwoch Stellung und bestätigte den Todesfall, stritt allerdings jede Form von „pietätlosem Verhalten“ vehement ab. Man habe alles unternommen, um die Situation mit Anstand zu meistern. Es sei zunächst alles unternommen worden, um das Leben des 59-Jährigen zu retten. Nach den erfolglosen Reanimationsversuchen sei der Leichnam mit einer Plane abgedeckt worden. Fahrzeuge des Werkschutzes hätten die Sicht zusätzlich versperrt, ein Mitarbeiter des Werksschutzes sollte zudem Neugierige fernhalten. Die Bänder seien nicht angehalten, um zusätzliche Aufmerksamkeit zu vermeiden.

Polizei war schnell vor Ort

Nachdem der Tod des Mitarbeiters durch die Rettungskräfte festgestellt wurde, sei umgehend die Polizei benachrichtigt worden. Bis zur Ankunft der Beamten darf die Leiche nicht bewegt werden. Die Polizisten seien schnell vor Ort gewesen und hätten die Angehörigen des Verstorbenen informiert. Auch der daraufhin beauftragte Bestatter sei zügig vor Ort gewesen. „Wir haben alle betrieblichen Vorgaben erfüllt“, stellt ein VW-Sprecher klar. Dennoch sei dies natürlich ein traumatisches Erlebnis für die Belegschaft, mit der einige der Kollegen durchaus überfordert gewesen sein könnten.

Psychologische Betreuung für Kollegen

Deswegen seien die Kollegen noch in der selben Nacht von einem Notfallseelsorger betreut worden. Eine weitere psychologische Betreuung wurde zusätzlich angeboten. In einem Nachgespräch am nächsten Tag sei den Kollegen frei gestellt worden, zu arbeiten. Davon habe niemand Gebrauch gemacht. „Den Kollegen wurde außerdem angeboten, in einen anderen Bereich zu wechseln“, so der VW-Sprecher.

Auch die Wolfsburger Polizei bestätigt diese Schilderung und bescheinigt Volkswagen ein vorbildliches Verhalten. Von pietätlosem Handeln könne aus Sicht der Polizei keine Rede sein, sagte Polizeisprecher Sven-Marco Claus auf Anfrage.

Von Steffen Schmidt

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