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Volkswagen So bereiten VW und Partner Geflüchtete auf eine Ausbildung vor
Wolfsburg Volkswagen So bereiten VW und Partner Geflüchtete auf eine Ausbildung vor
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22:08 15.01.2020
Projekt „Ausbildungsperspektive für Geflüchtete“: (v.l.) Majed Murad, Kristin Panse, Schirmherr Frank Witter, Sahel Yosofi, Ariane Kilian und Ralph Linde. Quelle: Volkswagen AG
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Wolfsburg

In zahlreichen Projekten mit den Schwerpunkten Begegnung, Bildung und Berufsintegration wurden Flüchtlinge bisher beim Ankommen in Deutschland unterstützt. Den inzwischen dritten Jahrgang des Projekts „Ausbildungsperspektive für Geflüchtete“, hieß Konzernvorstand Frank Witter am Mittwoch willkommen. Witter ist Konzernvorstand für Finanzen und IT und Schirmherr der Volkswagen Konzern Flüchtlingshilfe.

Die 10 bis 15 Geflüchteten werden im Rahmen des zehnmonatigen Programms eine passgenaue Einstiegsqualifizierung erhalten und sich so fachlich und persönlich auf eine Berufsausbildung vorbereiten. Nach einem zweimonatigen Intensivsprachkurs besuchen die Teilnehmer aktuell bei der Volkswagen Akademie eine achtwöchige Qualifizierung zur theoretischen und praktischen Berufsvorbereitung. Danach absolvieren sie ein sechsmonatiges Praktikum bei einem von neun regionalen Partnerbetrieben. Das Projekt ermöglicht eine anschließende Ausbildung. Darüber hinaus unterstützt der Volkswagen Konzern den RAV bei der Realisierung eines durchgehenden Sprach- und Kulturtrainings.

Frank Witter bezeichnete das Thema Flüchtlingshilfe als „sehr Volkswagen“. Verantwortung für die Menschen in und außerhalb des Konzerns, die Standorte und die Gesellschaft insgesamt sei tief in der Unternehmenskultur verankert. „Wir leisten deshalb gerne und voller Überzeugung einen wichtigen Beitrag zu der großen Herausforderung, die die Integration der Geflüchteten darstellt“, so Witter. Der finanzielle Aufwand belaufe sich dabei jährlich „sicherlich auf einen siebenstelligen Betrag“, erklärte Witter. Wobei das menschliche Engagement klar im Vordergrund stehe. Witter: „Unsere Mitarbeiter haben in den Projekten prägende Erfahrungen gemacht, viele sind dabei geblieben.“

Während man sich anfangs auf die Soforthilfe konzentrierte, stünden nun nachhaltige Bildungs- und Berufsprogramme im Vordergrund, erklärte Ariane Kilian, Leiterin Volkswagen Konzern Flüchtlingshilfe. „Heute gilt es, dass Geflüchtete Schritt für Schritt in der deutschen Gesellschaft ankommen und in der Job-Welt Fuß fassen können. Auf diesen Lückenschluss konzentrieren wir uns.“ Mit den Ausbildungswerkstätten und der interkulturellen Bildungskompetenz habe VW beste Voraussetzungen, den Weg zur beruflichen Praxis zu ebnen, erläuterte Ralph Linde, Leiter der Volkswagen Akademie.

Die Erfolge geben ihm recht: Bisher haben 31 Geflüchtete aus zehn Ländern an dem Kooperationsprojekt in Wolfsburg teilgenommen. Bis auf zweien wurden allen Absolventen der letzten beiden Jahrgänge im Anschluss ein Ausbildungsvertrag bei Partnerbetrieben angeboten. Teilnehmer aus den Einstiegsjahrgängen werden ihre Ausbildung in diesem Jahr bereits erfolgreich abschließen. Bei der Auswahl der Ausbildungsbetriebe werde explizit auf die Wünsche und Stärken der Teilnehmer eingegangen, betonte Kristin Panse, Geschäftsführerin des RAV. Einer dieser Partnerbetriebe ist der Wolfsburger Optiker Ehme de Riese. Seine Auszubildende Elsie Kamikazi ist bereits im zweiten Lehrjahr. „Wir sind sehr zufrieden mit ihr. Sie bringt alles für den Beruf mit, ist schulisch gut ausgebildet, sehr motiviert und geht offen auf die Menschen zu“, lobt er die 26-Jährige. Er habe zwar keine Probleme, Azubis zu finden, aber: „Wer in diesem Bereich mitreden will, der muss auch eigene Erfahrungen machen“, erklärt er. Deswegen bietet er in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal einer jungen geflüchteten Frau ein Praktikum mit Möglichkeit auf einen anschließenden Ausbildungsplatz.

Win-win-Situation: Ehme de Riese und seine Auszubildende Elsie Kamikazi. Quelle: Steffen Schmidt

Für Elsie Kamikazi, die 2015 aus Ruanda nach Deutschland flüchtete, ist das Projekt ein echter Glücksfall. Sprache und Kultur zu lernen, sei ihr durch die Teilnahme am Programm sehr viel leichter gefallen. Heute scheint sie voll angekommen. „Der Beruf macht großen Spaß, ich verstehe mich sehr gut mit dem Team“, erzählt sie sichtlich zufrieden. Im nächsten Jahr steht dann ihre Abschlussprüfung an. „Da sind wir sehr zuversichtlich“, sagt Ehme die Riese.

Die VW Konzern Flüchtlingshilfe

Die Volkswagen Konzern Flüchtlingshilfe initiiert und koordiniert seit 2015 markenübergreifend Integrationsprogramme, die junge Menschen auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorbereiten. So wurden bereits über 5.000 Geflüchtete erreicht. Das Spektrum umfasst das Wolfsburger Modellprojekt „Ausbildungsperspektive für Geflüchtete“, das Projekt „Deutsch 360 Grad“ von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover, das Porsche Integrationsjahr, die Audi-Klassen zur Berufs- undKulturfähigkeit oder Industriepraktika mit anschließendem Berufseinstieg bei MAN.

Seit 2016 wurden in selbst initiierten Programmen und Initiativen der Konzernmarken (Volkswagen PKW, MAN, Porsche, Audi) 154 geflüchtete Auszubildende im Volkswagen Konzern ausgebildet. Die Azubis, die in anderen Firmen im Netzwerk ausgebildet wurden, kommen zu dieser Zahl noch hinzu. Genauso wie Auszubildende und Beschäftigte mit Fluchthintergrund, die im Rahmen der regulären Bewerbungsverfahren im Konzern starten.

Wichtig sind neben Bildungs- und Berufsintegrationsprogrammen regelmäßige Kontakte zwischen Geflüchteten und Beschäftigten des Unternehmens. Die Volkswagen Konzern Flüchtlingshilfe unterstützt deshalb ehrenamtlich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und organisiert Begegnungen.

Von Steffen Schmidt

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