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Volkswagen SPD-Fraktionsvize gegen hohe Manager-Boni
Wolfsburg Volkswagen SPD-Fraktionsvize gegen hohe Manager-Boni
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16:24 21.03.2012
Fordert Obergrenze: SPD-Bundesfraktionsvize Joachim Poß (kl. Bild) kritisiert die riesigen Gehälter der Spitzenmanager - allen voran VW-Chef Martin Winterkorn, der für 2011 über 17 Millionen erhielt. Quelle: Montage: WAZ
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 Der SPD-Politiker rief VW-Chef Martin Winterkorn dazu auf, selber sein Rekordgehalt von 17,4 Millionen Euro infrage zu stellen. Winterkorn müsse zeigen, dass er nicht den Realitätsbezug verloren habe. Er solle „auf dem Teppich“ bleiben und erkennen, dass so extrem hohe Boni „dem sozialen Frieden nicht guttun“.
Poß will außerdem einen neuen Anlauf nehmen, um die steuerliche  Abzugsfähigkeit von Managergehältern auf eine Million Euro zu  begrenzen. Die neue Diskussion zeige, dass der Spitzensteuersatz  erhöht und eine Vermögenssteuer wieder eingeführt werden müsse. 

Selbst der Vorstandschef des Autozulieferers Continental, Elmar Degenhart (53), hält zweistellige Millionengehälter für Manager für überzogen. „In dem Moment, in dem Zahlen zweistellig werden, hört jede Akzeptanz in der Bevölkerung auf“, sagte Degenhart am Mittwochabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten.

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Während VW-Chef Martin Winterkorn rund 17 Millionen Euro für 2011 erhalten hat, bekam Degenhart selbst im vergangenen Jahr rund 3 Millionen Euro. Der Continental-Konzern mit Hauptsitz in Hannover fuhr 2011 rund 30,5 Milliarden Euro Umsatz ein und verdiente rund 1,24 Milliarden Euro.
In der öffentlichen Meinung sollte nach Degenharts Worten allerdings berücksichtigt werden, dass angestellte Geschäftsführer für den zeitraubenden Spitzenjob ihr Privatleben aufgeben und sich und ihre Familien auch Risiken aussetzen.

Angesichts dessen hält er auch deutsche Spitzenpolitiker für „gnadenlos unterbezahlt“. Darum gebe es kaum einen Wechsel aus der Wirtschaft in die Politik; „das tut unserem Land nicht gut.“ 

Volkswagen-Aufsichtsrat-Chef Ferdinand  Piëch war im vergangenen Jahr der bestbezahlte Chefkontrolleur der 30 Dax-Unternehmen. Piëch erhielt zuammengerechnet für seine beiden  Mandate bei VW und bei MAN 1,095 Millionen Euro, wie das „Manager  Magazin“ am Mittwoch berichtete. Mit 850.000 Euro zahlte VW von der  Summe den Löwenanteil. Piëch kassierte damit 260.000 Euro mehr als  im Jahr davor und doppelt so viel wie 2009.

Auf Rang zwei folgt der Rangliste zufolge Gerhard Cromme, der  für seine Mandate bei Siemens- und ThyssenKrupp zusammen 1,009  Millionen Euro erhielt. Manfred Schneider, Aufsichtsrat-Chef bei  Bayer, Linde und RWE, kam auf 987.000 Euro.

Bestbezahlter  Arbeitnehmer ist IG-Metall-Chef Berthold Huber, der bei VW und  Siemens im Aufsichtsrat sitzt. Er erhielt 896.000 Euro, große Teile  dieser Tantiemen gibt Huber aber dem Bericht zufolge wie die  überwiegende Mehrheit der Gewerkschaftsvertreter an die DGB-nahe Hans-Böckler-Stiftung ab.

Unter den hundert am höchsten dotierten Aufsichtsräten der  Dax-Konzerne sind dem Bericht zufolge lediglich zehn Frauen. Die  mit 579.000 Euro im vergangenen Jahr am besten bezahlte Frau war  demnach Simone Bagel-Trah, die bei Henkel den Vorsitz im Aufsichts-  und Gesellschafterrat hat. Insgesamt lag sie damit auf Rang  dreizehn.

dpa/ots/afp

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