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Volkswagen Neuer VW-Sauberdiesel mit 80 Prozent weniger Stickoxidausstoß
Wolfsburg Volkswagen Neuer VW-Sauberdiesel mit 80 Prozent weniger Stickoxidausstoß
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19:19 10.09.2019
Diesel-Kraftstoff: Durch die neue VW-Technik sollen die Stickoxid-Emissionen um 80 Prozent sinken. Quelle: dpa
Wolfsburg

Zur Nachbehandlung von Dieselabgasen hat VW das SCR-System („Selective Catalytic Reduction“) weiterentwickelt. Das neue Verfahren heißt „Twindosing“. Dabei wird Adblue gezielt vor zwei hintereinander angeordneten SCR-Katalysatoren eingespritzt. Das Verfahren kommt im neuen Passat 2.0 TDI Evo mit 110 kW (150 PS) zum Einsatz. Er bringt so bereits jetzt die technischen Voraussetzungen mit, um die künftige Abgasnorm Euro 6d zu erfüllen.

Aktuelle Messungen zur Typzulassung bestätigen laut Volkswagen: Mit den neuen 2.0-TDI-Evo-Motoren mit Twindosing-Verfahren werden die NOX-Werte gegenüber der Vorgängergeneration der jeweiligen Modelle um rund 80 Prozent reduziert.

Eine Technologie für alle Modelle

Die neue Technologie soll jetzt schrittweise für alle Modelle mit 2.0 TDI Evo-Motoren eingeführt werden. Nach dem aktuell im Passat eingesetzten 2.0 TDI Evo mit 110 kW (150 PS) wird in ähnlicher Form auch der neue Golf, der in Kürze seine Weltpremiere feiern wird, in allen TDI-Varianten auf Twindosing setzen.

Für das Twindosing-Verfahren ist ein zweiter SCR-Katalysator nötig, der sich im Fahrzeugunterboden befindet. Durch den größeren Abstand zum Motor ist die Abgastemperatur vor dem zweiten Katalysator um bis zu 100 Grad niedriger. Dadurch erweitert sich das Fenster für die Abgasnachbehandlung.

Twindosing gleicht Diesel-Nachteil aus

Das Twindosing-Verfahren gleicht einen systembedingten Nachteil von Dieselmotoren aus. Zwar verursachen moderne Selbstzünder weniger CO2-Emissionen als Benziner, weil Dieselkraftstoff über eine höhere Energiedichte verfügt und das Brennverfahren einen höheren Wirkungsgrad erreicht. Allerdings stellen Dieselmotoren auch besondere Anforderungen, da die Verbrennung des Kraftstoffs mit Luftüberschuss erfolgt. Unsere Luft besteht zu einem Großteil aus Stickstoff, der beim Verbrennen mit Sauerstoff reagiert – Stickoxide entstehen.

Ammoniak zur Stickoxid-Reduzierung

Um die im Dieselmotor entstandenen Stickoxide zu reduzieren, wird Ammoniak benötigt. Dieses wird als wässrige Harnstofflösung (AdBlue) über ein Dosiermodul ins Abgas vor einem SCR-Katalysator eindosiert. Dort verdampft die Lösung – der Harnstoff wird gespalten und verbindet sich mit Wasserdampf zu Ammoniak. Im SCR-Katalysator reagiert das Ammoniak dann auf einer speziellen Beschichtung mit den Stickoxiden zu Wasser und harmlosem Stickstoff, dem Hauptbestandteil unserer Atemluft.

Seit 2018 kommen in Volkswagen-Modellen mit Dieselmotoren nur noch SCR-Abgasnachbehandlungssysteme zum Einsatz, mit denen Stickoxide im Abgas signifikant reduziert werden.

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Von der Redaktion