MAN-Chef Tostmann: Traton-Boss Christian Levin bringt „neuen Schwung“ 
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Volkswagen MAN-Chef Tostmann: Traton-Chef Christian Levin bringt „neuen Schwung“
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MAN-Chef Tostmann: Traton-Boss Christian Levin bringt „neuen Schwung“ 

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17:00 18.10.2021
Die Zukunft des LKW-Verkehrs: Für MAN-Chef Andreas Tostmann liegt sie in batteriebetriebenen Elektroantrieben.
Die Zukunft des LKW-Verkehrs: Für MAN-Chef Andreas Tostmann liegt sie in batteriebetriebenen Elektroantrieben. Quelle: Traton
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MAN-Vorstandschef Andreas Tostmann erwartet von der Berufung seines Scania-Kollegen Christian Levin zum neuen Chef der VW-Lastwagenholding Traton neuen Schwung. „Wir müssen jetzt sehen, wie wir schneller vorankommen innerhalb von Traton“, sagte Tostmann kürzlich der Deutschen Presse-Agentur.

Traton-Chef Christian Levin soll für Rentabilität und Wachstum sorgen

VW dringt seit gut 14 Jahren auf eine enge Zusammenarbeit von MAN und Scania, um Synergien in Milliardenhöhe zu heben. Der Chef des hoch profitablen schwedischen Lkw-Bauers Scania wurde vor einer Woche überraschend in Personalunion auch zum Traton-Chef berufen und soll jetzt für „stärkere Rentabilität und Wachstum“ in der Gruppe sorgen.

Sorgenkind: MAN soll profitabler werden. Quelle: Sven Hoppe/dpa

MAN schwächelt seit Jahren und hat im ersten Halbjahr eine halbe Milliarde Euro Verlust gemacht. „Wir gehen davon aus, dass wir 2023 und in den folgenden Jahren mit unserer Restrukturierung so weit vorangekommen sind, dass wir unsere Profitabilität deutlich verbessern“, sagte Tostmann. Dann sollen 8 Prozent vom Umsatz als Betriebsgewinn bleiben.

MAN und Scania planen großen Elektro-Offensive

„Bis 2030 dürften wir 90 Prozent der Stadtbusse und ungefähr 60 Prozent der Lastwagen im Regional- und Verteilerverkehr sowie 40 Prozent im Fernverkehr mit batterieelektrischem Antrieb in Europa verkaufen“, sagte Tostmann. Im Zuge der Transformation baut MAN in Deutschland gerade 3500 Stellen ab, hat sein Werk im österreichischen Steyr verkauft und fertigt seine leichten und mittelschweren Lastwagen künftig in Polen.

Hoch profitabel: Traton will von Scania lernen, wie man die Rentabilität steigern kann. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Bei den Zukunftsthemen gebe es große Synergiepotenziale für die Traton-Gruppe, zu der auch der US-Lastwagenbauer Navistar und die brasilianische VW Caminhoes gehören. „Gemeinsame Lademodule, Antriebsmodule, all das sind Themen, an denen jetzt gearbeitet wird“, sagte Tostmann. „In Zukunft wird es auch deutlich mehr Synergien mit dem Autobau geben, beispielsweise bei CO2-freien Antrieben, Batterietechnik, autonomem Fahren.“ Zurzeit könnten Halbleiter-Engpässe „hier und da zu Produktionsausfällen führen, auch im vierten Quartal. Es kann durchaus sein, dass es zu Schichtabsagen kommt“, sagte Tostmann.

Schwere Laster fahren mit E-Batterie

Während Daimler und Volvo ab 2025 gemeinsam Brennstoffzellen für ihre schweren Lastwagen im Fernverkehr bauen wollen, setzt Traton auf Batterien. „Unsere erste Priorität ist batterieelektrisch. Wasserstoff und Brennstoffzelle schauen wir uns als Option für spezielle Anwendungen und Regionen an, wo extrem große Reichweiten notwendig sind und die Infrastruktur nicht so gut ist“, sagte Tostmann. Im Fernverkehr schaffe ein Fahrer in seiner erlaubten Lenkzeit 300 bis 400 Kilometer. Die Batterie könne in der Ruhezeit und beim Be- und Entladen des Lkws geladen werden.

Grundlegend verändern werde sich das Lkw-Geschäft bald durch das autonome Fahren: Ohne Lkw-Fahrer sänken die Transportkosten deutlich. „Auf der Autobahn in Europa kann ich mir das Ende des Jahrzehnts vorstellen.“

Von dpa