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Volkswagen Klage von Ai Weiwei gegen VW: „Das nehme ich dem Fotografen nicht ab“
Wolfsburg Volkswagen Klage von Ai Weiwei gegen VW: „Das nehme ich dem Fotografen nicht ab“
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17:47 23.05.2019
Hans-Joachim Throl: Der Vorsitzende des Kunstbeirates der Stadt Wolfsburg äußert sich zum Fall Ai Weiwei gegen Volkswagen. Quelle: Frederike Müller
Wolfsburg

Der chinesische Künstler Ai Wei Wei verklagt Volkswagen, weil der Autobauer eines seiner Kunstwerke ohne Erlaubnis für eine Werbekampagne genutzt haben soll. Die WAZ sprach darüber mit Hans-Joachim Throl: Der frühere Wolfsburger Ratsherr (FDP) ist beruflich Rechtsanwalt und privat Kunstexperte. Im Kunstbeirat berät er die Stadt Wolfsburg zu Kunst im öffentlichen Raum.

Herr Throl, was halten Sie von dem Fall?

Ich nehme dem Fotografen nicht ab, dass er das Kunstwerk nicht bemerkt haben will. Dafür stimmen die Farbe der Kunstinstallation und des Fahrzeugs zu markant überein. Es wäre klüger gewesen, sich vorher die Erlaubnis des Künstlers einzuholen.

Sie verstehen also die Reaktion Ai Weiweis?

Ja, wobei ich es nicht für gerechtfertigt halte, dass er VW als Ganzes an den Pranger stellt, wenn es doch eigentlich um den dänischen Importeur geht.

Passiert es häufiger, dass Kunst im öffentlichen Raum nicht als geistiges Eigentum erkannt und gewürdigt wird?

So ein eklatanter Fall ist mir nicht bekannt, aber natürlich lichten Unternehmen ihre Produkte gerne vor attraktiver Architektur oder Kunst im öffentlichen Raum ab.

Wo zieht man die Grenze zwischen einer hübschen Wanddekoration und geistigem Eigentum?

Da muss man vorsichtig sein. Ich würde zum Beispiel nicht Wolfsburger Kunst im öffentlichen Raum fotografieren und als Postkarte verkaufen.

Was ist, wenn ich als Influencer auf Instagram unterwegs bin: Darf ich mich zum Beispiel einfach mit der weißen Giraffe am Südkopf fotografieren und das veröffentlichen?

Für soziale Netzwerke sehe ich da keine Probleme – es sei denn, es geht um gewerbliche Tätigkeiten.

Genau da verwischen ja die Grenzen auf Instagram, Wenn ich nun dafür bezahlt werde, dass ich auf dem Foto einen Pulli einer ganz bestimmten Marke trage ... ?

Dann könnte der Urheber des Kunstwerks genauso reagieren wie Ai Weiwei.

Von Frederike Müller

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