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Volkswagen „Ich gehe davon aus, dass Piëch die Wahrheit sagt“
Wolfsburg Volkswagen „Ich gehe davon aus, dass Piëch die Wahrheit sagt“
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09:50 10.02.2017
Piëch-Biograph Wolfgang Fürweger: „Ich gehe davon aus, dass Piëch die Wahrheit sagt.“ Quelle: Archiv
Wolfsburg

Wenn Piëch sage, er habe bereits im März 2015 zunächst den damaligen VW-Chef Martin Winterkorn und anschließend das Aufsichtsratspräsidium darüber informiert, dass er Informationen über Abgasmanipulationen in den USA habe, „dann muss ich ihm das glauben. Er hat dies gegenüber der Staatsanwaltschaft erklärt, er unterliegt dort der Wahrheitspflicht, sonst wäre es eine strafbare Handlung.“ Gleichwohl stelle sich die Frage, wie konkret sich Piëch seinerzeit gegenüber Winterkorn und der Aufsichtsratsspitze geäußert habe. Wolfgang Fürweger: „Ferdinand Piëch spricht oft verklausuliert, macht Andeutungen. Aus seiner Sicht mag er klare Angaben gemacht haben“ – ob seine Gesprächspartner dies als ebenso klar verstanden hätten „oder auch verstehen wollten“, sei eine andere Frage.

"Es war nicht seine Aufgabe, ins Tagesgeschäft einzugreifen"

Dass sich Piëch mit seinem Eingeständnis, früh von den Manipulationen gewusst zu haben, selbst in Bedrängnis bringt, glaubt Fürweger nicht: „Er hat den damaligen Vorstand informiert. Es war nicht seine Aufgabe, ins Tagesgeschäft einzugreifen“ – die Lösung des Problems habe er mit Sicherheit von Winterkorn erwartet.

Tatsächlich passiert war damals – zunächst einmal nichts. Dies, so glaubt Fürweger heute, könne im April 2015 auch zu Piechs Aussage „Ich bin auf Distanz zu Winterkorn“ beigetragen haben, die seinerzeit einem Erdbeben gleich kam. Den folgenden Machtkampf gewann Winterkorn, Piëch zog sich aus dem Aufsichtsrat zurück. Wolfgang Fürwegers heutige Sicht darauf: „Ich denke, da hat man den Falschen über die Klinge springen lassen: nämlich den Boten der Nachricht und nicht den Verursacher des Problems.“

fra

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