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Volkswagen Hauptversammlung: Scherbengericht oder Schlussstrich?
Wolfsburg Volkswagen Hauptversammlung: Scherbengericht oder Schlussstrich?
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23:31 21.06.2016
VW-Hauptversammlung: Erstmals nach dem Bekanntwerden des Abgas-Skandals müssen Aufsichtsrat und Vorstand den Anteilseignern Rede und Antwort stehen. Quelle: dpa (Archiv)

Die Finanzaufsicht Bafin habe sogar den kompletten VW-Vorstand wegen Verdachts auf Marktmanipulation angezeigt, berichteten gestern „Spiegel Online“ und die Nachrichtenagentur Reuters. Die Staatsanwaltschaft hat sich aber offenbar zunächst auf zwei Top-Manager fokussiert.

Die Ermittlungen rücken eine für viele Aktionäre wichtige Frage wieder in den Fokus: Wann wusste der Vorstand von den manipulierten Abgaswerten, und hat er die Finanzwelt zu spät informiert? Diesen Vorwurf machen viele Investoren der VW-Führung seit langem, er ist die Grundlage für milliardenschwere Schadensersatzklagen.

Erstmals nach dem Bekanntwerden des Abgas-Skandals müssen Aufsichtsrat und Vorstand den Anteilseignern Rede und Antwort stehen. Hinter vorgehaltener Hand heißt es im Konzern, Vorstand und Aufsichtsrat müssten sich wohl einen Tag lang nur anschreien lassen.

Allein mit Blick auf die Gegenanträge droht ein Scherbengericht. Aktionäre wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) wollen VW wegen der angeblich zu späten Information an die Finanzwelt zu einer unabhängigen Sonderprüfung zwingen. Außerdem schmeckt es vielen Investoren gar nicht, Vorstand und Aufsichtsrat zu entlasten - so wie es die Tagesordnung vorsieht.

Viele Antworten fehlen VW. In den USA gibt es noch keinen Kompromiss zwischen Volkswagen und den Klägern. Eine andere offene Baustelle ist die Schuldfrage. Angesichts dieser Gemengelage scheint es fraglich, ob es Volkswagen heute überhaupt gelingt, den Blick nach vorn zu richten.

In Aufsichtsratskreisen heißt es, die Hauptversammlung sei immerhin für einen Schnitt geeignet: gewissermaßen als Schlusskapitel für die schlimmste Zeit der Krise. In einem Jahr schaue es schon wieder anders aus - die Hoffnung sei berechtigt.

Wegen des Diesel-Skandals fordern Umweltschützern und kritische Aktionären, bei der anstehenden Hauptversammlung Vorstand und Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns nicht zu entlasten. „Das Ausmaß der Trickserei und der Umgang damit sind in der Geschichte der Automobilindustrie ohne Beispiel“, sagte Jens Hilgenberg vom BUND.

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VW-Chef Matthias Müller hat nach dem Abgas-Skandal die Zukunft des Dieselmotors in Frage gestellt. „Es wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen“, sagte Müller dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe).

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Wolfsburg.  Im Abgas-Skandal bei VW ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Marktmanipulation gegen Ex-VW-Boss Martin Winterkorn und den amtierenden VW-Markenchef Herbert Diess. Gegen die Manager liegt ein Anfangsverdacht vor, die Finanzwelt zu spät über den aufgeflogenen Abgas-Skandal informiert zu haben.

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