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Volkswagen Wolfsburger Delegierte setzen Akzente
Wolfsburg Volkswagen Wolfsburger Delegierte setzen Akzente
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08:00 16.10.2019
Prägten den Kurs entscheidend mit: Die Geschäftsführung und die Delegierten der Wolfsburger Geschäftsstelle für den Gewerkschaftstag. Quelle: Matthias Leitzke
Nürnberg/Wolfsburg

Beim 24. Ordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall in Nürnberg haben in der vergangenen Woche 483 Delegierte über den Kurs der Gewerkschaft für die nächsten vier Jahre beraten und abgestimmt. Die Wolfsburger Geschäftsstelle war mit insgesamt 18 Kolleginnen und Kollegen vertreten und hat mit ihren Anträgen eigene Akzente gesetzt und einige Debatten angestoßen. „Der Gewerkschaftstag hat gezeigt, dass die IG Metall auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet ist. Wir haben leidenschaftlich diskutiert und die Weichen für die kommenden vier Jahre gestellt. Jetzt müssen die Beschlüsse mit Leben gefüllt werden“, sagte Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg.

Rechtsschutz für Eltern

Eine ausgiebige Diskussion auf dem Gewerkschaftstag stieß die Wolfsburger Geschäftsstelle mit ihrem Antrag an, den Rechtsschutz für Eltern bei der Durchsetzung des Anspruchs auf einen Krippenplatz zu erweitern. Seit dem 1. August 2013 besteht ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige. Bislang stehen aber vielerorts zu wenig Krippenplätze zur Verfügung. Nach der Diskussion auf dem Gewerkschaftstag soll das Anliegen des Antrags weiterverfolgt werden.

Neuer Tarifverträge für Entwicklungsdienstleister gefordert

Die Wolfsburger Forderung nach Branchentarifverträgen für die Beschäftigten der Entwicklungsdienstleister wurde positiv aufgenommen. Diese Tarifverträge sollen sich maßgeblich am Standard der Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie orientieren, aber gleichzeitig die besonderen Arbeitsbedingungen von Angestellten bei den Entwicklungsdienstleistern berücksichtigen.

Schluss mit der „Doppelverbeitragung“

Auch mit ihrem Antrag nach Abschaffung der „Doppelverbeitragung“ bei Beziehern von Betriebsrenten setzte sich die Wolfsburger Geschäftsstelle durch. Hintergrund: Auf Betriebsrenten werden seit 2004 Sozialabgaben in vollem Umfang fällig, also Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil. Betriebsrentner/-innen zahlen den vollen Krankenversicherungsbeitrag von 14,6 Prozent. Die IG Metall fordert, dass bei der Auszahlung von Betriebsrenten die volle Beitragspflicht wegfällt. Somit soll, wie bei der gesetzlichen Rente, nur der Arbeitnehmeranteil entrichtet werden.

Mehr Bildung gegen Rechts

Positiv aufgenommen wurde auch der Wolfsburger Antrag für eine nachhaltige Finanzierung der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen (KOS). Die Zustimmung der Delegierten erhielt die Wolfsburger Geschäftsstelle außerdem mit ihren Anträgen für mehr Bildung gegen Rechtspopulismus, eine Wiederherstellung der vollständigen Parität in der gesetzlichen Krankenversicherung und bezahlbaren Wohnraum, auch für Leistungsempfänger.

Digitalisierung im Blick

Weitere Wolfsburger Anträge, die auf dem Gewerkschaftstag angenommen wurden, fordern eine gerechte Steuer- und Finanzpolitik, die Bekämpfung von Fluchtursachen wie Kriege und Klimawandel, eine Unterstützung des Aufrufs „Abrüsten statt aufrüsten“, eine Stärkung der gesetzlichen Rente, tarifvertragliche Regelungen für Mobile Arbeit, Boni für IG-Metall-Mitglieder in Tarifverträgen, eine Anpassung des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) an Herausforderungen durch Digitalisierung und Transformation, die Einrichtung einer Agentur für Transformation und einen Ausbau der internationalen Gewerkschaftsarbeit.

Von der Redaktion

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