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Volkswagen Gewinn von Volkswagen legt stark zu – Kosten für Dieselkrise sinken
Wolfsburg Volkswagen Gewinn von Volkswagen legt stark zu – Kosten für Dieselkrise sinken
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15:24 30.10.2019
Wenige Tage vor dem Start des Elektroautos ID.3 legt der Volkswagen-Konzern seine Zahlen zum dritten Quartal vor. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Wolfsburg

Die Konjunkturschwäche macht sich bisher kaum bis gar nicht bemerkbar: Mit einem stark gestiegenen Gewinn im Rücken kann Volkswagen seine neue Elektrowagen-Serie an den Start bringen. Vor allem das Geschäft mit SUVs boomt weiter, gleichzeitig sinken die Ausgaben für den Dieselskandal. Kurz vor dem Produktionsbeginn des E-Modells ID.3 Anfang kommender Woche meldete der weltgrößte Autokonzern am Mittwoch gute Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal.

Bisher 14,8 Milliarden Euro Gewinn

Unterm Strich legte das Ergebnis von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von rund 2,7 Milliarden auf knapp 3,8 Milliarden Euro zu. Auch im laufenden Geschäft verdienten die Wolfsburger insgesamt deutlich mehr. Vor Sondereinflüssen stieg der Gewinn im dritten Quartal um 37,2 Prozent auf etwa 4,8 Milliarden Euro. Im bisherigen Jahresverlauf von Januar bis September betrug der Zuwachs hier 11,2 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro.

Der Diesel-Skandal kostet den Konzern immer weniger

Ein maßgeblicher Faktor für das gute Ergebnis: Die Ausgaben für Strafen, Vergleiche und Gerichtsprozesse im Rahmen des Diesel-Skandals kriegt der Konzern immer besser in den Griff. So sanken die Ausgaben im dritten Quartal von 800 Millionen in Vorjahr auf nur noch 275 Millionen in 2019. Von Januar bis September konnte Volkswagen die Kosten aus dem Dieselskandal sogar von 2,4 auf 1,3 Milliarden reduzieren. Rechnet man die Folgen von „Dieselgate“ ein, blieben als Gewinn im dritten Quartal noch 4,5 Milliarden Euro, ein Zuwachs um mehr als zwei Drittel. In den ersten neun Monaten kletterte der Gewinn auf dieser Basis um ein Viertel auf 13,5 Milliarden Euro.

Weltmarkt-Anteil auf 12,7 Prozent gestiegen

Volkswagen-Finanzchef Frank Witter erklärte, man behaupte sich „gut in einem herausfordernden Marktumfeld“. Gegen den Trend der vielerorts kriselnden Auto-Neuzulassungen erhöhte Volkswagen seinen Anteil am Pkw-Weltmarkt von 12,2 auf 12,7 Prozent. Der Umsatz im dritten Quartal nahm um 11,3 Prozent auf 61,4 Milliarden Euro zu. Zwischen Januar und September lag er insgesamt bei 186,6 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 6,9 Prozent.

Absatz auf Rekord-Kurs

Im Absatz spiegelt sich das robuste Geschäft ebenfalls wider. Von Januar bis September wurde der Konzern knapp 8 Millionen Fahrzeuge los, vor einem Jahr waren es 8,1 Millionen. Für die eigenen Auslieferungen rechnet Volkswagen damit, den Rekordstand aus 2018 (10,8 Millionen Stück) halten zu können.

SUV-Boom hält an

Besonders die Kernmarke VW Pkw lieferte hervorragende Zahlen ab. In den ersten neun Monaten wurden 2,8 Millionen Euro Autos an den Mann gebracht. So gelang ein Umsatzsprung um 4,7 prozent auf 65,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sonderfaktoren wuchs im Vorjahresvergleich von 2,3 auf 3,2 Milliarden Euro. Dabei lief besonders das SUV-Geschäft rund: Witter zufolge lag der Anteil von Modellen wie T-Roc, Tiguan, Touareg und Atlas an den Auslieferungen bei einem Drittel aller Fahrzeuge.

Audi als Sorgenkind

Auch bei Skoda (17,6 Prozent Umsatzplus), Seat (14 Prozent Umsatzplus) und den schweren Nutzfahrzeugen (Scania/MAN) gab es Steigerungen. Bei der Oberklassetochter Audi ist das Bild jedoch gemischter: Belastungen aus dem WLTP-bedingt geringeren Volumen, Modellan- und -ausläufen, höheren Vorleistungen für neue Produkte und Technologien sowie Personalkostensteigerungen führten dazu, dass das Operative Ergebnis auf 3,2 (3,7) Milliarden Euro zurückging. Umsatz und Absatz sanken ebenfalls. Die steigenden Verkaufszahlen trieben auch den Umsatz bei Porsche nach oben - zugleich drückten aber die immer noch hohen Kosten und das Dieselskandal-Bußgeld aus dem Mai auf den Gewinn.

Deutlich mehr Ausgaben für Forschung

Die Elektroauto-Offensive macht sich deutlich im bereich Forschung und Entwicklung bemerkbar. Im dritten Quartal investierte Volkswagen fast ein Fünftel mehr in diesem Bereich und gab 3,7 Milliarden Euro aus. Die mit Abstand wichtigsten Projekte sind der weitere Hochlauf der E-Mobilität mit dem ID.3 ab November sowie der Golf 8, der ab Dezember in Deutschland und Österreich in den Verkauf geht. Von Januar bis September nahmen die Entwicklungskosten um 8,6 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro zu.

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