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Volkswagen Stimmen und Reaktionen: Volkswagen und Wolfsburg trauern um Ferdinand Piëch
Wolfsburg Volkswagen Stimmen und Reaktionen: Volkswagen und Wolfsburg trauern um Ferdinand Piëch
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17:25 27.08.2019
Der frühere Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piech, ist tot. Viele Wegbegleiter nehmen Abschied. Quelle: dpa/Britta Schulze
Wolfsburg

Der langjährige Aufsichtsratschef und Großaktionär von VW, Ferdinand Piëch, ist am Sonntagabend im bayrischen Rosenheim im Alter von 82 Jahren gestorben.

Laut Medienberichten habe Piëch in einem Restaurant gegessen und sei noch in der Gaststätte kollabiert und anschließend verstorben. Piëch war von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender von Volkswagen. Der Enkel von Ferdinand Porsche hatte während seiner Zeit bei Volkswagen den Autobauer zu einem Weltkonzern gemacht.

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Auch vor der Autostadt wehen die Fahnen auf Halbmast. Quelle: Britta Schulze

Fahnen auf Halbmast

Nach der Meldung vom Tode Piëchs herrscht bei Volkswagen und in ganz Wolfsburg große Trauer. Zum Gedenken an Ferdinand Piëch wurden in verschiedenen Werken von Volkswagen, darunter in Wolfsburg und Dresden, die Fahnen auf Halbmast gesetzt.

In der Ära von Ferdinand Piëch wurde Volkswagen vom Sanierungsfall zum Weltmarktführer.

Stimmen zum Tod von Ferdinand Piëch

Hans Dieter Pötsch, Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft

Ferdinand Piëch hat Automobilgeschichte geschrieben – als leidenschaftlicher Manager, genialer Ingenieur und als visionärer Unternehmer. Damit hat er seit den 1960er Jahren die Entwicklung des Automobils, der Industrie und vor allem von Volkswagen zum globalen Mobilitätskonzern maßgeblich gestaltet, vorangetrieben und geprägt.

Unser Unternehmen und seine Menschen haben Prof. Piëch unendlich viel zu verdanken. Wir verneigen uns mit Respekt vor seinem Lebenswerk. Wir trauern mit seiner Familie und seinen Angehörigen. Und wir werden ihn und sein Lebenswerk immer im ehrenden Angedenken bewahren.“

Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft

Ferdinand Piëch war mutig, unternehmerisch konsequent und technisch brillant. Als junger Ingenieur hat er Porsche durch legendäre Fahrzeuge wie den 917 und den Sieg in Le Mans zur Rennsportmarke gemacht. Seit 1972 hat er Audi mit Innovationen wie dem quattro-Antrieb und dem TDI-Motor technologisch nach vorne gebracht und als Vorstandsvorsitzender zur Premiummarke geformt. An der Spitze des Volkswagen Konzerns hat Ferdinand Piëch die Internationalisierung des Unternehmens konsequent vorangetrieben, Bentley, Lamborghini und Bugatti in den Konzernverbund integriert, und unsere Volumenmarken durch eine stringente Plattformstrategie zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit geführt. Er hat Scania und MAN in den Konzernverbund integriert und so die Grundlagen für einen weltweit wettbewerbsfähigen Nutzfahrzeuganbieter geschaffen. Technisch ist er mit seinen Entwicklerteams immer wieder an die Grenzen des Machbaren gegangen: vom ersten Ein-Liter-Auto der Welt bis zum Bugatti Veyron mit 1.001 PS. Vor allem hat Ferdinand Piëch Qualität und Perfektion bis ins Detail in den Automobilbau gebracht und tief in der Volkswagen DNA verankert. Ich schaue mit Dankbarkeit und großem Respekt auf seine Lebensleistung.“

Volkswagens Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh:

„Ich erinnere mich an Ferdinand Piëch als großen Manager und Ingenieur, der dem Volkswagen Konzern in den allerhöchsten Funktionen nachhaltig mit Erfolg gedient hat.

Unser Unternehmen Volkswagen war als Folge von Managementfehlern in einem zerrütteten Zustand, als er 1993 den Vorstandsvorsitz übernahm. Wir als Belegschaft denken bis heute mit Dankbarkeit an den Anteil, den Ferdinand Piëch am Kompromiss zur Einführung der Vier-Tage-Woche hatte, mit der damals 30.000 Arbeitsplätze hier in Wolfsburg gerettet worden sind. Auch später hat er in seiner Aufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender immer wieder Verantwortung für die Arbeitsplätze im Volkswagen Konzern gezeigt.

Ich persönlich rechne es Ferdinand Piëch bis heute auch hoch an, dass er 1998 die Entschädigung der damals noch lebenden Zwangsarbeiter des Volkswagenwerks auf den Weg gebracht hat.

Wir als Betriebsräte waren nicht immer in allen Fragen einer Meinung mit unserem früheren Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsratsvorsitzenden. Aber wir blicken mit Respekt und Achtung auf sein großes Lebenswerk. Denn mit seiner Liebe zum Produkt, seiner strategischen Weitsicht und seinem feinen Gespür für die Weiterentwicklung unserer Marken hat Ferdinand Piëch die Erfolgsgeschichte unseres Konzerns entscheidend geprägt. Volkswagen stünde ohne Ferdinand Piëch nicht da, wo wir jetzt stehen. Dafür schulden wir ihm unseren Dank und unsere Anerkennung.“

Gunnar Kilian, VW-Personalchef

„Mit Prof. Dr. Ferdinand Piëch ist ein genialer Konstrukteur und brillanter Unternehmer von uns gegangen – und ein ganz besonderer Mensch.

Die Nachricht von seinem Tod hat mich sehr traurig gemacht. Meine Gedanken sind bei seiner Familie, allen voran seiner Frau Ursula und seinen Kindern.

Voller Dankbarkeit erinnere ich mich an die vielen Momente, in denen ich ihn erleben und von ihm lernen konnte. Seine Verdienste um Volkswagen sind ungezählt. Wir haben ihm unendlich viel zu verdanken.“

Porsche SE: Familiensprecher würdigen das Lebenswerk von Prof. Dr. Ferdinand K. Piëch

„Wir trauern mit der Familie um Ferdinand K. Piëch, den außergewöhnlichen Manager und Ingenieur, den Strategen und ganz einfach auch den Auto-Enthusiasten, der er zeitlebens war.“ Mit diesen Worten reagierte Dr. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche Automobil Holding SE („Porsche SE“), Stuttgart, und Sprecher der Familie Porsche auf die Nachricht vom Tode des langjährigen früheren Aufsichtsratsmitglieds und Anteilseigners der Porsche SE, Ferdinand K. Piëch. Gleichzeitig hob Dr. Porsche hervor, dass der Lebensweg von Ferdinand K. Piëch über Jahrzehnte eng mit seinem verbunden war: „Mit meinem Cousin verbinden mich viele gemeinsame Erinnerungen. Im Mittelpunkt stand dabei das Ringen um das Erbe unseres Großvaters Ferdinand Porsche, das wir erfolgreich weitergeführt haben.“

Dr. Hans Michel Piëch, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Sprecher der Familie Piëch, sagte: „Das Lebenswerk meines Bruders reicht weit über die Unternehmen hinaus, für die er tätig war. Er hat die deutsche Automobilindustrie geprägt wie kein Zweiter. Und er war eng verbunden mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Volkswagen Konzerns, in guten wie in schlechten Zeiten. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Ursula und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen, ebenso wie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Volkswagen Konzerns und mit allen Auto-Begeisterten, deren Leben Ferdinand K. Piëch mit seiner Leidenschaft bereichert hat.“

► Bürgermeister Ingolf Viereck:

„Herr Dr. Piech kam in schwierigen Zeiten an die Spitze des VW-Konzerns. Mit Einführung der 4-Tage-Woche 1993/94 konnten unter seiner Verantwortung Massenentlassungen verhindert werden. Dadurch behielten zehntausende von VW-Beschäftigten und ihre Familien eine Perspektive und der gesamten Region blieb das Schicksal erspart, wie wir es aus Detroit kennen.

1998 erhielt die Stadt Wolfsburg zum 70. Stadtgeburtstag das Konzept „AutoVision“ zur Halbierung der Arbeitslosigkeit von Ferdinand Piech und Peter Hartz überreicht. Dies war der Startschuss für einen beispiellosen Schulterschluss zwischen Stadt und Werk und der Beginn einer intensiven Zusammenarbeit. Damit wurde der Grundstein für die Erfolgsgeschichte der vergangenen 20 Jahre gelegt.

Gerne erinnere ich mich auch an unseren gemeinsamen Besuch des Aufstiegsspiels des VfL Wolfsburg gegen Mainz 05 im Jahre 1997. Angesichts von hohen Temperaturen und tiefstehender Sonne stellte ich ihm meine VfL-Mütze zur Verfügung. Heute ist sie fester Bestandteil der Sammlung der VfL-Fußball-Welt im Allerpark.“

Audi trauert um Ferdinand Piëch

Der Vorstand der AUDI AG spricht der Familie von Prof. Dr. Ferdinand Piëch im Namen aller Audianerinnen und Audianer die aufrichtige Anteilnahme aus. Als Zeichen der Trauer ist in allen Werken weltweit die Beflaggung auf Halbmast gesetzt. Piëch gehörte der Marke mit den Vier Ringen mehr als zwanzig Jahre an, zuletzt von 1988 bis Ende 1992 knapp fünf Jahre als Vorstandsvorsitzender.

Der Vorstandsvorsitzende der AUDI AG, Bram Schot

„Eine der größten Stärken von Ferdinand Piëch war, dass er sich den Namen Audi, zu Deutsch Horch, zu eigen machte und Kunden wie Belegschaft immer gut zugehört hat. Er lebte den Traum der Automobilität sein ganzes Leben lang und war Motor von Innovationen.

Er hat Audi zur Premiummarke entwickelt und mit bahnbrechenden Entwicklungen Vorsprung durch Technik geschaffen. Dazu gehören der Fünfzylinder-Ottomotor, der permanente Allradantrieb quattro, das Sicherheitssystem procon-ten, die vollverzinkte Ganzstahl-Karosserie und Aluminium-Leichtbau mit dem Audi Space Frame, der auf der IAA 1993 in einer Studie zum Audi A8 Premiere feierte.

Wir werden das Andenken an Ferdinand Piëch hochhalten – an einen Mann, der in einzigartiger Weise Genialität mit Leidenschaft und Beharrlichkeit vereinte.“

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der AUDI AG, Peter Mosch

Ferdinand Piëch war ein Vordenker der Automobilindustrie. Als Unternehmer verband er das technisch Mögliche und wirtschaftlich Sinnvolle mit sozialer Verantwortung.

Er wusste um die Bedeutung der Mitbestimmung für die Erfolgsgeschichte des Konzerns. Ihm verdankt Audi den Wandel zur Premiummarke.“

Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg

„Der Tod von Ferdinand Piëch macht uns alle betroffen und in diesen Stunden gilt unser Mitgefühl natürlich der Familie. Die IG Metall-Wolfsburg hat Ferdinand Piëch als begeisterten Ingenieur, Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzenden kennengelernt und geschätzt.

Mit Ferdinand Piëch, dem Betriebsrat von Volkswagen und der IG Metall wurden wegweisende Schritte in der Entwicklung von VW eingeleitet. Wir alle können uns an die Einführung der 4-Tage-Woche erinnern, die tausende von Arbeitsplätzen in der Region gesichert hat. Und auch im Übernahmekampf von Porsche und Volkswagen hat er seine Verantwortung für den Konzern wahrgenommen und maßgeblich dazu beigetragen, dass Volkswagen auch Volkswagen geblieben ist.

Unter Piëch begann Volkswagen auch mit der Entschädigung seiner Zwangsarbeiter aus der Zeit des Nationalsozialismus und mit Piëchs Unterstützung gab es auch weitere wegweisende Impulse zur Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte. Damit wurde ein Prozess angestoßen, dem sich kein deutsches Großunternehmen entziehen konnte.

Ich persönlich erinnere mich auch an seinen klaren Wunsch, dass gegenüber dem Volkswagenwerk kein KdF-Museum entstehen darf. Bei aller Ambivalenz der Person: Mit Ferdinand Piëch ist ein großer Autobauer, ein Visionär von uns gegangen, der Volkswagen entscheidend geprägt hat, bis heute“.

► Peter Kassel, Ortsbürgermeister von Ehmen und Mörse

„Die Nachricht hat mich tief getroffen. Der Name Ferdinand Piëch bleibt für immer untrennbar mit Volkswagen und Wolfsburg verbunden.

Auch wenn er sich schon vor Jahren zurückgezogen hatte, wirkt seine jahrzehntelange Arbeit in Wolfsburg bis heute nach. Die Autostadt ist nur 1 sichtbares Zeichen seines Bekenntnisses zu VW und Wolfsburg. Mit Ferdinand Piëch verliert die Automobilindustrie einen Titanen.

Ich bin überzeugt, seine Ideen bieten auch für die Zukunft viele Antworten auf die anstehenden Herausforderungen in der Automobilbranche.“

Prof. Dr. Carl H. Hahn zum Tode von Prof. Dr. Ferdinand Piëch

Prof. Dr. Carl H. Hahn, früherer Volkswagen Konzernchef (1982 – 1992)

„Ich bin tief betroffen. Meine Gedanken sind bei seiner Ehefrau und seiner Familie.

Schon vor Ende meiner Amtszeit 1992 hatte ich mich dafür verwandt, dass Ferdinand Piëch meine Nachfolge als Vorstandsvorsitzender von Volkswagen antritt, wie er auch zuvor durch mein Wirken Audi-Chef wurde. Er hat den Volkswagen Konzern in eine neue Ära geführt. Sein einzigartiges Wirken verdient große Anerkennung.

In Wolfsburg, in unserer Region und an den Konzernstandorten in aller Welt trauern wir mit seiner Familie um Ferdinand Piëch.“

► Andreas Klaffehn, Fraktionssprecher und Vorsitzender der PUG Wolfsburg e.V.

„Mt großer Bestürzung haben wir gestern vom Tod Ferdinand Piech erfahren. Er war einer der ganz großen, wenn nicht die größte Persönlichkeit in der Geschichte des Autobaus und der Geschichte von Volkswagen.

Sein Wirken und sein Schaffen hat sich direkt und unmittelbar auf Wolfsburg und die Bürgerschaft, auf Wirtschaft, Arbeitswelt und damit auch auf Wohlstand ausgewirkt.

Sein Einsatz, sein Engagement war aus Sicht der PUG nicht nur von außerordentlichem Sachverstand, sondern auch mit einer Leidenschaft die seines Gleichen sucht, geprägt.

Ihm haben wir, Wolfsburg und seine Bürgerschaft, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Region, Volkswagen selbst oder deren Zulieferbetriebe die Standortsicherung zu verdanken.

Falko Mohrs, Mitglied des Deutschen Bundestages

Ferdinand Piech geht als genialer Konstrukteur in die Automobilgeschichte ein. Zu seinen unbestreitbaren technischen Verdiensten zählen das Ein-Liter-Auto sowie die Einführung modernster Fertigungsmethoden. Damit hat er den gesamten Konzern revolutioniert und auch technologisch an die Weltspitze gebracht.

Bei seinem Wirken hat Dr. Piech dabei nie den Stammsitz des Konzerns in Wolfsburg aus dem Blick verloren, sondern sich im Gegenteil für die gesamte Region engagiert. Er bleibt uns als streitbarer Konzernlenker mit klaren Vorstellungen und Visionen in Erinnerung.

Das Unternehmen, die Region und vor allem die Stadt Wolfsburg haben ihm viel zu verdanken.“

Prof. Rolf Schnellecke zum Tod von Ferdinand Piëch

Prof. Rolf Schnellecke (rechts) zusammen mit Prof. Ferdidand Piech beim 60-jährigen Stadtjubiläum Quelle: Boris Baschin

► Prof. Rolf Schnellecke, Ehemaliger Oberbürgermeister von Wolfsburg und Aufsichtsratsvorsitzender der Schnellecke Group AG & Co. KG

„Der plötzliche Tod von Prof. Ferdinand Piëch hat mich sehr betroffen. Ihm vor allem ist es zu verdanken, dass Volkswagen und die Stadt Wolfsburg die schwere Krise Mitte der neunziger Jahre überwunden haben und zu neuer Stärke gewachsen sind. Ohne Ferdinand Piëch mit seiner visionären Kraft und Entschlossenheit wären Autostadt, Wolfsburg AG und der gesamte Aufschwung der letzten 20 Jahre in Wolfsburg nicht vorstellbar. Dass Wolfsburg aus tiefer Krise zu neuer Sicherheit und Blüte gelangen konnte, ist zu großen Teilen sein Verdienst und wird es immer bleiben.

Aber auch ganz persönlich habe ich Ferdinand Piëch mit seiner Frau Ursula an seiner Seite überaus schätzen gelernt. Er stand zu den Menschen dieser Stadt und hat immer wieder, gerade in den schwierigen Zeiten, hohe soziale Verantwortung bewiesen. Auf ihn war als Garant für das Wohl der Stadt Verlass, auf sein Wort und seine Entscheidung konnte man bauen. Für das gegenseitige Vertrauen und die sehr persönliche Verbundenheit war ich immer besonders dankbar.

Ferdinand Piëch hat in Wolfsburg, der Hauptstadt von Volkswagen, Automobilgeschichte geschrieben. Sein Tod ist ein großer Verlust für die Stadt, die ihn in Respekt und Dankbarkeit zu ihrem Ehrenbürger ernannt hat. Wir trauern um ihn in herzlichem Mitgefühl mit seiner Frau und seiner Familie.“

Marco Meiners, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP

Ferdinand Piëch hat in den neun Jahren als Vorstandsvorsitzender den schlingernden Dampfer Volkswagen zu einem der weltweit erfolgreichsten Automobilkonzerne umgebaut.

Sein Führungsstil basierte eher auf Effizienz und bedingungsloser Hingabe, denn auf Emotionalität. Das mag den ein oder anderen befremdet haben, der Erfolg, der auch unserer Stadt so vieles ermöglicht hat, gaben ihm jedoch am Ende stets Recht. Auch und gerade in Hinblick auf die sprichwörtliche „Distanz“ zum damaligen Vorsitzenden Winterkorn war erkennbar, dass der alte Stratege mit der „Optimierung von Abgaswerten“ nichts anzufangen wusste.

Wenige Monate nach seinem Abgang brachen die Dämme im Zuge der Dieselaffäre. Ferdinand Piëch war ein Manager mit Format, welchem die FDP Wolfsburg stets ein ehrendes Andenken bewahren wird und wir wünschen seiner Familie viel Kraft in der kommenden Zeit.“

Frank Richter, Mitglied im Rat der Stadt Wolfsburg

„Mit Sicherheit war Herr Piech eine herausragende Persönlichkeit, der die Volkswagen AG extrem vorangebracht hat. Er hat Volkswagen in einer schwierigen Lage übernommen und unter großem persönlichen Einsatz zu enormer Größe und „Schlagkraft“ geführt.

Diese positive Entwicklung führte über Jahre zu Rekordeinnahmen für den Konzern und dies wiederum zu hohen Steuereinnahmen für die Stadt Wolfsburg. Dadurch konnte sich die Stadt Wolfsburg weiterentwickeln und investieren, beispielhaft möchte ich die Sanierungen im Bereich der Schulen und Kitas nennen.

Einen herausragenden Entwicklungsschub für Wolfsburg brachte die Entscheidung für die Autostadt, die im Jahr 2000 Realität wurde. Hier zeigt sich ganz klar die positive, wohlwollende Haltung gegenüber der Stadt Wolfsburg. Hierfür gebührt Herr Piech der Dank des Rates und der Bürgerschaft. „

Oberbürgermeister Klaus Mohrs würdigt den verstorbenen Ferdinand Piëch

Wolfsburg hat Ferdinand Piëch unheimlich viel zu verdanken. Er hat in der großen Absatzkrise 1993/1994 zusammen mit Peter Hartz tausende Wolfsburgerinnen und Wolfsburger durch die Einführung der Vier-Tage-Woche vor der Arbeitslosigkeit bewahrt.

Er vereinte wirtschaftliches Geschick mit einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein für unsere Region. Unter seinem Einfluss hat sich Wolfsburg nicht nur als starker Wirtschaftsstandort etabliert, sondern auch zu einer äußerst lebenswerten Stadt weiterentwickelt.

So verdanken wir ihm auch die Autostadt, die seit dem Jahr 2000 Millionen Gäste in unsere Stadt bringt und mit ihren vielseitigen hochkarätigen Veranstaltungen aus dem Wolfsburger Freizeitangebot nicht mehr wegzudenken ist.

Die Stadt Wolfsburg verliert mit Ferdinand Piëch eine herausragende Persönlichkeit der Stadtgeschichte. Mein aufrichtiges Mitgefühl und meine Anteilnahme gilt seiner Familie.“

Immacolata Glosemeyer, SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

„Mit Bestürzung habe ich vom Tode Ferdinand Piëchs erfahren. Wenngleich er in Wien geboren wurde, war er doch im Herzen stets ein Wolfsburger. Sein unermüdlicher Einsatz galt der Volkswagen AG und dem Standort Wolfsburg. Durch seinerzeit innovative Projekte, wie die Auto 5000 GmbH oder die Vier-Tage-Woche, wurde unter der Ägide von Ferdinand Piëch als Vorstandsvorsitzendem gewährleistet, dass 10.000 VW-Beschäftige ihren Arbeitsplatz behalten konnten. Dafür gebührt ihm unser aller Dank. Meine Gedanken sind bei seinen Hinterbliebenen.“

Angelika Jahns, CDU-Kreisvorsitzende und ehemalige Landtagsabgeordnete

„Die CDU Wolfsburg bedauert den plötzlichen Tod von Ferdinand Piech. Unsere Stadt und natürlich auch das Land Niedersachsen können unendlich dankbar sein, dass dieser geniale Autobauer sein Wirken hier eingesetzt hat.

Wir haben ihm und seinem Durchsetzungsvermögen die positive Entwicklung von VW trotz der verschiedenen Krisen zu verdanken. Unseren Wohlstand hier am Standort verdanken wir VW und damit der Familie Piech.

In einigen persönlichen Begegnungen habe ich das Ehepaar Piech stets nett und freundlich erlebt. Sein plötzlicher Tod tut mir sehr leid.“

Pia Zimmermann, Fraktion DIE LINKE, Mitglied des Deutschen Bundestages

„Nicht nur die BILD schwärmt nun vom „Mann, der Autos fühlen konnte.“ Und dass Ferdinand Piëch ein begabter Ingenieur war, mag niemand bestreiten.

Doch soll nicht verschwiegen werden, dass sich der Volkswagenkonzern unter Piëchs Führung einer schonungslosen Aufarbeitung der Verstrickungen in der Nazizeit verweigert hat. Und dass Ferdinand Piëch schonungslos sein konnte, hat er als beinharter Machtmensch stets unter Beweis gestellt.

So sprach er vom kapitalistischen Autogeschäft als „Krieg“, in welchem es neben Siegern, nämlich ihm selbst, natürlich auch Opfer gäbe. Die fielen nicht zuletzt bei den Kolleginnen und Kollegen an den Opel-Standorten an.

Bemerkenswert wird auch bleiben, dass Piëch als „großartiger Techniker“ und „genialer Autobauer“ so wenig von den gefälschten Abgaswerten mitbekommen haben will. Auch nach dem Tod von Ferdinand Piëch heißt es: genau hinsehen bei Volkswagen!“

Hans-Georg Bachmann, SPD-Fraktionssprecher

Wolfsburg hat Ferdinand Piëch enorm viel zu verdanken; für diese Verdienste wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen. Unter seiner Führung hat der Volkswagen-Konzern der Stadt Wolfsburg das Konzept der AutoVision geschenkt und die AutoStadt gebaut und damit eine anhaltende Entwicklung in der Region ausgelöst.

Ferdinand Piëch ist es gelungen, Volkswagen aus der Krise der 90er-Jahre zu führen. Er hat großen Anteil daran, dass VW ein Weltkonzern ist – und war ein Garant dafür, dass Wolfsburg bis heute Konzernhauptstandort ist und bleibt. Dabei hat Piëch auch immer auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat gesetzt. Vieles, was bei VW heute eine Selbstverständlichkeit ist, geht auf die Arbeit von Piëch zurück.

Seine Person und das Ende seiner Ära sind nicht unumstritten, aber den Wohlstand von Wolfsburg hat er mit zu verantworten. Dafür zollen wir Sozialdemokraten ihm Dank und Respekt.“

Piroska Evenburg und Bastian Zimmermann, Mitglieder der Ratsfraktion Linke & Piraten

„Wir bedauern das frühe Ableben des Wolfsburger Ehrenbürgers Ferdinand Piëch, der, obwohl stets umstritten, maßgeblich zur Entwicklung von Volkswagen zu einem globalen Konzern beigetragen hat.“

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Stadt Braunschweig trauert um ihren Ehrenbürger Ferdinand Piëch

Die Stadt Braunschweig trauert um ihren Ehrenbürger Professor Ferdinand K. Piëch, der im Alter von 82 Jahren verstorben ist. „Professor Piёch war eine national wie international anerkannte Unternehmer- und Managerpersönlichkeit, die sich um die Entwicklung des Unternehmensstandorts Braunschweig sehr verdient gemacht hat“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Markurth. „Er trug maßgeblich zum Erhalt und Ausbau des Braunschweiger Volkswagen-Standortes bei. Darüber hinaus engagierte er sich in hohem Maße für das kulturelle Leben in unserer Stadt, in der er mit seiner Familie fünf Jahre lang lebte.“

Ferdinand K. Piёch, von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender des Volkswagenkonzerns, war die treibende Kraft für den Bau der Volkswagen Halle. In seine Zeit fällt die Entscheidung, dass sich die Volkswagen AG als eines der Gründungsmitglieder an der Stiftung für Sport und Kultur beteiligte. Darüber hinaus sorgte Piёch für die Förderung zahlreicher kultureller Veranstaltungen. Davon profitierte beispielsweise der Lichtparcours, bei dem er ein Brückenprojekt aus seinem Privatvermögen finanzierte, Piech machte sich als Mitglied des Kuratoriums der Stiftung NORD/LB-Öffentliche und der Stiftung Sport und Kultur um die konzeptionelle Entwicklung der gemeinnützigen Förderarbeit der Stiftungen verdient.

Im Jahr 2013 verlieh der Rat der Stadt Braunschweig auf Vorschlag des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Gert Hoffmann Ferdinand K. Piёch die Ehrenbürgerwürde.

Ulrich Markurth, Oberbürgermeister von Braunschweig

„Die Stadt Braunschweig wird Ferdinand Piëch stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und seinen Angehörigen.“

Porsche trauert um Ferdinand Piëch

Die Faszination für das Automobil wurde ihm als Enkel des Konstrukteurs Ferdinand Porsche bereits in die Wiege gelegt. Seine berufliche Laufbahn in Stuttgart-Zuffenhausen begann am 1. April 1963 als Sachbearbeiter im Motorenversuch bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche KG. Nach der erfolgreichen Konstruktion eines Ölkühlers für den Rennwagentyp 904 sowie eines 180 PS-Sechszylinder-Rennmotors übernahm Piëch 1966 die Versuchsleitung. Unter seiner Führung wurde der legendäre Sechszylinder-Boxermotor des Porsche 911 zur Serienreife entwickelt. 1968 wurde Piëch die Entwicklungsleitung übertragen, bevor er 1971 in der Geschäftsführung der Porsche KG die Verantwortung für die Ressorts Technik und Fremdentwicklung übernahm.

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, würdigt Ferdinand Piëch

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG

„Die Nachricht über seinen Tod trifft uns sehr. Wir sind in Gedanken bei Ferdinand Piëchs Familie. Seine Liebe zum Automobil und sein steter Wille, den technischen Fortschritt voranzutreiben, bleiben für immer unvergessen. Piëch war ein Automobilmann durch und durch.

Wir danken ihm für seine Leidenschaft und seinen Mut, mit dem er Porsche zu außerordentlichen Ingenieursleistungen geführt hat. Durch wichtige strategische Entscheidungen hat er die Weichen für eine erfolgreiche Entwicklung unseres Unternehmens gestellt.“

Besonderes Augenmerk legte Piëch auf die Professionalisierung der Porsche-Rennabteilung, die unter seiner Leitung unzählige internationale Motorsporterfolge erzielte. Er ließ 1969 den 917-Rennsportwagen konstruieren, der bis heute als einer der erfolgreichsten Rennwagen gilt. Der erste Gesamtsieg des 917 in Le Mans 1970 unter seiner Leitung bedeutete für Porsche den Beginn einer neuen Ära. Aufgrund der Umwandlung der Porsche KG in eine Aktiengesellschaft und dem Beschluss, dass operative Führungspositionen nicht mehr mit Familienangehörigen besetzt werden, schied er 1972 wie alle anderen Familienvertreter aus dem Unternehmen aus. Im gleichen Jahr trat Ferdinand Piëch seinen Dienst bei Audi an.

Er blieb Porsche von 1981 bis 2015 als Mitglied des Aufsichtsrats verbunden. 1984 verlieh ihm die Technische Universität Wien die Würde eines Ehrendoktors der technischen Wissenschaften. 1999 wählten ihn 132 Automobiljournalisten und Branchenexperten aus 33 Ländern zum „Autoingenieur des Jahrhunderts“.

++ Dieser Artikel wird laufend aktualisiert ++

Von Normen Scholz

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