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Volkswagen VW baut Einheit für Auto-Software mit 5000 Experten auf
Wolfsburg Volkswagen VW baut Einheit für Auto-Software mit 5000 Experten auf
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19:27 18.06.2019
Elektroauto I.D.3 von Volkswagen: Das erste Fahrzeug, das auf der neuen Software-Plattform basiert. Quelle: Volkswagen
Wolfsburg

Der Volkswagen-Konzern will seine Bemühungen rund um die Software im Auto deutlich ausweiten und dafür Tausende Digitalexperten in der neuen Einheit „Car.Software“ bündeln. Bis zum Jahr 2025 sollen in dem neuen Bereich mehr als 5000 IT-Experten arbeiten, wie das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mitteilte. Der Anteil eigener Softwareentwicklung soll so von derzeit unter 10 Prozent auf mindestens 60 Prozent steigen.

VW will auch neue Experten einstellen

Zu den Projekten gehört das eigene konzernweite Betriebssystem für die Auto-Software „vw.os“, aber auch die mit dem US-Technologieriesen Microsoft angekündigte Zusammenarbeit für die Verarbeitung und Speicherung von Daten in der Cloud, also in Rechenzentren im Internet.

Für die neue Einheit sollen Experten aus dem Konzern zusammengezogen werden, darüber hinaus will VW vor allem aber am Arbeitsmarkt und über Zukäufe Experten ins Haus holen, wie ein Sprecher sagte. Die Software-Spezialisten werden in der neuen Einheit allerdings dezentral zusammenarbeiten. Sprich: In Wolfsburg entsteht kein neues Entwicklungszentrum für 5000 Mitarbeiter etwa nach Vorbild des Google-Campus im Silicon Valley.

VW will dem Software-Wildwuchs ein Ende setzen

„Wir werden Software mit einheitlichen Basisfunktionen für alle Konzernmarken entwickeln und können damit die Komplexität enorm reduzieren“, sagte Software-Chef und VW-Markenvorstand Christian Senger. Mit dieser Plattform will VW die Kosten im Konzern insgesamt deutlich senken.

Derzeit sind allein in den Autos der Marke Volkswagen bis zu 70 Steuergeräte mit Betriebssoftware von 200 unterschiedlichen Zulieferern integriert. Außerdem gibt es im Konzern verschiedene Systeme mit gleichen Funktionen, etwa für Infotainment oder die Navigation. Diesem Wildwuchs will VW ein Ende setzen.

Auch die digitalen Services will der Konzern vereinheitlichen

Gleiches gilt für die sogenannten digitalen Ökosysteme der Marken, über die die Services angeboten werden. Denn alle Marken benötigen bestimmte Basisdienste. Das ist zum Beispiel die einfache Suche von E-Ladestationen. Bei der Marke Volkswagen heißt dieser Service „We Charge“. Über alle Marken hinweg lassen sich laut VW beispielsweise die Basisfunktionen „Suche nach Stationen in der Nähe“ oder „Bezahlen mit unterschiedlichen Zahlungsarten“ vereinheitlichen.

Bis 2025 sollen alle neuen Modelle des Konzerns auf der gleichen Software-Plattform laufen. Dann wird VW weltweit mehr als zehn Millionen vollvernetzte Neufahrzeuge pro Jahr auf die Straßen bringen, wodurch die Kosten für die Integration der Software in jedem einzelnen Fahrzeug deutlich sinken. Das erste Auto, das auf dieser Software-Plattform basiert, ist der ID.3, der im Herbst 2019 auf der IAA in Frankfurt seine Weltpremiere feiern wird.

Die neue Software-Einheit startet mit 500 Mitarbeitern

Noch in diesem Jahr sollen rund 500 Experten in der neuen Einheit „Car.Software“ zusammenarbeiten, 2020 sollen es bereits rund 2000 sein. „Wir werden Software zur Kernkompetenz im Unternehmen machen“, sagte VW-Software-Chef Senger.

Von der Redaktion

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