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Volkswagen Zwischen Hilfswerk und Hippies: Der Kübelwagen wird 50!
Wolfsburg Volkswagen Zwischen Hilfswerk und Hippies: Der Kübelwagen wird 50!
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20:00 04.06.2019
Quadratisch, praktisch gut: Der Kübelwagen von Volkswagen feiert seinen 50. Geburtstag. Quelle: Volkswagen AG
Wolfsburg/ New Orleans

In Amerika nennen sie den VW Typ 181 alle nur „The Thing“. Denn gerade hier hat der legendäre Kübelwagen von Volkswagen eine riesige Fan-Gemeinde und steht seinen um ein Vielfaches erfolgreicheren Verwandten, dem Käfer und dem Bulli, in der Beliebtheit um nichts nach. Der Kübel feiert seinen 50. Geburtstag.

Kübelwagen: Ideales Auto für Beachboys und Hippies

Während die Erinnerungen hierzulande eher mit der Bundeswehr oder dem Zivildienst verbunden sind, war das kantige Cabrio mit dem Zeltdach für die Amerikaner immer die praktische Alternative zum Buggy und damit das ideale Auto für Beachboys und andere Hippies.

Volkswagen: Die Geschichte des Modells beginnt im Krieg

Begonnen hat die Geschichte laut der VW-Klassiksparte vor allem mit militärischen Überlegungen. Die Bundeswehr suchte einen Nachfolger für den DKW Munga. Weil das internationale Gemeinschaftsprojekt vom „Euro-Jeep“ nicht über die Planungen hinauskam, sprang Volkswagen in die Bresche und hat aus dem Käfer mit kantigem Wellblech, halbhohen Türen und vier besseren Gartenstühlen vor exakt 50 Jahre den „Kurierwagen“ gemacht.

So schön sieht der Kübelwagen aus – eine Bilder-Galerie:

Happy Birthday! Der Kübelwagen von VW feiert 50. Geburtstag. Das kantige Cabrio hat vor allem in den USA Fans. Aber auch auf unseren Straße ist der „Kübel“ unterwegs.

Der wurde in Deutschland bis 1978 und in Mexiko für den US-Markt sogar noch zwei Jahre länger gebaut, bevor 1980 nach insgesamt 140.768 Exemplaren Schluss war. Das Auto sieht zwar nach Geländewagen aus und ist sich für kein Abenteuer zu schade. Doch zum richtigen Offroader fehlen ihm die Bodenfreiheit, die Untersetzung und vor allem der Allradantrieb. Doch die Bundeswehr greift zu und danach auch die Katastrophenschützer und Hilfsdienste.

Typ 181 findet in den 70er Jahren den Weg in die Zivilgesellschaft

Irgendwann findet der Typ 181 seinen Weg in die Zivilgesellschaft. Denn mit einem Grundpreis von 8500 D-Mark gehört er in den 1970ern zu den billigeren Spaßfahrzeugen. Wer heute mit einem Kübelwagen unterwegs ist, wird automatisch zu einem ausgesprochen gelassenen und entspannten Autofahrer.

Bei 115 km/h ist Schluss

Selbst bei der Jubiläumstour durch die amerikanischen Südstaaten kann man bei 32 kW/44 PS so ziemlich jede Geschwindigkeitsbeschränkung galant ignorieren. So fest man das Pedal auch ans Bodenblech heften mag und so laut der 1,6 Liter große Vierzylinder auch brabbelt, dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis sich die Tachonadel im spartanischen Cockpit mal auf 100 zittert. Bei spätestens 115 km/h ist ohnehin wieder Schluss.

Käfer-Technik beim Kübelwagen ist unverwüstlich

Ein bisschen Leiden gehört im Kübelwagen zwar dazu, auch weil die Sitze nicht gerade orthopädisch sind und Beinfreiheit ein Fremdwort ist. Doch der Liebe für den kantigen Klassiker tut das keinen Abbruch. Die Käfer-Technik unter der rostanfälligen Karosserie ist schier unverwüstlich. Und zumindest die wichtigsten Ersatzteile sind in rauen Mengen verfügbar.

Man findet auf den üblichen Internetseiten schon ab deutlich unter 10.000 Euro Autos. „Der Kübel ist das Billig-Cabrio schlechthin“, urteilt auch der Kübel-Klub Deutschland.

Von Thomas Geiger

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