Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Volkswagen Osterloh fordert höhere Auslastung für VW-Stammwerk Wolfsburg
Wolfsburg Volkswagen Osterloh fordert höhere Auslastung für VW-Stammwerk Wolfsburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 19.06.2019
Betriebsversammlung im VW-Werk Wolfsburg: Betriebsratschef Bernd Osterloh sprach vor mehr als 10.000 Beschäftigten in Halle 11. Quelle: VW-Betriebsrat
Wolfsburg

Nach der Beilegung des Konflikts um weiteren Stellenabbau und den digitalen Umbau des Unternehmens stand die Betriebsversammlung im VW-Werk Wolfsburg am Mittwoch im Zeichen demonstrativer Einigkeit zwischen Betriebsrat und Management. Betriebsratschef Bernd Osterloh und Personalvorstand Gunnar Kilian dankten der Belegschaft für ihren Einsatz in den vergangenen Monaten. „Volkswagen steht heute mehr denn je für Aufbruch, Zukunft, Tatkraft“, sagte Kilian vor mehr als 10.000 Beschäftigten in Halle 11.

Sicherheit für die Beschäftigten bis 2029

Osterloh betonte, dass der Wandel durch Digitalisierung und Elektromobilität nur gelingen könne, „wenn wir die ganze Mannschaft mitnehmen und ihnen Sicherheit geben“. Mit der jetzt vereinbarten Beschäftigungssicherung bis zum Jahr 2029 „muss sich niemand Sorgen machen, seine Arbeit bei Volkswagen zu verlieren“.

Osterloh fordert höhere Produktion in Wolfsburg

Mit dem aktuellen Produktionsvolumen im Werk Wolfsburg ist der Betriebsratschef nicht zufrieden. „Zur Erreichung von Produktivitätszielen gehört dabei auch eine vernünftige Auslastung unserer Standorte. Und hier in Wolfsburg spreche ich damit in jedem Fall von 840.000 Fahrzeugen“, sagte Osterloh. Im vergangenen Jahr liefen im VW-Stammwerk lediglich 704.000 Autos vom Band. Zwar wird mit der Einführung der achten Generation die Produktion der Golf-Familie in Wolfsburg gebündelt. Unklar ist aber, wie sich der Trend hin zur Elektromobilität künftig auf die Auslastung des Stammwerks auswirken wird. Auch vor diesem Hintergrund sind die mahnenden Worte Osterlohs an das Management zu verstehen.

Mehr als 10.000 Beschäftigte verfolgten am Mittwoch die Betriebsversammlung im VW-Stammwerk Wolfsburg. Hier einige Fotos von der Veranstaltung:

Kilian zog vor den Beschäftigten eine positive Zwischenbilanz des Strukturwandels im Unternehmen – er nannte unter anderem den Umbau der Werke in Zwickau, Emden und Hannover zu E-Standorten, die 900 Millionen Euro schweren Investitionen in gemeinsame Batterieaktivitäten mit der Northvolt AB und den Aufbau der Batteriezellfertigung in Salzgitter. „So viel Veränderung gab es bei Volkswagen noch nie“, sagte der Personalvorstand.

Im Zukunftspakt wurden mehr als 6200 Stellen abgebaut

Auch beim im Zukunftspakt vereinbarten Stellenabbau komme VW voran. Wo Aufgaben entfallen sind, habe die Marke mehr als 6200 Stellen sozialverträglich abgebaut, mehr als 9000 Beschäftigte haben laut Kilian Altersteilzeitverträge unterzeichnet. „Im Gegenzug haben wir 3200 Zukunftsarbeitsplätze geschaffen, die wir für alle diese Veränderungen auch dringend brauchen.“

Mindestens 2000 neue Jobs in Zukunftsfeldern

Die kürzlich vereinbarte „Roadmap Digitale Transformation“ sieht den Abbau von bis zu 4000 weiteren Stellen vor, im Gegenzug aber auch bis zu vier Milliarden Euro für Digitalisierungsprojekte vorrangig in der Verwaltung und mindestens 2000 neue Arbeitsplätze mit Bezug auf Digitalisierung. „Wir machen Arbeit bei Volkswagen noch attraktiver, wir werden schneller, effizienter, wettbewerbsfähiger“, sagte Kilian.

Altersteilzeit für weitere Jahrgänge

Osterloh erläuterte zudem die nächste Stufe der Altersteilzeit: „Nach dem Werksurlaub können alle Kolleginnen und Kollegen des Jahrgangs 1962, die einen Altersteilzeitvertrag mit einer sechsjährigen Laufzeit abschließen wollen — verbunden mit einem Renteneintritt mit 63 Jahren — auf ihre Personalreferenten zugehen. Dann werden die Verträge geschlossen. Für alle Kolleginnen und Kollegen, die kürzere Laufzeiten wollen, reicht dann auch ein Vertragsgespräch in 2020. Das ist für die Beschäftigten eine gute Nachricht.“

Von der Redaktion

Am kommenden Samstag informiert Volkswagen in Wolfsburg über Ausbildung und duales Studium im Unternehmen. Rund 300 Auszubildende stellen ihre Berufe selbst vor.

19.06.2019

Das Design des legendären VW-Käfer beschäftigt die Justiz. Es geht um Urheberrechte und Millionen Euro. Wem stehen sie zu? Die Richter finden eine eindeutige Antwort auf diese schwierige Frage.

19.06.2019

Der Volkswagen-Konzern bündelt seine Kompetenzen bei der Softwareentwicklung in der neuen Einheit „Car.Software“. Bis 2025 sollen alle neuen Modelle des Konzerns auf der gleichen Software-Plattform laufen. VW verspricht sich dadurch deutliche Kostenvorteile.

18.06.2019