Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Volkswagen Neuer Premium-SUV für das Wolfsburger Stammwerk?
Wolfsburg Volkswagen Neuer Premium-SUV für das Wolfsburger Stammwerk?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:38 08.07.2019
Ein neuer für das Stammwerk? Der Betriebsrat will die Produktion eines Premium-SUV nach Wolfsburg holen. Quelle: Volkswagen AG
Wolfsburg

Bekommt das Wolfsburger Volkswagenwerk bald ein zusätzliches Fahrzeugmodell? Das jedenfalls wünscht sich Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh. Um für den Standort Wolfsburg eine ordentliche Auslastung und damit auch Arbeitsplatzsicherheit zu erreichen, könnte er sich einen neuen SUV vorstellen, verriet er jetzt im Gespräch mit der WAZ.

840.000 Fahrzeuge als Ziel

Im Jahr 2018 liefen im Stammwerk 704.000 Autos vom Band, dieses Jahr werden es Prognosen nach wahrscheinlich eher weniger. Für Osterloh nicht zufriedenstellend. Zur Erreichung von Produktivitätszielen gehöre auch eine gute Auslastung der Standorte, sagte er jüngst bei der Betriebsversammlung und gab 840.000 Fahrzeuge als Ziel vor. „Eine vernünftige Kennzahl, es war ja auch schon mal von einer Million die Rede“, bekräftigt der Betriebsratschef jetzt.

Zukunft entscheidet sich im November

Um dieses Ziel zu erreichen, müsse man sich den Markt und den Konzern genau anschauen. Welche Produkte gibt es, wie sieht es mit der Abgrenzung der Marken aus? Im November steht die nächste Planungsrunde an, in der Management und Betriebsrat in Sachen Belegung und Auslastung die Weichen für die nächsten fünf Jahre stellen.

Das Golf-Segment steht unter Druck

Ein Vorteil für das Wolfsburger Stammwerk sei sicherlich die längst beschlossene Bündelung der Golf-Produktion, die man aus Zwickau und Nordamerika zurück nach Wolfsburg holt. Doch wird das ausreichen, um die vernünftige Auslastung im Stammwerk zu gewährleisten? Da gebe es zumindest Fragezeichen, gesteht Osterloh. „Man sieht eine deutliche Verschiebung der Nachfrage hin zu SUVs. Sicher ist: Das Golf-Segment steht unter Druck, bei allen Anbietern“, sagt er. Durch das klare Bekenntnis Volkswagens zur Elektromobilität und dem neuen ID.3, dürfte dieser Druck nicht geringer werden.

Die Nachfrage muss sich steigern

Zwar könnte mit der Verlagerung der Golf-Produktion an den Mittellandkanal das Produktionsvolumen in Wolfsburg theoretisch auf etwa 850.000 Fahrzeuge ansteigen – und damit ziemlich genau auf die von Osterloh genannte Kennzahl. Aber alles steht und fällt mit der Nachfrage. „Am Ende muss der Kunde mit Auftrag drohen, sonst hilft alles nichts“, unterstreicht der Betriebsratsvorsitzende. Sollte die Nachfrage also nicht deutlich ansteigen, brauche das Wolfsburger Werk ein weiteres Modell, um die Produktivitätsziele zu erreichen und letztendlich die Arbeitsplätze zu erhalten.

Ein Premium-SUV als Lösung?

Eine Möglichkeit hat Osterloh bereits im Kopf: „Einen neuen SUV, den man zwischen Tiguan und Touareg ansiedeln kann, ein Fahrzeug, das in Sachen Größe und Ausstattung ungefähr auf Niveau des Audi Q5 liegt.“ Dies könnte ein komplett neues Modell werden, oder man könnte auf ein bereits existierendes zurückgreifen: Den 4,70 Meter langen Tiguan Allspace, der bisher im mexikanischen Puebla hergestellt wird. Dadurch könnte sich das VW-Werk in Wolfsburg im Premium-Bereich profilieren. Ein weiterer Vorteil für die Jobsicherheit: Premium-SUVs bieten den Kunden allerlei Features. Je mehr Ausstattung, je mehr Arbeitsplätze in der Produktion.

Technische Voraussetzungen schon erfüllt

Große Investitionen in die Infrastruktur im Stammwerk wären nicht notwendig. Die Linien, auf denen derzeit schon der Seat-SUV Tarraco gebaut wird, machen’s möglich. Die Produktion eines gleichgroßen VW wäre rein technisch gesehen kein Problem. „Die Voraussetzungen dafür haben wir mit der Produktion des Tarraco auf Basis des Modularen Querbaukastens bereits geschaffen“, so Osterloh.

Jobsicherheit in Wolfsburg gegeben

Auch ohne ein weiteres Modell sei man als Betriebsrat in Sachen Jobsicherheit aber gewappnet. „Sollte uns nicht der Himmel auf den Kopf fallen, haben wir mit dem Paket ’Digitale Transformation’ und der Altersteilzeit Instrumente, um auf Jahre alle Herausforderungen zu meistern“, versichert Osterloh.

Der neue Golf steht in den Startlöchern

Vor der nächsten Planungsrunde kommt zunächst allerdings erst der neue Golf VIII auf den Markt. Die Produktion startet nach den Werksferien. „Wir werden die Produktion langsam hochfahren, so dass wir im Januar auf volle Stückzahl gehen können“, kündigt Osterloh an. Was das Fahrzeug angeht, sei er positiv gestimmt. Der neue Golf sei ein „super Fahrzeug, dass technologisch unterstreicht, was Volkswagen kann“, lobt er.

Von Steffen Schmidt

Die VW-Mitarbeiter in Wolfsburg müssen im August und September zu mehreren Sonntagnachtschichten antreten. Nach Weihnachten herrscht dagegen Arbeitsruhe.

06.07.2019

Der 33-Jährige war mit seinem VW Passat bei hoher Geschwindigkeit auf einen Kleinwagen aufgefahren. Ein 31-jähriger Kollege kam auf der VW-Teststrecke in Ehra-Lessien ums Leben. Jetzt kommt der Fall vor Gericht.

05.07.2019

Der Gesamtrekord beim Goodwood Hillclimb steht seit 20 Jahren, aufgestellt von Nick Heidfeld in einem Formel-1-Rennwagen. Jetzt will Volkswagen eine neue Bestzeit hinlegen – und hat dafür eine spezielle Sprintversion des ID.R für den Bergsprint entwickelt.

04.07.2019