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Volkswagen 2200 Vertrauensleute werden gewählt
Wolfsburg Volkswagen 2200 Vertrauensleute werden gewählt
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16:35 15.08.2018
IG Metall: Hartwig Erb (l.) und Frank Paetzold informierten über die Wahl der Vertrauensleute bei VW. Quelle: Britta Schulze
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Stadtmitte

Im Volkswagenwerk laufen die Wahlen zu den Vertrauensleuten. Die VW-Beschäftigten können bis Oktober rund 2200 Vertrauensleute wählen. Konstituiert werden soll der neue „Vertrauenskörper“ (die Gesamtheit aller Vertrauensleute) Ende November.

Auge und Ohr der IG Metall

„Die Vertrauensleute sind das Auge und das Ohr von IG Metall und Betriebsrat“, sagt Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Wolfsburg. „Sie sollen den Betriebsrat in seiner Arbeit unterstützen.“ Sie würden in allen Bereichen des Werks gewählt und seien damit noch dichter dran an den Beschäftigten als die 75 frei gestellten Betriebsräte.

Rein ehrenamtliche Tätigkeit

Wobei Frank Paetzold, Vertrauenskörperleiter bei VW, betont: „Es ist eine rein ehrenamtliche Tätigkeit.“ Die Vertrauensleute hätten weder Privilegien noch besonderen Kündigungsschutz. „Sie opfern ihre Freizeit für Weiterbildungen.“ Wichtig sei ein guter Draht zu ihren Kollegen und zum Betriebsrat: „Dank der Vertrauensleute informieren wir in 60 bis 90 Minuten alle Bereiche des Werks“, betont Hartwig Erb. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Etwa bei Tarifverhandlungen oder Bildungsangeboten.

Müssen einiges aushalten können

Die Kehrseite der Medaille: „Die Vertrauensleute sind die Ersten, die das Gemecker von Kollegen abbekommen“, berichtet Frank Paetzold. „Sie müssen einiges aushalten können.“ Richtig heftig sei es zu Beginn des Diesel-Skandals gewesen. Der übrigens nach wie vor nachwirkt, gepaart mit den Problemen bei der Zulassung von Motoren nach WLTP-Verfahren: „Viele VW-Mitarbeiter sind unsicher, wohin die Reise geht. Die Leute haben Angst um ihre Existenz.“ Hier müsse man als IG Metall einerseits beraten, andererseits aber auch Druck auf die Unternehmensführung ausüben: „Wir hoffen, dass es bald wieder eine Fünf-Tage-Woche gibt“, so Erb.

Von Carsten Bischof