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Volkswagen VW zufrieden mit ersten Testfahrten in Hamburg
Wolfsburg Volkswagen VW zufrieden mit ersten Testfahrten in Hamburg
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07:00 18.09.2019
Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister, in einem autonom fahrenden e-Golf auf einer Teststrecke in Hamburg. Quelle: Friso Gentsch
Hamburg/Wolfsburg

Die ersten Tests liefen erfolgreich: Volkswagen zieht eine positive Zwischenbilanz der bisherigen Fahrten mit einer Flotte von fünf voll automatisiert fahrenden e-Golf in Hamburg. Die Wagen seien selbst im dichten Großstadtverkehr sicher und ohne Zwischenfälle unterwegs gewesen. Davon konnten sich jetzt auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und der Hamburger Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Michael Westhagemann, bei einer Mitfahrt in einem Testwagen überzeugen.

Bundesverkehrsminister Scheuer fährt im voll automatisierten e-Golf

Bundesminister Andreas Scheuer sagte: „Das automatisierte und vernetzte Fahren bietet nicht nur neue Möglichkeiten für den Stadtverkehr und den ÖPNV, sondern auch für mehr Sicherheit und Klimaschutz.“ Seit März dieses Jahres nutzt Volkswagen für die Tests einen Teilabschnitt der von der Hansestadt eingerichteten Strecke für automatisiertes und vernetztes Fahren (TAVF). Zu den Ergebnissen sagt der Leiter der Volkswagen Group Innovation, Dr. Axel Heinrich: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Testfahrten. Bisher sind keine kritischen Situationen aufgetreten. Unter allen Umständen hat sich das Fahrzeug bisher regelkonform verhalten. Vor allem die Kommunikation vom Auto zu den vernetzten Ampeln der ausgewiesenen Teststrecke mittels WLANp-Technologie funktioniert hervorragend und sorgt für besseren Verkehrsfluss.“

Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer als größte Herausforderung

Während der Fahrten stellte vor allem das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer eine besondere Herausforderung an die Testflotte dar. Die automatisierten Funktionen der Fahrzeuge hätten aber selbst bei hohem Verkehrsaufkommen schnell sichere Lösungen gefunden. Die e-Golf-Flotte, mit der unter realen Bedingungen automatisiertes Fahren bis Level 4 in einer deutschen Großstadt getestet wird, wurde von Volkswagen Group Innovation aufgebaut. Bei den Tests stehen sowohl die technischen Möglichkeiten als auch die Anforderungen an die städtische Infrastruktur im Vordergrund.

15 Laptops im Kofferraum

Die eingesetzten e-Golf verfügen über elf Laser-Scanner, sieben Radare und 14 Kameras. Bis zu fünf Gigabyte pro Minute beträgt der Datenaustausch bei den regelmäßigen Testfahrten, die sich jeweils über mehrere Stunden erstrecken. Dafür steckt die Rechenleistung von rund 15 Laptops im Kofferraum des e-Golf. Die enorme Rechenleistung sowie präzise Sensortechnik sorgen dafür, dass Fußgänger, Fahrradfahrer, andere Autos, Kreuzungen, Vorfahrtsregeln, parkende Fahrzeuge und Fahrstreifenwechsel im fließenden Verkehr auf kürzesten Distanzen und in Millisekunden erfasst werden.

Künstliche Intelligenz kommt zum Einsatz

Trotz der Vielfalt und Komplexität der Informationen muss die künstliche Intelligenz der Fahrzeugsoftware alle relevanten Objekte wahrnehmen und reagieren, darf aber keinen falschen Alarm auslösen. Dabei wird mit unterschiedlichen Ansätzen für künstliche Intelligenz gearbeitet – unter anderem mit Deep Learning, neuronalen Netzwerken und Mustererkennungsverfahren.

Noch ist immer ein Testfahrer mit an Bord

So ganz ohne Menschen, sind die Fahrzeuge allerdings noch nicht unterwegs. Aus Sicherheitsgründen sitzt bei den Testfahrten in Hamburg durchgehend ein besonders geschulter Testfahrer am Lenkrad, der alle Fahrfunktionen fortwährend überprüft und im Notfall eingreifen kann.

Forschungsprojekt in Wolfsburg

Neben Hamburg wird auch in Wolfsburg zunehmend zum Testfeld für voll automatisiertes Fahren. Um den urbanen Verkehrsfluss weiter zu erforschen, werden die Volkswagen Konzernforschung und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ab dem 30. September und bis einschließlich 3. November im Rahmen des europaweiten Projektes „L3 Pilot“ den Kreisverkehr Breslauer- und Grauhorststraße in Wolfsburg aus unterschiedlichen Perspektiven aufzeichnen. Die Auswertung daraus lässt Volkswagen in die Analyse und Modellierung von digitalen „Voraussagemodellen“ für hochautomatisierte Fahrzeuge einfließen.

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