Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Volkswagen Alle großen Ingenieurdienstleister in Wolfsburg haben jetzt Betriebsräte
Wolfsburg Volkswagen Alle großen Ingenieurdienstleister in Wolfsburg haben jetzt Betriebsräte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:45 26.03.2019
Bertrandt in Tappenbeck: Als letzter großer Entwicklungsdienstleister in der Region haben die Beschäftigten des Unternehmens einen Betriebsrat gewählt. Quelle: IG Metall Wolfsburg
Wolfsburg

Mit dem Auto-Entwicklungsdienstleister Bertrandt haben jetzt alle großen Ingenieurbetriebe in der Region einen Betriebsrat. Die IG Metall Wolfsburg sieht sich damit am Ziel einer mehrjährigen Kampagne für mehr Mitbestimmung in der zuvor gewerkschaftlich kaum organisierten Branche. „Unser nächstes Ziel muss jetzt die Durchsetzung von möglichst guten Arbeitsbedingungen in den Betrieben sein“, sagt Ricarda Bier von der Geschäftsführung der IG Metall.

Rund 15.000 Beschäftigte in der Region arbeiten bei Entwicklungsdienstleistern

Als letzter großer Entwicklungsdienstleister (EDL) in der Region wählte kürzlich die Bertrandt Technologie GmbH in Sassenburg und Tappenbeck erstmals eine Arbeitnehmervertretung. Wie auch bei den übrigen Entwicklungsdienstleistern unterstützte die IG Metall in fachlichen, strategischen und politischen Angelegenheiten den Wahlvorstand und das gewählte Gremium. Rund 15.000 Beschäftigte arbeiten allein im Bereich der Wolfsburger IG-Metall-Geschäftsstelle in der Entwicklungsdienstleister-Branche, davon rund 3000 bei IAV in Gifhorn und mehr als 2300 an unterschiedlichen Standorten unter dem Dach von Bertrandt. Vor allem Volkswagen und andere Automobilhersteller lagern Teile ihrer Entwicklungsarbeit, etwa im Bereich der Automobilelektronik, immer häufiger an externe Entwickler aus.

Lesen Sie auch: IGM nimmt Ingenieur-Dienstleister ins Visier

Die Branche boomt – von gewerkschaftlicher Organisation profitierten die Betriebe bisher allerdings so gut wie nie. „Die IG Metall setzt sich seit drei Jahren mit einem eigenen Team für die Beschäftigten bei den Entwicklungsdienstleistern ein“, sagt Ricarda Bier. „Das hat sich ausgezahlt.“ Dass sich nun auch die Belegschaft des letzten großen EDL-Betriebs dazu entschieden habe, den Weg der Betriebsratsgründung zu gehen, sieht sie als Bestätigung der Arbeit der IG Metall.

„Wir haben mehr Demokratie in die Region gebracht“

Auch Kai-Martin Winter, der als zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Wolfsburg die Betriebsratsgründung bei der rund 620 Mitarbeiter starken Bertrandt Technologie GmbH betreute, zeigt sich erfreut: „Wir konnten die Anzahl von Betriebsräten in der EDL-Branche innerhalb von kurzer Zeit fast verdoppeln. Wir haben mehr Demokratie in die Region gebracht.“ Bei Bertrandt konnten die Mitarbeiter über 13 Betriebsratsmandate entscheiden. Zum Vorsitzenden wurde Tobias Hoppe gewählt. Jetzt geht es laut Winter darum, die Betriebsräte für ihre Arbeit zu schulen. Die Geschäftsführung von Bertrandt stehe dem Prozess nach anfänglicher Skepsis durchaus positiv gegenüber, so Winter.

„Dass ein starker Betriebsrat für mehr Zufriedenheit unter den Mitarbeitern sorgt und die Innovationskraft im Unternehmen stärkt, ist erwiesen“, bekräftigt Bier. „Auch die Bertrandt Technologie GmbH wird von der Betriebsratsgründung profitieren.“

Von der Redaktion

Der Mann wurde offenbar von einem Schaltschrank erschlagen. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es laut Polizei nicht.

26.03.2019

Im VW-Dieselskandal drehte sich bislang alles um die Frage: Was wusste Ex-Chef Winterkorn wann? Im Musterverfahren der VW-Investoren gegen den Autogiganten wird aber klar, dass es nicht nur auf Winterkorns Erkenntnisse ankommt.

25.03.2019

Hätte VW die Märkte früher über den Diesel-Betrug informieren müssen? Das Musterverfahren dazu wird am Montag nach vier Monaten Unterbrechung fortgesetzt – aktuell geht es um die Informationspflicht des Unternehmens. Im Raum stehen fünf Milliarden Euro Schadensersatz.

25.03.2019