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Velpke/Lehre Klein, aber beliebt: Wochenmarkt mit nur zwei Ständen
Wolfsburg Velpke/Lehre Klein, aber beliebt: Wochenmarkt mit nur zwei Ständen
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06:01 26.01.2019
Einer der beiden letzten Mohikaner: Nur noch zwei Stände harren seit Jahren auf dem Velpker Wochenmarkt aus.
Einer der beiden letzten Mohikaner: Nur noch zwei Stände harren seit Jahren auf dem Velpker Wochenmarkt aus. Quelle: Steffen Schmidt
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Velpke

„Nur für Kenner“ steht auf dem Schild des Verkaufswagens der Roßschlachterei Knoche & Sohn. Und dieser Slogan könnte gut auch zum gesamten Velpker Wochenmarkt passen. Denn wer nicht weiß, dass jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr Markt ist auf dem kleinen Parkplatz direkt vor der katholischen Kirche an der Oebisfelder Straße, der wird ihn als solchen wahrscheinlich gar nicht erkennen.

Seit Jahren nur noch zwei Stände

Lediglich zwei Stände bieten hier noch regelmäßig ihre Waren an. Neben der Roßschlachterei ist es noch ein Stand für griechische Spezialitäten. Seit ungefähr drei Jahren harren Heidemarie Lorenz und Jabbar Ghareb schon als Alleinunterhalter auf dem Markt aus, bieten bei Wind und Wetter ihre Köstlichkeiten an.

Nach und nach verschwanden die Beschicker

„Früher war der ganze Parkplatz voll mit Ständen“, erinnert sich Ghareb. Heute mache er im Vergleich zu den Hochzeiten des Markts nur noch die Hälfte an Umsatz. Dennoch: „Wenn es sich überhaupt nicht lohnen würde, wären wir nicht mehr hier.“

Auch Heidemarie Lorenz hat noch andere Zeiten vor Augen. Von Anfang an beschickt sie den Velpker Wochenmarkt, der früher noch an anderer Stelle im Dorf zu finden war, dort, wo jetzt eine Reihe von Einkaufsmärkten steht. „Nach und nach gingen den Beschickern dann die Leute aus“, weiß sie zu berichten.

Markt lebt von Stammkunden

Spaß mache es ihr in Velpke aber immernoch. Grund dafür sind die vielen Stammkunden. „Die kommen mich nach Feierabend auf eine Pferdewurst oder jetzt im Winter auf einen Glühwein besuchen, wir werden gemeinsam alt“, scherzt sie, die von vielen nur „Hilde“ gerufen wird.

Einer von ihnen ist Thomas Lindemann. „Wir Velpker sind froh über unseren Markt. Wo sonst kriegt man noch eine leckere gegrillte Pferdewurst.“ Dafür kämen die Leute auch von außerhalb freitags nach Velpke, berichtet er und fügt an: „Wir würden Hilde vermissen, wenn sie nicht mehr da wäre.“

Feste Anlaufstelle in Velpke

Das sieht auch Velpkes Ortsbürgermeister Mark Kreutzberg so. „Das ist ein fester Anlaufpunkt für die Velpker, es wäre sehr traurig, wenn das komplett wegfallen würde.“ Die Gemeinde werde jedenfalls alles tun, um den kleinen Markt zu halten. Mit „Hilde“ Lorenz und Jabbar Ghareb hat Kreutzberg deshalb einen Wunsch gemeinsam: „Es wäre schön, wenn sich noch weitere Verkäufer finden würden.“ Für ausreichend Laufkundschaft wäre dank der beiden letzten „Mohikaner“ jedenfalls gesorgt.

Von Steffen Schmidt