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Velpke/Lehre Ganz besondere Weihnachten für Sandra Pobloth
Wolfsburg Velpke/Lehre Ganz besondere Weihnachten für Sandra Pobloth
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20:00 23.12.2018
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg,Stammzellenspenderibn Sandra Pobloth hat Nachricht bekommen, dass es "Ihrem" Patienten gut geht Quelle: Boris Baschin
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Velpke

Für die Velpkerin Sandra Pobloth ist Weihnachten 2018 ein ganz besonderes Fest: Im Sommer hat sie Stammzellen für eine leukämiekranke Frau gespendet – jetzt hat sie erfahren: Der Frau geht es gut, sie hat das Krankenhaus verlassen. „Ein kleines Weihnachtswunder“, strahlt die 37-Jährige.

„Ein kleines Weihnachtswunder

Den Anfang nahm das Weihnachtswunder vor fast fünf Jahren: Die Mitarbeiterin der Kita „Kleine Strolche“ ließ sich „einfach so“ bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) als Spenderin typisieren – drei Monate später bekam Pobloth ihre Spenderkarte und hörte nichts mehr von der DKMS. Bis Februar 2018: Die DKMS meldete sich und bat um eine Blutanalyse. Kurze Zeit später der Rückschlag: Der Patientin ging es nicht gut, die Spende wurde auf Eis gelegt. Im Juli ging’s dann doch los: Sandra Pobloth fuhr in die Entnahmeklinik nach Dresden: „Nach dreieinhalb Stunden an der Stammzellen-Entnahmemaschine war alles vorbei“, berichtet sie.

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Zu Beginn gab es Komplikationen

In ihrem Kopf aber fing es erst an zu arbeiten: „Monatelang hat es in meinem Hinterkopf genagt, wie es der Patientin wohl geht. Immerhin gab es zu Beginn ja Komplikationen.“ Nach drei Monaten – erst dann ist es erlaubt – fragte sie bei der DKMS nach, wie es der Patientin geht. Vor wenigen Tagen kam die Antwort: „Der Patientin geht es den Umständen entsprechend gut“, erzählt Pobloth freudestrahlend. „Ich fühle mich erlöst und befreit. Man fühlt sich ja die ganze Zeit über irgendwie verbunden.“ Denn, so die Velpkerin: Nach der Stammzellentransplantation sei die Patientin ja ein genetischer Zwilling von ihr. „Wenn ich daran denke, bekomme ich eine Gänsehaut“, sagt sie. „Ich freue mich so unwahrscheinlich für diese Frau.“ So große Folgen für so wenig Aufwand.

Sie will die Empfängerin kennen lernen

Nach rund zwei Jahren können sich Spender und Empfänger kennen lernen – wenn beide es wollen. „Ich will es auf jeden Fall“, betont Sandra Pobloth. „Ich bin neugierig.“ Bis jetzt weiß sie nur: Die Patientin ist eine Frau, Mitte 30 und deutsch.

Doch jetzt feiert sie mit Kindern und Lebensgefährtem erst einmal Weihnachten. Ein bisschen fröhlicher, auch nachdenklicher als sonst. Und mit einem Lächeln im Gesicht.

Von Carsten Bischof

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