Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Velpke/Lehre 40 000 Menschen wechselten an einem Tag von Ost nach West – und umgekehrt
Wolfsburg Velpke/Lehre 40 000 Menschen wechselten an einem Tag von Ost nach West – und umgekehrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:30 03.12.2019
Riesige Freude nach dem Mauerfall in den Orten Grafhorst, Velpke und Oebisfelde. Quelle: Archiv
Velpke/ Vorsfelde

Jahrzehntelang war die Grenze zwischen Büstedt und Oebisfelde hermetisch abgeriegelt durch den Eisernen Vorhang, der die Bundesrepublik und die DDR voneinander trennte. Dann kam der 26. November 1989: Morgens um 6 Uhr öffnete sich der bisherige Grenzriegel für alle Besucher aus dem Westen – für viele Menschen ein bewegender Augenblick.

Kontakte über Mauern hinweg durch Sport und Schule

Bis zur deutschen Teilung bildete der Bereich Vorsfelde/Velpke/Oebisfelde eine gemeinsame Region mit unzähligen Kontakten aller Art. „Ob Sport, Wirtschaft oder Schule, es gab viele Beziehungen besonders zu Oebisfelde“, sagt der Vorsfelder Ortsbürgermeister Günter Lach. Um so härter hatte viele Menschen die Teilung getroffen.

Alljährlich wurde im westlichen Grenzdorf Büstedt zu Weihnachten ein leuchtender Tannenbaum aufgestellt, als Gruß für die Menschen und früheren Freunde jenseits der Grenze. Ein symbolischer Akt, ohne wirkliche Hoffnung auf eine Wiedervereinigung in absehbarer Zeit.

Delegation unter Werner Schlimme reiste zur Büstedter Brücke

Doch es sollte anders kommen. Der Trubel und der Jubel waren am 26. November, einem Sonntag, gewaltig. Viele Menschen aus der Samtgemeinde Velpke und aus Wolfsburg waren nach Büstedt geströmt, um dieses historische Ereignis zu feiern – erstmals durften Westdeutsche über die geöffnete Büstedter Brücke nach Oebisfelde. Die Wolfsburger Delegation wurde von Oberbürgermeister Werner Schlimme angeführt, auf Oebisfelder Seite war unter anderem Eberhard Kuhnert dabei, Mitglied der DDR-Volkskammer.

Der 9. November ist ein historisches Datum – an dem Tag fiel die deutsch-deutsche Mauer endgültig. Tausende Menschen aus der DDR strömten auch in die Volkswagenstadt und wurde mit offenen Armen empfangen.

Der Andrang war groß, als die Grenze sich um 6 Uhr mit dem symbolischen Durchschneiden eines rot-weißen Bandes öffnete: „Eine Karawane strömte gen Oebisfelde“ titelte die WAZ.

Mauerfall: Menschen lagen sich in den Armen, Kirchenglocken läuteten

Viele Menschen lagen sich auf beiden Seiten der Grenze in den Armen, die Oebisfelder Kirche St. Katharinen ließ die Glocken läuten, der Sekt floss ebenso wie viele Tränen, auch die bittere Kälte, Regen und Schneefall konnten die Stimmung nicht trüben. Im Sitzungszimmer des Oebisfelder Rathauses gab es ein „Ost-West-Frühstück“, eine großes Transparent mit der Aufschrift „Oebisfelde grüßt die Samtgemeinde Velpke“ leuchtete in der Dunkelheit dieses Morgens. Später folgte dann ein Empfang im Rathaus von Velpke. „Das waren bewegende Momente“, sagt Edith Schünemann, damals Bürgermeisterin von Velpke.

Lesen Sie auch:

Insgesamt wechselten an diesem Tag rund 40 000 Menschen von Ost nach West, meistens zu Fuß, aber auch in einem der 2500 Autos, die die Polizei zählte. Die Folge waren kilometerlange Staus. „Die Autoschlange reichte weit über Oebisfelde hinaus“, erinnert sich Ulrich Pettke, heute Vorsitzender des Heimatvereins Oebisfelde. „Da herrschte wirklich Volksfeststimmung“.

DDR-Bürger durften auch weiterhin über Oebisfelde in den Westen kommen, in die andere Richtung war das für Westbürger zunächst nur am 26. November möglich - das sollte sich aber ganz schnell ändern, wie so vieles vor 30 Jahren.

Von Carsten Baschin

Eine neue Rutsche, ein Turm mit Kletternetz und viel Sand: auf dem neuen Spielplatz in Grafhorst können sich Kinder austoben. Eine Kita-Leitung bemängelt jedoch die Sicherheit des Kletterturms.

02.12.2019

Insgesamt 13 Blätter braucht ein Kalender. Genauso viele Kindergärten und Grundschulen gibt es in der Gemeinde Lehre. So machte man sich gemeinsam ans Werk.

02.12.2019

Auf dem Sportplatz des Velpker SV soll unter anderem ein größeres Fußballfeld aus Kunstrasen und eine neue Beachvolleyball-Anlage gebaut werden. Im Dezember entscheidet darüber der Rat.

29.11.2019