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Velpke/Lehre Origineller Gottesdienst: Mit Sofa in die Kirche
Wolfsburg Velpke/Lehre Origineller Gottesdienst: Mit Sofa in die Kirche
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18:01 20.05.2019
Klappstühle, Gartenmöbel und Liegestühle: Zum „Baustellengottesdienst“ in der fast fertig restaurierten St. Andreas Kirche in Velpke brachte jeder seinen eigenen Stuhl mit. Quelle: Britta Schulze
Velpke

Ein rotes Sofa, Liegestühle, Anglersessel, dazu Malervlies am Boden und ein Baugerüst mitten im Kirchenschiff: Den Besuchern des Gottesdienstes in der Velpker St. Andreas Kirche bot sich am Sonntag ein wahrlich ungewöhnlicher Anblick. Das lag zum einen daran, dass sich das altehrwürdige Gotteshaus zum ersten Mal nach der fast abgeschlossenen Restauration für eine Veranstaltung öffnete und zum anderen an für eine Kirche höchst kuriosen Sitzmöbeln, welche die noch fehlenden Bänke ersetzten.

Was in Hannover geht, klappt auch in Velpke

Pastorin Tanja Klettke hatte aus der Not eine Tugend gemacht und die Velpker eingeladen, zum Gottesdienst ihren eigenen Stuhl mitzunehmen. Und diese waren der Einladung gerne gefolgt: Rund 60 Menschen jeden Alters pilgerten mit den unterschiedlichsten Sitzmöbeln ausgestattet in die Kirche. Inspiration für diesen besonderen Gottesdienst hatte Klettke in Hannover gefunden. „Der Kirchenvorstand in Mackendorf hat dann gefragt: Warum machen wir das nicht auch in Velpke? Und dann hab ich mich gefragt: Ja warum machen wir das nicht in Velpke?“, berichtete die Pastorin zu Beginn des Gottesdienstes.

Der Stuhl im Mittelpunkt

So ungewöhnlich das Setting, so kreativ auch der Gottesdienst. Alles drehte sich irgendwie um den Stuhl. Schon der Weg zur Kirchenpforte war dekoriert mit Klappstühlen, an denen bunte Zettel mit Zitaten zu diesem Sitzmöbel befestigt waren. „Ich habe da mal ein bisschen recherchiert, in der Bibel und überhaupt“, schmunzelte Klettke. Eine Kostprobe: „Gott geb mir die Geduld eines Stuhls. Er hält jeden Arsch aus!“

Unbequeme Bänke gegen Kirchenschlaf

In ihrer Predigt blickte Klettke zurück in die Vergangenheit. Bis zur Reformation habe es überhaupt keine Sitzgelegenheit in den Kirchen gegeben. „Die Protestanten hatten aber einen Hang zu langen Predigten, da wurden dann Bänke benötigt“, erzählte sie. „Und die sind mit Absicht etwas unbequem, um dem manchmal wohlverdienten Kirchenschlaf vorzubeugen.“

Auch ein Stuhl erzählt Geschichten

Mit Blick auf die verschiedenen Sitzmöbel lieferte Klettke eine Analogie auf die Individualität der Menschen. „Vielleicht ist es der Liegestuhl, der an den ersten Camping-Urlaub der Familie erinnert? Vielleicht der alte Küchenstuhl, auf dem man viele interessante Gespräche geführt hat? So einzigartig der Stuhl, so einzigartig auch sein Besitzer“, so Klettke. Und genau das sei das Schöne: „Mann muss seine Individualität nicht an der Kirchentür abgeben. Alle sind Teil der Gemeinschaft.“

Kirchenbänke kommen am 19. Mai zurück

Den Reaktionen der Besucher war abzulesen: Das Experiment war geglückt. „Wirklich schön. Aber wir probieren hier in Velpke sowieso gerne Neues“, sagte ein Kirchgänger. Die Bänke kommen aber dennoch wieder zurück. Am Sonntag, 19. Mai, um 10 Uhr ist jeder herzlich eingeladen, mitzuhelfen. Und – das war zu erwarten – auch aus dieser Pflichtaufgabe macht die Velpker Kirchengemeinde wieder eine Tugend: Das Putzen und Einräumen der Bänke geht mit einem kleinen Grillfest einher.

Von Steffen Schmidt

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