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Velpke/Lehre Wie alt ist eigentlich Flechtorf?
Wolfsburg Velpke/Lehre Wie alt ist eigentlich Flechtorf?
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00:21 15.06.2019
Burg Campen, auch Schloss Campen in Flechtorf: Das Flechtorf alt ist, ist leicht zu erkennen. Aber wie alt genau? Quelle: Roland Hermstein
Flechtorf

Während die allermeisten Menschen genau wissen, wie alt sie sind und wann sie ihren Geburtstag feiern dürfen, ist das bei Orten nicht ganz so einfach. Ganz aktuell hat Flechtorf mit diesem Problem zu kämpfen. Für das Dorf an der Schunter liegen gleich vier verschiedene, mögliche „Geburtsdaten“ vor. Bei drei von ihnen stände in relativ kurzer Zeit eine große Jubiläumsfeier an. Doch wann soll denn nun gefeiert werden?

Vier verschiedene „Geburtstage“ zur Auswahl

„Wir haben laut unserer Dorfchronik vier verschiedene Daten zur Auswahl“, beschreibt Ortsbürgermeisterin Edelgard Hahn das Problem. Doch an welchem orientieren? 925, 1022, 1100 oder 1129: Aus all diesen Jahren gibt es wohl – vorausgesetzt die Ersteller der Flechtorfer Dorfchronik haben korrekt recherchiert – urkundliche Erwähnungen der Siedlung. Die Schwierigkeit: In allen Erwähnungen werde für Flechtorf ein anderer Name verwendet, erklärt Hahn.

Historiker soll beauftragt werden

Um für Klarheit in der Altersfrage zu sorgen, will der Flechtorfer Ortsrat professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Hildesheimer Historiker Dr. Alexander Dylong soll der Sache auf den Grund gehen und daneben auch die Flechtorfer Dorfchronik aktualisieren und fortschreiben. „Herr Dylong hat sich auf der letzten Ortsrats-Sitzung bereits vorgestellt“, informiert Hahn. Der Historiker wird ein preisliches Angebot für seine Dienstleistung vorlegen, über das der Ortsrat dann entscheiden wird.

Das Problem der kleinen Dörfer

Aktiv geworden ist der Fachmann also noch nicht, schlau gemacht hat er sich aber bereits. „Ich habe mit dem Ortsheimatpfleger gesprochen und schon einmal die Chronik überflogen“, so Dylong. Sollte ihm der Auftrag erteilt werden, werde er zuerst die bisher bekannten urkundlichen Erwähnungen überprüfen. „Dazu sind Recherchen im Landesarchiv Wolfenbüttel und eventuell auch in den Bistumsarchiven notwendig“, erklärt der Historiker. Er kennt die Flechtorfer Probleme genau. „Bei großen und im Mittelalter bedeutenden Städten gibt es bereits Quelleneditionen, bei kleineren Dörfern ist oftmals kaum etwas dokumentiert“, erklärt Dylong. „Auch weil die Leute früher selten lesen und schreiben konnten.“

Urkundliche Erwähnung ist nicht gleich Gründung

„Ortsjubiläen sind sehr schwer zu datieren“, weiß auch Professor Arnd Reitemeier, Historiker an der Uni Göttingen und Direktor des Instituts für historische Landesforschung. „Nur höchst selten gibt es ein klares Gründungsdatum. Vielfach wird in einem völlig anderen Kontext ein Ort erwähnt, etwa weil ein Hof verkauft wurde. Alternativ wird in einer Urkunde eine Person erwähnt, die aus dem Ort kommt oder stammt“, erklärt der Fachmann. All dies habe mit der Gründung nichts zu tun, sondern zeige, dass der Ort existiert – aber eben auch nicht mehr.

Flechtorf ist kein Einzelfall

Solche Fälle seien die Regel und keineswegs die Ausnahme. „Die Wissenschaft hat deswegen die häufig undankbare Aufgabe, Bürgermeister darauf hinzuweisen, dass ein ’Jubiläum’ auf tönernen Füßen steht und sich häufig auf ein eher vages Ereignis bezieht, also gar kein ’echtes’ Jubiläum ist“, erklärt Reitemeier.

Den Flechtorfern dürfte das egal sein. Edelgard Hahn: „Ich hoffe auf 925. Dann können wir in Ruhe die 1100-Jahr-Feier vorbereiten“.

Von Steffen Schmidt

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