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Stadt Wolfsburg Nach Panik in Einkaufszentrum: Bewährungsstrafe für Wolfsburger Youtuber
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Nach Panik in Einkaufszentrum: Bewährungsstrafe für Wolfsburger Youtuber
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12:34 16.08.2019
Ein Böllerwurf führte im Dezember in Dortmund zu einer Massenpanik. Die Verantwortlichen, ein 17-jähriger Wolfsburger Youtuber und sein 18-jähriger Komplize aus Helmstedt, wurden jetzt schuldig gesprochen. Quelle: dpa
Wolfsburg

Der 17-jährige Wolfsburger Youtuber, der im Dezember in Dortmund Jugendliche dazu anstiftete, in einem belebten Einkaufszentrum einen Böller zu zünden, ist am Freitag vom Amtsgericht in Wolfsburg zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Seinen Komplizen, ein 18-Jähriger aus Helmstedt, erwarten ein viertägiger Dauerarrest sowie 80 Stunden gemeinnützige Arbeit. Beide Angeklagte hatten ihre Tat zugegeben und kamen deshalb trotz der Anklage auf gefährliche Körperverletzung mit einer vergleichsweise milden Strafe davon.

Böllerwurf löst Massenpanik aus

Die beiden Angeklagten hatten Jugendlichen Geld geboten, damit diese sogenannte „Polen-Böller“ in der Dortmunder Thier-Galerie zündeten. Die Explosion führte zu einer Massenpanik, bei der sich zahlreiche Besucher des Einkaufszentrum verletzten. Die Angeklagten filmten die Tat, um sie anschließend auf dem Youtube-Kanal des Wolfsburgers zu veröffentlichen.

Finanzielle Interessen vor Gesundheit der Mitmenschen gestellt

Genau das war auch der Grund dafür, weshalb der Wolfsburger härter verurteilt wurde. Er sei nach Auffassung des Gerichts die treibende Kraft hinter der Tag gewesen, und habe seine Interessen, das Video gewinnbringend auf seinem Youtube-Kanal zu veröffentlichen, vor die Gesundheit der Geschädigten gestellt. Mit 350.000 Followern nehme er aus Sicht des Gerichts zudem Vorbildfunktion ein, die er zu seinem finanziellen Vorteil nutzen wollte. Da der Angeklagte sich während es Prozesses allerdings glaubhaft reuig zeigte, beließ es das Gericht bei einer Bewährungsstrafe. Hinzu kommt allerdings ein Dauerarrest von zwei Wochen sowie 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit und mehrere Beratungsgespräche bei „streetlife“.

Youtuber erwarten zahlreiche Schermzensgeldzahlungen

Finanziell dürfte auf den 17-jährigen Wolfsburger allerdings noch einiges zukommen. Da er mit seinem Youtube-Kanal, bei dem er meistens anderen Leute Streiche spielt, über ausreichendes Einkommen verfügt, muss er die Prozesskosten tragen. Zudem erwarten ihn zahlreiche Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche der Geschädigten.

Von Steffen Schmidt

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