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Stadt Wolfsburg Zweiklassengesellschaft bei Mietpreisen in Wolfsburg
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Zweiklassengesellschaft bei Mietpreisen in Wolfsburg
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18:59 21.09.2019
Blick auf Wolfsburg: 60 Prozent der Mietwohnungen gehören drei Wohnungsbaugesellschaften. Quelle: Matthias Leitzke
Wolfsburg

In Wolfsburg sind die Mieten in den vergangenen vier Jahren um 8,5 Prozent gestiegen. Das geht aus Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor. Damit liegt die VW-Stadt im landesweiten Trend teils drastischer Preissteigerungen. Im benachbarten Braunschweig beispielsweise stiegen die Mieten um 6,4 Prozent, in Lüneburg müssen pro Quadratmeter 9,52 berappt werden. Das größte Problem ist allerdings: die Wohnungsnot. Der Leerstand liegt aktuell bei 0,5 Prozent.

Linke spricht von „Mietenwahnsinn“

Von „Mietenwahnsinn“ spricht die Wolfsburger Linken-Bundestagsabgeordnete Pia Zimmermann angesichts der jüngsten Zahlen. Die Stadt Wolfsburg erklärt dagegen: „Die Mieten bleiben bezahlbar“. Und bezieht sich dabei auf eine eigene Marktanalyse. In Wolfsburg gebe es die besondere Situation, dass die drei Wohnungsgesellschaften Neuland, Volkswagen Immobilien und Allertal Immobilien etwa 60 Prozent der Mietwohnungen in Wolfsburg besitzen.

Mieten von 21.500 Wohnungen untersucht

Überregionale Vergleichsstudien wie die des Bundesinnenministeriums lieferten häufig andere Daten und bildeten nur einen sehr kleinen Teil des Wolfsburger Mietwohnungsmarktes ab, weil sie die Besonderheit mit den drei großen Wohnungsbaugesellschaften nicht berücksichtigen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Für die aktuellste Untersuchung der Stadt seien Mieten von mehr als 21 500 Wohnungen ausgewertet geworden.

Drei Gesellschaften drücken den Preis

Die Marktanalyse zeige, dass mit einer durchschnittlichen Miete von 6 Euro pro Quadratmeter die Wohnungen der Wohnungsgesellschaften immer noch günstig sind. Mit durchschnittlich 6,85 Euro pro Quadratmeter lägen die wiedervermieteten Wohnungen der Wohnungsgesellschaften deutlich unter den Angebotsmieten, die etwa über das Portal ImmobilienScout24 für Wolfsburg angeboten werden. Laut Daten der Investitions- und Förderbank Niedersachsen lag bei diesen Wohnungen die Miete bei durchschnittlich 8,70 Euro pro Quadratmeter.

Größtes Problem ist die Wohnungsknappheit

Das größte Problem derzeit ist allerdings die Wohnungsknappheit: Die Leerstandsquote von lediglich 0,5 Prozent bedeutet praktisch Vollvermietung. Dennoch findet Bewegung auf dem Wohnungsmarkt statt, nicht zuletzt durch die Wohnbauoffensive der Stadt Wolfsburg.

10.000 neue Wohnungen bis 2025

„Mit unserer städtischen Wohnungsgesellschaft Neuland, aber auch mit Unterstützung von Volkswagen Immobilien und der Genossenschaft Allertal Immobilien sorgen wir als Stadt für günstige Mietwohnungen. Allerdings ist der größte Preistreiber für den Wohnungsmarkt die Wohnungsknappheit. Deshalb arbeiten wir weiterhin an unserem Ziel, 10.000 neue Wohneinheiten bis 2025 auf den Weg zu bringen“, sagt Oberbürgermeister Klaus Mohrs.

Kritik von den Linken

Die Linken-Abgeordnete Zimmermann sieht das ganz anders: „Es ist unerträglich, dass Senioren und Familien mit normalen Einkommen kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden. Die Mieterinnen und Mieter werden schleichend enteignet, indem sie immer mehr von ihren Löhnen und Renten für die Wohnung ausgeben müssen.“ Ein Mietendeckel sei nötig, um vor Verdrängung und Armut zu schützen.

Forderung nach regionalen Höchstmieten

Vorgelegt hatte das Bundesinnenministerium die aktuellen Zahlen zur Mietpreisentwicklung übrigens nach einer Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Victor Perli. Er spricht sich dafür aus, nach dem Berliner Vorbild die aktuellen Mieten auf dem jetzigen Stand für fünf Jahre einzufrieren und regionale Höchstmieten festzulegen.

Von Michael Lieb

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