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Stadt Wolfsburg Wolfsburgs schönste Osterspaziergänge
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburgs schönste Osterspaziergänge
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08:00 20.04.2019
Schönster Fleck im Hasselbachtal: Die WAZ-Redakteurin hat ihren Lieblingsplatz schon gefunden. Quelle: Gero Gerewitz
Wolfsburg

 Faust hat Frühlingsgefühle: In Goethes „Faust. Eine Tragödie“ macht Doktor Faust einen Osterspaziergang und findet vor den Toren der Stadt seine Lebensfreude wieder. Sein begeisterter Monolog wird heute oft als eigenständiges Gedicht behandelt.

Goethes „Osterspaziergang“

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

durch des Frühlings holden, belebenden Blick.

Im Tale grünet Hoffnungsglück.

Der alte Winter in seiner Schwäche

zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dorther sendet er, fliehend, nur

ohnmächtige Schauer körnigen Eises

in Streifen über die grünende Flur.

Aber die Sonne duldet kein Weisses.

Überall regt sich Bildung und Streben,

alles will sie mit Farbe beleben.

Doch an Blumen fehlts im Revier.

Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen

nach der Stadt zurückzusehen!

Aus dem hohlen, finstern Tor

dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feiern die Auferstehung des Herrn,

denn sie sind selber auferstanden.

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,

aus Handwerks- und Gewerbes Banden,

aus dem Druck von Giebeln und Dächern,

aus der Strassen quetschender Enge,

aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht

sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge

durch die Gärten und Felder zerschlägt,

wie der Fluss in Breit und Länge

so manchen lustigen Nachen bewegt,

und, bis zum Sinken überladen,

entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges ferner Pfaden

blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel.

Hier ist des Volkes wahrer Himmel.

Zufrieden jauchzet gross und klein:

Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832)

Die WAZ hat den Frühlingstext als Inspiration genommen und die schönsten Osterspaziergänge in und um Wolfsburg zusammengetragen. Hier kann jeder Fausts Frühjahrsfreude nachfühlen.

„Im Tale grünet Hoffnungsglück“: Das Hasselbachtal

Oben ein hellgrünes Blätterdach, unten der weiche, sonnengesprenkelte Boden: Das Hasselbachtal liegt mitten in Wolfsburgs wunderschönem Stadtwald. Gemeinsam mit den ersten Hummeln kann man hier durch das noch ganz frische Grün spazieren, den Vögeln zuhören und den Geruch von warmem Holz genießen.

Wer einen großen Stein mit der Aufschrift „Steimker Berg“ und einem Pfeil findet, ist schon ganz nah dran an einer der schönsten Ecken. In einer Biegung des Hasselbachs öffnen sich plötzlich die Bäume und geben den Blick auf eine große Sumpfwiese frei. Weil ein kluger Landschaftsplaner an dieser Stelle zwei Bänke platziert hat, können Spaziergänger hier wunderbar Pause – oder ein kleines Picknick – machen und dabei den Bach und die fast mangrovenartigen Wurzeln im Wasser bestaunen – besonders jetzt im Frühling: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“, würde Goethe sagen.

Ein weiterer Vorteil des Hasselbachtals: Genau an dieser Stelle führt der Brunnen- und Quellwanderweg entlang. Wanderer können sich zwischen der acht, zehn und 14 Kilometer langen Route entscheiden – schön sind sie alle.

Und für Kinder lohnt es sich, Ausschau zu halten: Angeblich wohnt hier im Hasselbachtal die kleine Waldfee Schimmerie Harztropf aus den Kinderbüchern von Nicole Schaa.

Der Wald grünt und bietet herrliche Aussichten. So schön haben es Spaziergänger zu Ostern am Hasselbach:

„Aus Handwerks- und Gewerbes Banden“: Der Drömling bei Vorsfelde

Als hätte Goethe das heutige Vorsfelde gekannt: Wer sich hier durchs Gewerbegebiet Sudammsbreite gequält hat, findet sich plötzlich mitten im Naturschutzgebiet wieder. Der Weg führt über einen fröhlich plätschernden Bach, dann führen helle Schotterwege schnurgerade bis auf den Horizont zu. Gesäumt werden sie von hohen Birken, knospenden Sträuchern und violetten Taubnesseln. Neben den Gräben längs des Weges rauscht leise das Schilf, hinter dem sich mit lautem Platschen Frösche ins Wasser plumpsen lassen.

Nicht direkt Teil des Naturschutzgebiets, aber dennoch drollig zu beobachten, sind die Kühe eines angrenzenden Hofs. Sie sind in dieser Woche das erste Mal nach dem Winter wieder auf die Weide gekommen. Wer Rinder für träge hält, sollte hier mal ein Weilchen zusehen: Gierig stürzen sich die Kühe auf das satte Gras, schubsen sich gegenseitig an und lassen tatsächlich ein paar fröhliche Sprünge sehen.

Mit ein bisschen Glück begegnen Flaneure hier auch Schafhirten, die ihre Herde vor sich her treiben – und wenn man gerade keine trifft, kann man statt Schafen zur Beruhigung auch Schnecken zählen, es gibt genug von ihnen. Ruhesuchende und Feuchtwiesenfans kommen im Drömling jedenfalls voll auf ihre Kosten.

Hinter Vorsfelde geht es ins Naturschutzgebiet Drömling. Hier finden Spaziergänger an Ostern Ruhe, weite Felder und fröhliche Kühe.

„Jeder sonnt sich heute so gern“: Der Ilkerbruch

Die Kröten wissen schon, warum sie hier so gerne wandern – der Ilkerbruch ist aber auch ein wunderschönes Gelände für Zweibeiner, seien es Menschen oder Vögel. An sonnigen Ufern kann man gut die Beine hochlegen – oder genüsslich die Flügel spreizen.

Zwar führt kein Weg bis ganz an den Rand des Ilkerbruchsees, denn hier darf das liebe Federvieh ganz in Ruhe residieren. Doch dank Beobachtungshütte und Aussichtsturm können Spaziergänger trotzdem den Ausblick aufs Wasser genießen. Auf sandigen Landzungen sonnen sich hier Enten, Gänse, Schwäne und Kormorane, und auch Reiher lassen sich ab und an blicken. Folgt man den Bienen, Libellen und Schmetterlingen ein Stück weiter um den See herum, entdeckt man außerdem ein Storchennest, das gerade tatsächlich von einem verliebten Storchenpärchen bewohnt wird.

Was der Weg um den See sonst noch bietet: Blümchen am Bachufer, verwachsene Bäume und glückliche Ponys. Die Fahrt über die Wolfsburg-Gifhorn-Tangente lohnt sich also besonders für Naturliebhaber und Vogelfreunde. Wer ein Fernglas oder eine Kamera mit Teleobjektiv dabei hat, wird noch mehr Freude an dem Ausflug haben.

Hier finden Osterspaziergänger ein einzigartiges Naturschutzgebiet mit Libellen, Schmetterlingen und Störchen.

Von Frederike Müller

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