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Stadt Wolfsburg Radieschen, Salat und Tomaten: Das ist Wolfsburgs erster urbaner Garten
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Radieschen, Salat und Tomaten: Das ist Wolfsburgs erster urbaner Garten
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00:23 28.06.2019
Urban Gardening: In den Höfen arbeiten alle zusammen an einem Gartenprojekt mit Gemüsepflanzen aller Art. Quelle: IfZ
Stadtmitte

Radieschen, Salat, Tomaten, Auberginen, Spinat, Kohlrabi – einiges an selbstgezogenem Gemüse wächst schon in grünen Pflanzenboxen auf der Anlage. Ein Wildkräuterbeet, insektenfreundliche Blühpflanzen und Bienenboxen folgen in Kürze. Und all das passiert mitten in der Stadt. Der erste Urbane Garten Wolfsburgs entsteht aktuell im Stromhof.

Um die Pflege des neuen so genannten „Urban Gardenings“-Projekts kümmert sich zurzeit noch das mittlerweile siebenköpfige Kernteam des Instituts für Zukünfte aus Wolfsburg. Doch das soll möglichst schnell geändert werden. „Der Garten ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Jeder kann sich an dem Projekt beteiligen und wir wollen vor allem auch die Nachbarschaft ins Boot holen“, erklärt die 23-jährige Leonie Matt.

Weitere Mitstreiter gesucht

Denn genau darum geht es bei dem Projekt. Der urbane Garten soll nicht nur seinen Teil zu nachhaltiger Ernährung und der Verbesserung des Stadtklimas beitragen, sondern auch einen Raum für Begegnungen und soziales Miteinander auf öffentlicher Fläche bereitstellen, schildert Daniele Lauriola den Gedanken hinter dem Projekt. Weitere Mitstreiter sind genauso willkommen wie Sachspenden in Form von nicht mehr gebrauchtem Gartenmaterial – von der Harke bis zu einer kleinen Laube. Kontakt kann über die Website www.institutfuerzukuenfte.de aufgenommen werden.

Die Menschen zeigen Interesse

Die Resonanz aus der Bürgerschaft ist bisher durchaus positiv. „Jedes Mal wenn ich da bin, kommt jemand vorbei und fragt mich zum Projekt aus. Die Reaktionen waren dabei eigentlich immer gut“, erzählt Luisa Slotwinsky. „Die Leute wollen gerne einen Garten, bloß der Raum dafür in der Stadt fehlt“, ist sie überzeugt. Das so genannte„Urban Gardening“-Projekt soll zeigen, dass in Zeiten rarer Flächen, Gärten auch gemeinschaftlich genutzt werden können.

Projekt passt ins Neuland-Konzept

Positiv ist die Reaktion auch seitens der Neuland. Denn das Projekt passt nicht nur perfekt in die derzeitige Klimaschutzdebatte, sondern auch in die Quartierskonzepte der Wolfsburger Wohnungsbaugesellschaften. „Die Zusammenführung von Nachbarschaften ist genau unserer Anknüpfungspunkt“, sagt Ann-Kathrin Wulkow, Stiftungsmanagerin der Neuland-Stiftung Wohnsionäre.

Hier eine Bilder-Galerie zum „Urban Gardening“:

Das Institut für Zukünfte, ein 2018 gegründetes Netzwerk, das sich für Nachhaltigkeit einsetzt, legte jetzt mit Unterstützung der Neuland den ersten urbanen Garten Wolfsburgs in den Höfen an.

Das Institut hatte sich mit der Idee an Wulkow gewandt, diese hatte den Kontakt zur Neuland und zur Stadt hergestellt. „Die jungen Leute vom Institut haben uns sehr beeindruckt. Sie sind ehrgeizig und das Projekt ist gut durchdacht“, lobt Wulkow. „Wir unterstützen sie gerne weiter mit Rat und Tat.“

Weitere Kooperation denkbar

So zum Beispiel beim weiteren Ausbau des Projekts. Denn im Moment ist der Urbane Garten nur „eine Testfläche auf kleinen Raum“, wie es Daniele ausdrückt. „Aber wir können hier Sachen ausprobieren und wertvolle Erfahrungen sammeln.“ Die Neuland-Stiftung jedenfalls kann sich eine weitere Kooperation durchaus vorstellen. So wurde seitens der Stiftung an die Wohnungsbaugesellschaft weitergeben, bei neuen Projekten zu prüfen, wo ein Urbaner Garten mitumgesetzt werden könnte. „Das hängt aber natürlich auch mit den Kapazitäten zusammen, die das Institut hat. Die jungen Leute sind ja alle auch beruflich tätig“, so Wulkow.

Expansionspläne werden geschmiedet

Potenzial scheint aber genug da zu sein. Beim jüngsten Stammtisch im Amsel-Kaffee fanden sich fast 20 Wolfsburger jeden Alters ein, um sich vom Institut über die Zukunftspläne und den urbanen Garten informieren zu lassen. Sie alle waren interessiert daran, das Projekt mitzugestalten und sogar auszubauen. Kooperationen mit Altenheimen, Schulen, Bürgerinitiativen, Patenschaftsmodellen für Firmen bis zur Expansion in Stadtteile wie den Rabenberg, Detmerode oder Westhagen wurde dort bereits ins Spiel gebracht.

Ein Garten auf dem Aalto-Kulturhaus?

Das Institut, das erst 2018 von Daniele, Leonie und Luisa gegründet wurde und sich mit nachhaltigen Lebensweisen auseinandersetzt, stellte derweil schon die neueste Vision vor: Ein Urbaner Garten mit Café auf dem Dach des Aalto-Kulturhauses und regelmäßige Events könnten das einstige Zentrum des kulturellen Lebens wieder aufwerten. Die Idee wollen sie bald an die Stadt herantragen.

Pop-Up-Restaurants geplant

Vor der Expansion soll es aber zunächst mal mit dem Pilot-Garten in den Höfen konkret weitergehen. Neben der „Beackerung“ sind Events mit einem Pop-Up-Restaurant, wo die eigene Ernte verarbeitet und dann angeboten werden soll, um Aufmerksamkeit und Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit zu erzeugen. Dafür will man versuchen, einen Profi-Koch zu gewinnen. „Vielleicht das aqua – wir denken halt groß“, lacht Daniele. Bisher sind sie damit gut gefahren.

Was ist Urban Gardening?

Urbaner Gartenbau, auch „Urban Gardening“ genannt, ist per Definition die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten. Die nachhaltige Bewirtschaftung der gärtnerischen Kulturen, die umweltschonende Produktion und ein bewusster Konsum der landwirtschaftlichen Erzeugnisse stehen im Vordergrund. Urban Gardening findet man mittlerweile in fast allen Großstädten dieser Welt. Die Bewegung hat ihre Wurzeln in den New Yorker Gemeinschaftsgärten der Siebzigerjahre - grüne Oasen auf innerstädtischen Brachen mit Blumenbeeten und Gemüseanbau zur Selbstversorgung. Daraus haben sich verschiedenen Konzepte wie Interkulturelle Gärten, City Farms, Nachbarschaftsgärten, Kinderbauernhöfe, Schulgärten oder Guerilla Gardening entwickelt. Bei den verschiedenen Gartenmodellen in Deutschland, Amerika und anderen europäischen Städten steht die Verschönerung und Bereicherung des Lebens in der Stadt und die Herstellung neuer Gemeinschaften im Vordergrund. In den Ländern der dritten Welt wird Urban Gardening als Strategie der Armutsbekämpfung eingesetzt – auch von der Welthungerhilfe. Ganze Slums und Favelas versorgen sich auf diese Weise selbst. Aus ökologischer Sicht schont Urbane Landwirtschaft Umwelt und Ressourcen, indem Transportwege für Nahrungsmittel eingespart werden und von Grünflächen aufgebrochenen Betonwüsten leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Luftqualität, zur Verbesserung des Stadtklimas und zur Erhaltung der Biodervisität. Aus sozial-politischer Sicht beleben insbesondere gemeinschaftlich genutzte Gärten den öffentlichen Raum und schaffen neue Orte der Begegnung und des Austauschs. Nicht zuletzt sind städtische Gärten auch Mini-Modelle für die Städte der Zukunft, in denen Nahrungsmittelanbau und Stadtleben wieder stärker miteinander verwoben werden.

Von Steffen Schmidt

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