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Stadt Wolfsburg Wolfsburger sollen bei Nordkopf-Planung mitreden
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburger sollen bei Nordkopf-Planung mitreden
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17:53 12.11.2019
Architektonisches Highlight aus der Feder der Larsen-Planer: Das Spiegel-Gebäude in der Hamburger Hafencity. Quelle: Bodo Marks (dpa)
Wolfsburg

Sie haben New York einen neuen Times Square geschenkt, gestalten in Danzig die Kaiserliche Werft um, haben das spektakuläre Gebäude des „Spiegel“ in der Hamburger Hafencity konzipiert – und jetzt nehmen sich die Kopenhagener Büros Henning Larsen Architects und Gehl Architects den Wolfsburger Nordkopf vor. Am Dienstag skizzierten Vertreter der beiden Büros den Weg, den sie gemeinsam mit dem Investor Signa, der Stadt und VW gehen wollen.

„Vielleicht wollen die Menschen am Kanal Tango tanzen?“

Wichtigstes Credo aller Beteiligten: Der neue Nordkopf soll auf keinen Fall an den Wolfsburgern vorbei gestaltet werden. „Uns ist sehr wichtig, dass wir ausprobieren, was die Menschen hier wollen und brauchen“, sagt David Sim, Creative Director von Gehl Architects. In New York habe man geschlagene acht Jahre lang getestet, ob der Times Square mit weniger Autos und viel mehr Raum für Fußgänger nicht besser für die New Yorker sei.

„Vielleicht wollen die Menschen hier ja am Kanal Tango tanzen?“: So wie in dieser Animation könnte es künftig in Wirklichkeit am Nordkopf aussehen. Quelle: Animation: Henning Larsen Architecs

Am Ende kam genau das heraus: Die Menschen, so zeigte der Langzeitversuch, wollen den Platz als Aufenthaltszone nutzen. „So ähnlich wollen wir das hier auch machen, wir fangen gerade an, Wolfsburg kennen zu lernen – vielleicht wollen die Menschen hier ja am Kanal Tango tanzen?“, meint Sim und zeigt eine Animation, auf der Pärchen auf einem hölzernen Ponton auf dem Mittellandkanal tanzen.

Die skandinavischen Architekten stellten ihre Ideen für den Nordkopf vor. Quelle: Boris Baschin

Erstes sichtbares Teilprojekt in einem Jahr

Acht Jahre Zeit zum Sondieren werden die Planer indes nicht haben. „Wir wollen im Frühjahr ein erstes Konzept haben, das wir dem Rat der Stadt vorlegen können“, sagt Signa-Projektleiter Peter Kern. Und Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) geht noch einen Schritt weiter: „In einem Jahr sollten wir das erste sichtbare Teilprojekt gestartet haben.“ Das erste konkrete Zeichen, dass die Nordkopf-Planung startet, ist in Kürze an Ort und Stelle zu sehen: Im Cube neben dem Hauptbahnhof wird Signa ein Projektbüro eröffnen, der Einzug läuft bereits.

Kleine Experimente sind schnell umsetzbar

Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) sagt, er sehe es als Aufgabe der Stadt an, die Beteiligung der Bürger an der Entstehung des neuen Stadtquartiers zu organisieren. Aber die Planer aus Skandinavien haben dazu Ideen, die weit über die üblichen kommunalen Kanäle hinausgehen. „Beim Wiederaufbau von Christchurch nach dem Erdbeben haben wir die Einwohner um Vorschläge gebeten – wir bekamen mehr als 100 000 Ideen zugeschickt, und 90 Prozent waren richtig gut“, schildert David Sim. Kleine, originelle Experimente seien in Wolfsburg schon sehr schnell umsetzbar, ohne dass schon viel planerische Arbeit oder Geld investiert werden müssten.

Acht für den Nordkopf (v. li.): Klaus Mohrs, Manfred Günterberg, David Sim, Louis Becker, Kai-Uwe Hirschheide, Kathrin Binder, Dennis Weilmann und Peter Kern. Quelle: Boris Baschin

VW braucht eine maximal attraktive Stadt

Für die dänischen Planer ist Wolfsburg ein extrem spannendes Pflaster und mit keiner Stadt vergleichbar, in der sie zuvor gearbeitet haben. „Normalerweise werden wir engagiert, weil zum Beispiel eine Industriefläche neu genutzt werden soll oder weil eine Stadt Probleme hat, die sie lösen muss“, sagt Larsen-Chefdesigner Louis Becker. In Wolfsburg hingegen laufe die Industrie auf Hochtouren, und der Stadt gehe es ebenfalls gut – umso spannender sei es, herauszufinden, welche Bedürfnisse der neue Nordkopf erfüllen muss.

Der Bedarf von VW steht schon relativ fest: Der Konzern braucht eine maximal attraktive Stadt, damit möglichst viele der dringend benötigten Fachkräfte gern nach Wolfsburg umsiedeln. „Der Nordkopf ist ein hochinteressantes Quartier direkt gegenüber dem Headquarter des weltgrößten Autobauers“, betont Wolfsburg-AG-Vorstand Manfred Günterberg. Das Areal habe somit nicht nur für die Stadt größte Bedeutung, sondern auch für Volkswagen selbst.

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Von Stefanie Gollasch

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