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Stadt Wolfsburg Wolfsburger Reinigungskräfte streiken für Weihnachtsgeld
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburger Reinigungskräfte streiken für Weihnachtsgeld
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20:00 19.11.2018
Legten Wischtuch und Besen nieder: Die Reinigungskräfte der Neuen Schule trafen sich zum Streik. Quelle: Roland Hermstein
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Wolfsburg

Die Schüler und Schülerinnen der Neuen Schule werden am Dienstag in dreckige Klassenzimmer gekommen. Die Reinigungskräfte, die hier sonst täglich putzen, haben am Montag gestreikt. Auch einige Büros, Sporthallen und Friedhofsgebäude in Wolfsburg blieben wegen des bundesweiten Warnstreiks für Weihnachtsgeld ungeputzt.

Bislang gibt es in der Branche kein tarifliches Weihnachtsgeld. Damit gehört sie zu einer Minderheit: Fast 80 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben in Deutschland bekommen die jährliche Sonderzahlung.

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Gestaffeltes Modell auch für Teilzeitbeschäftigte

Die Gewerkschaft IG Bau verlangt für die rund 450 000 gewerblichen Gebäudereiniger eine zusätzliche Zahlung von rund der Hälfte eines Monatslohns, bei längerer Betriebszugehörigkeit soll es bis zu 70 Prozent geben. Teilzeitbeschäftigte sollen in einem ähnlichen Modell entsprechend ihrer Arbeitszeit beteiligt werden. Für einen Teilzeitbeschäftigten im ersten bis dritten Jahr mit 84,5 Stunden monatlich wären das zum Beispiel 412 Euro.

„Wir arbeiten jeden Tag – das wäre nur gerecht“

„Wir wünschen uns das Weihnachtsgeld, damit unsere Leistung belohnt wird“, erklärte Ilona Karolek, die seit 2009 in der Neuen Schule putzt und inzwischen Vorarbeiterin ist. „Der Job ist körperlich sehr anstrengend und wir arbeiten jeden Tag – das wäre nur gerecht.“

Der Warnstreik ist eine Reaktion auf die Arbeitgeber, die sich bislang nicht gesprächsbereit gezeigt hatten. Dabei verwiesen die Arbeitgeber auf bereits vereinbarte Lohnerhöhungen, die im Laufe des Jahres 2020 zu gleicher Bezahlung in den Tarifgebieten West und Ost führten. Daneben sei wirtschaftlich kein Spielraum für ein 13. Monatsgehalt, hieß es in einer Mitteilung vom 9. November.

Gewerkschaft: Arbeitgeber wollten den Streik verhindern

Mit dem Warnstreik wollte die IG Bau die Arbeitgeber eigentlich überraschen, doch der Plan sei offenbar durchgesickert, berichtet Claudia Keil von der IG Bau: „Am Freitag kamen schon Arbeitgeber zu den Beschäftigten in die Objekte, um ihnen den Streik auszureden.“

Von Frederike Müller

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