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Stadt Wolfsburg Wolfsburger Lehrer soll autistischen Achtjährigen geohrfeigt haben
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburger Lehrer soll autistischen Achtjährigen geohrfeigt haben
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20:51 19.12.2019
Schwieriger Fall: „Nicht jeder kann mit einem seelisch kranken Kind arbeiten“, sagt die Mutter des Achtjährigen. Quelle: Foto: DPA
Westhagen

An einer Westhagener Grundschule scheint das Undenkbare passiert zu sein: Ein Lehrer habe ihren Sohn geohrfeigt, berichtet eine Mutter. Sie will nun rechtlich gegen die Schule vorgehen – Anzeige bei der Polizei hat die Wolfsburgerin bereits erstattet. Die Schule bemüht sich indes um „vollumfassende Aufklärung“.

Erfahren hat die 36-Jährige von dem Vorfall durch die Schulbegleiterin des Jungen. Der Achtjährige ist Autist und leidet an einer Angststörung. Im Unterricht soll er einen Ausraster gehabt und seinen Klassenlehrer angespuckt und geohrfeigt haben – der Lehrer habe daraufhin zurückgeschlagen.

Erst auf Nachfrage habe die Mutter von dem Fall erfahren

„Ich habe auf seiner Wange den roten Fleck gesehen“, berichtet die Mutter. Das Kind habe zwar wegen seiner Krankheit nicht viel gesagt, doch ein Anruf bei seiner Schulbegleiterin brachte den Vorfall ans Licht. Die Begleiterin habe zuvor auch die Schulleitung informiert, so die Mutter.

„Nun will er nicht mehr in die Schule gehen und bricht in Tränen aus, wenn ich es erwähne“, beklagt die 38-Jährige. Die Ohrfeige habe seine Angststörung nur noch verstärkt.

Mutter wendet sich an die Polizei

Nach diesem Vorfall wartete die Mutter zwei Tage darauf, dass die Schule sie kontaktierte. Als sich niemand gemeldet hatte, wandte die Westhagenerin sich an die Polizei und erstattete Anzeige.

Später am Tag, so erzählt sie, kamen der Klassenlehrer und die Schulleitung zu ihr auf den Parkplatz, um ein Gespräch zu suchen – doch nun war es der Mutter zu spät: „Außerdem hat der Lehrer überhaupt keine Reue gezeigt, sondern den Eindruck vermittelt, so etwas könne im Alltag eben passieren“, empört sich die Mutter. Außerdem ist sie überzeugt: „Die Schule hätte versucht, es totzuschweigen.“

Dabei ist die mehrfache Mutter gar nicht ganz ohne Verständnis: „Nicht jeder kann mit einem seelisch kranken Kind arbeiten.“ Dass aber gerade einem beliebten Lehrer, den sie vorher sehr schätzte, die Hand ausrutscht und dass er sich danach nicht reuig genug zeige, habe sie schockiert.

Mutter fordert Entlassung des Lehrers

Und auch von der Schule sei sie enttäuscht, sagt die 38-Jährige. Der Lehrer sei von der eigenen Klasse abgezogen, unterrichte aber in anderen Klassen normal weiter, berichtet sie. „Ich sehe das nicht ein. Er müsste freigestellt werden bis zur Aufklärung.“

Und damit nicht genug. Denn mit der Anzeige hofft die Mutter nicht nur auf Schmerzensgeld: „Ich gehe davon aus, dass der Lehrer dann von der Schule suspendiert wird.“

Schulleitung verspricht Aufklärung

Die Schulleitung äußert sich nicht im Detail zu dem Vorfall, versichert auf WAZ-Anfrage aber, dass der „Vorfall – auch mit Unterstützung der Niedersächsischen Landesschulbehörde – vollumfassend aufgeklärt wird“ und man „diesbezüglich auch weiterhin das Gespräch mit den Eltern suchen“ werde. Generell gelte: „Gewalt von Lehrkräften gegenüber Schülerinnen und Schülern, egal in welcher Form, ist völlig inakzeptabel.“

Eine ungewöhnliche Strafanzeige

Bei der Wolfsburger Polizei ist man über die Anzeige überrascht. „Heute werden Fälle, die an der Schule passieren, zwar eher angezeigt als früher“, sagt Sprecher Sven-Marco Claus. Doch dabei handele es sich in der Regel um Konflikte zwischen Schülern unter sich. „An Anzeigen zwischen Lehrern und Schülern könnte ich mich sonst nicht erinnern“, so Claus.

Von Frederike Müller

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