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Stadt Wolfsburg Jugendliche: Deshalb verzichte ich auf Sex vor der Ehe
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Jugendliche: Deshalb verzichte ich auf Sex vor der Ehe
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13:50 19.12.2019
Immer mehr Jugendliche treten in Freikirchen ein: Die WAZ hat mit zwei von ihnen über die Gründe gesprochen. Quelle: picture alliance / dpa
Kreuzheide

Die Mitgliederzahlen in katholischen und evangelischen Gemeinden sinken. Doch in die Wolfsburger Immanuelgemeinde treten jedes Jahr neue Mitglieder ein. Dort und in der Evangelischen Freikirche Kreuzheide engagieren sich zahlreiche Jugendliche. Wie gelingt es den Freikirchen, junge Menschen für die Kirche zu begeistern? Und auf was verzichten sie zugunsten ihres Glaubens? Die WAZ sprach mit zwei Jugendlichen.

Steigende Mitgliederzahlen in den Freikirchen

Laut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verringerte sich die Zahl der Kirchenmitglieder deutschlandweit um rund 2.36 Millionen (Jahre 1999-2017). In der katholischen Kirche ein ähnliches Bild: Die Zahl der Kirchenmitglieder sank laut der Deutschen Bischofskonferenz zwischen 2010 und 2019 um rund 3,5 Millionen Menschen. In der Wolfsburger Freikirche Kreuzheide jedochsind 115 Jugendliche im Gemeindeleben aktiv, teilt Pastor Sebastian Scalogna mit. In der Immanuelgemeinde sind es 160. Die Zahl der jugendlichen Gemeindemitglieder ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Das berichtet Jugendleiter Tobias Diener.

17-Jähriger: Ich hatte keinen Bock auf Kirche

Einer von ihnen ist Benedikt Worms (17). Jeden Sonntag geht er in die Kirche, er betet täglich und liest in der Bibel. Doch das war nicht immer so. Als Kind besuchte er wöchentlich die „Kinderstunde“ in der Immanuelgemeinde. „Aber später hatte ich keinen Bock mehr für 1,5 Stunden still Gottesdienst zu sitzen, dafür war ich zu aktiv“, erinnert sich Benedikt. 8 Jahre war er damals alt. Drei Jahre später habe wieder einen Zugang zur Kirche gefunden.

Benedikt Worms schaut in seine Bibel-App. Dort findet er jeden Tag einen Vers, der ihn über den Tag begleitet. Quelle: Nina Schacht

Jugendlicher möchte sein Leben Gott geben

Anstoß dafür war ein Buch, es handelte von einem Menschen, der sein Herz gegenüber Gott öffnete. „Das hat mich beeindruckt. Ich hatte beschlossen, dass auch ich mein Leben Gott geben möchte. Doch dann fiel ich wieder in ein Loch: ich habe nicht verstanden, dass ich von den Sünden ablassen muss“, so der 17-Jährige. Damit meint er: den Ungehorsam gegenüber seinen Eltern, seine Aggressivität und die Lügen. Dennoch ging er wieder in die Kirche. „Ich hatte ohnehin nichts anderes zu tun. Aber Anschluss bei den anderen Jugendlichen hatte ich nicht. Das änderte sich, als er einen Hauskreis besuchte.“ Dabei besprechen die Teilnehmer in Gruppen Themen rund um Gott und den Glauben. „Ich habe verstanden, dass es darum geht Gott mein Leben zu geben“, berichtet der Jugendliche.

Keine Partys, kein Sex: Jugendlicher möchte sündenfrei leben

Jetzt liest Benedikt jeden Tag in der Bibel, auf dem Weg zur Schule macht er das mit der „Bibel-App“. Dort wird ihm ein Vers des Tages vorgestellt, über den er nachdenkt. Und er versucht, so sündenfrei wie möglich zu leben. „Ich feiere keine Partys und trinke keinen Alkohol. Sich zu betrinken ist eine Sünde, auch wenn der Alkoholkonsum per se nicht schlimm ist“, sagt er. Dass er „manchmal anders als die anderen in der Schule ist“ stört Benedikt nicht. „Ich halte eben nichts vom Sex vor der Ehe. Für mich ist eine Beziehung zu einer Frau die Vorstufe zur Ehe. Dafür werde ich in der Schule natürlich auch manchmal schräg angeschaut, aber meistens sind die Reaktionen positiv und meine Freunde verstehen meine Einstellung. Ich habe durch meinen Glauben Frieden gefunden. Ich vertraue einfach auf Gott“, berichtet der Wolfsburger.

15-Jährige: In der Kirche fühle ich mich sicher und geborgen

Sex vor der Ehe? Das kommt auch für Claudia Amisadai Pérez Navarro nicht in Frage. Sie ist 15 Jahre alt. Jeden Sonntag geht sie in die Evangelische Freikirche Kreuzheide. Die gebürtige Mexikanerin kommt aus einem christlichen Elternhaus. Seit ihrem vierten Lebensjahr geht sie sonntags in die Kirche. Ihr Glaube nimmt in ihrem Leben eine große Rolle ein. „Kirche ist mir sehr wichtig, ich fühle mich hier sicher und aufgehoben“, sagt die Jugendliche. Ihren Glauben lebt sie auch außerhalb des Gotteshauses: Sie spricht nach dem Aufstehen mit Gott, betet gemeinsam vor dem Essen mit ihrer Familie und bevor sie abends ins Bett geht. „Auch vor Klassenarbeiten spreche ich mit Gott“, berichtet sie. Gemeinsam mit ihren Eltern liest sie die Bibel und hört christliche Musik.

Claudia Amisadai Pérez Navarro liest täglich in der Bibel. Quelle: Nina Schacht

Mutter ermahnt zur Enthaltsamkeit

Auch Claudia Amisadai Pérez Navarro sieht die Dinge oft anders als ihre Freundinnen. „Ich habe oft eine andere Meinung“, erklärt sie. Das führe zu Meinungsverschiedenheiten, beispielsweise beim Thema „Homosexualität“. „Ich bin gegen die Homosexualität, auch wenn ich Menschen dafür nicht kritisieren möchte“, sagt Claudia Amisadai Pérez Navarro. Und auch wenn sie sich mit ihren Freundinnen über Sex vor der Ehe unterhält, stößt sie nicht immer auf Zustimmung, wohl aber auf Verständnis. „Ich weiß, in unserer Gesellschaft ist es normal Sex vor der Ehe zu haben“, so die 15-Jährige. Aber ihre Mutter wiederhole immer wieder, dass sie enthaltsam leben solle.

Gemeinschaft ist ein Grund in der Kirche zu sein

Ihre Freundinnen nimmt Claudia Amisadai Pérez Navarro auch manchmal mit in die Kirche. „Wir unternehmen Ausflüge, auch das gehört zum Kirchenleben dazu“. Oder sie treffen sich im Jugendraum der Kirche. Sie freut sich auch auf den Gottesdienst. „Wir schauen Videos, es gibt Power-Point-Präsentationen und vor der Predigt werden Witze erzählt“, berichtet Claudia Amisadai Pérez Navarro. Die lockeren Gottesdienste und die Gemeinschaft seien unter anderem ausschlaggebend dafür, dass sie in der Kirche sei. Das sieht Benedikt Worms ähnlich. Das Freizeit-Programm der Immanuelgemeinde, die Fahrten und der starke Zusammenhalt unter den Jugendlichen seien ihm wichtig.

Von Nina Schacht

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