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Stadt Wolfsburg Nach tödlicher Messerattacke auf Ehefrau: 47-Jähriger wegen Mordes angeklagt
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Nach tödlicher Messerattacke auf Ehefrau: 47-Jähriger wegen Mordes angeklagt
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19:03 16.09.2019
An der Teichbreite: In einem Mehrfamilienhaus ereignete sich am Pfingstmontag die schreckliche Tragödie. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat jetzt Anklage wegen Mordes gegen einen 47-jährigen Wolfsburger erhoben. Der Mann soll seine Frau (45) an Pfingstmontag mit einem Küchenmesser, das eine 25 Zentimeter langer Klinge hatte, attackiert und so schwer verletzt haben, dass sie zwei Tage später im Krankenhaus starb. Die Bluttat spielte sich vor den Augen der gemeinsamen, zehn Jahre alten Tochter ab. Vorausgegangen sein soll ein Streit. Offenbar wollte sich die Frau von ihrem Mann trennen.

Der 47-Jährige habe am Abend noch einen Spaziergang an der Teichbreite gemacht, auf dem Weg etwas getrunken und sei dann in die Wohnung in dem Mehrfamilienhaus zurückgekehrt, um seine Koffer zu packen. Dann kam es zum Streit, so Staatsanwalt Hans Christian Wolters. Der Mann zog das Messer aus der Küchenschublade und stach unvermittelt auf seine zwei Jahre jüngere Frau ein. Sie flüchtete bereits verletzt in Richtung Ausgangstür.

Stich durchtrennte eine Hohlvene

Auf der Schwelle ging die Frau schließlich zu Boden. Der Mann kniete sich neben sie und stach erneut mehrfach zu. In dieser Situation kam die gemeinsame Tochter (10) ins Spiel, die versuchte ihrer Mutter zur Hilfe zu eilen, doch der Vater verpasste ihr einen Faustschlag gegen die Schulter und stieß das Kind weg. Dann holte er noch einmal aus und rammte seiner Frau das Messer in die Brust. Dieser Stich durchtrennte eine Hohlvene und führte zu massivem Blutverlust – und war laut der Obduktion später für den Tod der Frau verantwortlich.

Doch ihr Überlebenskampf war an dieser Stelle noch nicht zu Ende. Sie schaffte es noch mit letzter Kraft, sich bis zur Treppe zu schleppen. Gemeinsam stürzte das Paar dann die Treppe vom 3. in den 2. Stock hinunter. Die Frau blieb bewusstlos liegen. Der Mann dachte sie sei tot – das erklärte er zumindest später gegenüber den Ermittlern – und ging einfach zurück in die Wohnung. Dort verhaftete ihn die Polizei kurz darauf, er ließ sich widerstandslos festnehmen.

Hausbewohner verständigten die Polizei

Hausbewohner hatten die Auseinandersetzung längst mitbekommen und die Polizei verständigt. Im Nachhinein konnten sie deshalb detaillierte Angaben zur Tat machen. Die Frau wurde sofort ins Wolfsburger Klinikum gebracht und notoperiert. Zwei Tage nach der Tat starb sie dort an Multiorganversagen. Die Tochter kam zunächst in die Obhut des Jugendamtes und lebt nach WAZ-Informationen mittlerweile bei ihrem Onkel und ihrer Tante. Dort soll sie wohl auch auf Dauer bleiben können.

Der 47-Jährige sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt in Braunschweig. Er muss sich nun wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann aus niedrigen Beweggründen gehandelt hat.

Staatsanwaltschaft sieht volle Schuldfähigkeit

Dass er vor der Tat getrunken habe, werde bei der Frage nach der Schuldfähigkeit vermutlich keine Rolle spielen, so Wolters. Ein Bluttest hatte damals lediglich 0,65 Promille ergeben. Als Motiv habe der 47-Jährige angegeben, dass er seine Frau wegen der Trennung bestrafen wollte, er habe sich verraten gefühlt.

Wegen des Angriffs auf seine Tochter – die glücklicherweise keine schweren Blessuren davontrug – muss sich der Mann zudem wegen Körperverletzung und Nötigung verantworten. Wann der Prozess am Landgericht beginnt, steht noch nicht genau fest. Die Staatsanwaltschaft geht nach derzeitigem Stand von Ende November/Anfang Dezember aus.

Von Michael Lieb

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