Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Stadt Wolfsburg Schwerer Raub: Angeklagter bestreitet Messerattacke
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Schwerer Raub: Angeklagter bestreitet Messerattacke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:04 20.02.2019
Öffentliche Verhandlung: Der 35-jährige Angeklagte muss sich am Mittwoch vor dem Landgericht in Braunschweig verantworten.
Öffentliche Verhandlung: Der 35-jährige Angeklagte muss sich am Mittwoch vor dem Landgericht in Braunschweig verantworten. Quelle: Archiv
Anzeige
Wolfsburg

Vor dem Landgericht in Braunschweig hat ein wegen schweren Raubes und mehrfachen Einbruchdiebstahls angeklagte 35-Jährige am Mittwoch ein Teilgeständnis abgelegt. Den Vorwurf, er habe einen Supermarkt-Mitarbeiter in Vorsfelde mit einem Messer bedroht, bestreitet der Mann jedoch, ebenso den Diebstahl in der Wohnung der Mutter einer Bekannten.

Immer wieder Diebstahl

Um so seine Drogensucht zu finanzieren, hatte der Angeklagte aus mehreren Bekleidungsgeschäften in Wolfsburg sowie einer Drogerie Ware entwendet, war in Super- und Getränkemärkte sowie ein Restaurant in Lehre und Fallersleben eingebrochen. All diese Taten gestand er auch gestern bei der ersten öffentlichen Verhandlung. Er sei selbst geschockt gewesen, was die Drogensucht aus ihm gemacht habe. „Ich wollte mich selber der Polizei stellen, aber hatte Angst wie es mit dem Entzug und so weitergeht.“

Angeklagter bestreitet Messerattacke

Den Vorwurf, einen Supermarktmitarbeiter in Vorsfelde mit einem Messer bedroht und attackiert zu haben, nachdem dieser ihn auf frischer Tat ertappte, bestritt der Angeklagte jedoch. Er habe nie ein Messer besessen, bei dem Gegenstand habe es sich lediglich um einen Fahrradschlüssel gehandelt, erzählte er vor Gericht. Der als Zeuge geladene betroffene Mitarbeiter hielt an seiner Aussage fest, dass es sich definitiv um eine Messer gehandelt habe.

Bekannte bei Übernachtung bestohlen

Auch gegen den Vorwurf, eine Kamera und Schmuck aus der Wohnung der Mutter einer Bekannten gestohlen zu haben, verwehrte sich der 35-Jährige. „Warum sollte ich lügen? Ein Diebstahl mehr macht jetzt auch nichts mehr aus“, argumentierte er. Seine Bekannte, die ihn aus „christlicher Nächstenliebe“ für eine Nacht Obdach gewährte, war sich dennoch sicher – auch wenn das Fehlen der Gegenstände erst mehr als eine Woche später bemerkt wurde. Die geschädigte Mutter konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht als Zeugin vor Gericht erscheinen.

Sie könnte aber am Montag, 11. März, zu Wort kommen. Für diesen Tag ist ein weiterer Verhandlungstermin inklusive Urteilssprechung angesetzt.

Anklagepunkte

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Juli 2018 in verschiedenen Bekleidungsgeschäften in Wolfsburg – unter anderem in den Designer Outlets – Bekleidungsstücke gestohlen zu haben.

Aus der Wohnung einer Zeugin soll er Schmuck und eine Filmkamera im Gesamtwert von 1000 Euro entwendet haben, um diese für sich zu behalten.

In einem Supermarkt versteckte er fünf Flaschen Rum und sechs Flasche Wodka in einer mitgebrachten Sporttasche. Dabei wurde er von einem Mitarbeiter beobachtet, der ihn zunächst verfolgte und ihn schließlich aufforderte, die Sporttasche zu öffnen.

Daraufhin habe der Angeklagte ihm geantwortet: „Verpiss dich, ich habe ein Messer“. Als der Mitarbeiter ihn am Wegfahren hindern wollte, habe der 35-Jährige ein Butterfly-Messer mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge gezogen und eine Stichbewegung in Richtung der Arme des Zeugen gemacht.

Einen Monat später soll der Mann aus einer Drogerie in Wolfsburg Parfüm im Wert von rund 240 Euro entwendet haben.

Darüber hinaus wird eine weitere Anklage wegen Einbruchsdiebstahls in mehreren Fällen gegen ihn verhandelt. In verschiedenen Geschäften in Lehre und Fallersleben soll er Tabak, Alkohol und Bargeld gestohlen haben.

Von Steffen Schmidt