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Stadt Wolfsburg Sanierung und Umbau: Das ändert sich im Jugendhaus Ost
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Sanierung und Umbau: Das ändert sich im Jugendhaus Ost
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12:06 13.11.2019
Mit Sockel und Fassade geht’s los: Das „Ost“ wird gründlich erneuert. Quelle: Boris Baschin
Stadtmitte

Jahrelang hat der Aktionsrat geplant, nun geht es los: Das selbstverwaltete Jugendhaus Ost – unter Eingeweihten einfach nur „das Ost“ genannt – wird saniert. Die Stadt Wolfsburg stellt dafür ein Budget von knapp zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Kostendeckel zwingt zu Kompromissen

Dabei waren Kompromisse nötig, denn bei dieser Summe muss es bleiben. So habe der Aktionsrat beispielsweise auf eine umfassende Neugestaltung des Außengeländes verzichten müssen, erklärt Stadtjugendpfleger Gunnar Czimczik. Doch er sieht genau das positiv: „Das Sanierungsvorhaben ist für alle Beteiligten ein gutes Lernfeld.“

Das ist das Jugendhaus Ost

Das „Ost“ hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Entstanden ist das Gebäude als Teil einer Barackensiedlung. Im Ostgebäude war das Preußisches Neumessungsamt untergebracht, daneben befanden sich Stadtbaubüro und Wohnungen. Dass das heutige Jugendhaus damals auch die Heizungszentrale für die ganze Nachbarschaft beherbergte, lässt sich noch immer an den zahlreichen Kesseln und Rohren im „Heizungstrakt“ ablesen. Seit 1978 wird das Haus jedoch als Jugendhaus genutzt. Verwaltet wird es nicht von der Stadt, sondern von einem Aktionsrat aus 18- bis Mitte-30-Jährigen, die sich wöchentlich treffen. Genutzt wird das Jugendhaus allerdings auch schon von etwas jüngeren Wolfsburgern.

Das große L-förmige Gebäude beherbergt unter anderem Probenräume, in denen eine Handvoll Bands regelmäßig übt. Auch die Fridays-for-Future-Bewegung hat nutzt die Räumlichkeiten des „Ost“. Ein Teil des Außengeländes ist an den Fahrradverein Trittkraft vermietet, der sich hier eine Geländepiste angelegt hat.

Außerdem wird das Gebäude, genauer gesagt sein Veranstaltungstrakt, für Konzerte und Partys genutzt. Alternative Musik, Sub- und Jugendkulturen haben hier ein Zuhause.

Um den Betrieb des Jugendhauses so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, ist das Projekt aufgeteilt in mehrere Abschnitte. Der erste Bauabschnitt, der schon gestartet ist, umfasst die Sockelsanierung und Tiefbauarbeiten für einen Eingangsneubau und den Werkstattvorbereich sowie die Neueindeckung des Daches. Zudem werden bereits Bäume gefällt. Ein Experte hat im Vorfeld das Gelände begutachtet und Tipps gegeben, damit so wenig Bäume wie möglich schwinden müsse.

Ab Dezember sollen die Dacharbeiten starten. Im Veranstaltungssaal wird dann die Zwischendecke herausgenommen, um die Akustik zu verbessern und in Zukunft „Veranstaltungstechnik oberhalb von Kopfhöhe montieren zu können“, erklärt Felix Wendt vom Aktionsrat des Jugendhauses. Bis zum Sommer soll der Rohbau für den Anbau stehen. Und Ende 2020 soll alles fertig sein.

Aktionsrat freut sich auf ganz neuen Eingangsbereich

Neben den unbedingt nötigen Maßnahmen wie Ausbesserung von Sockel, Fassade und Dach werden aber dennoch auch ein paar besondere Wünsche erfüllt. Der Aktionsrat freut sich schon darauf, dass ein neuer Eingang mitsamt Windfang angebaut werden soll. Direkt neben der Terrasse gelegen, lädt er dann zum Sammeln und Verweilen ein, erklärt Felix Wendt.

Außerdem wird es erstmals Toiletten im Erdgeschoss geben. Damit entfallen weite Wegstrecken innerhalb des Hauses, außerdem sind die Toiletten damit erstmals auch barrierefrei zu erreichen. Und: Zwei Räume, die seit Jahren wegen Einsturzgefahr gesperrt sind, werden wieder hergerichtet. „Sie bieten viel Platz“, freut sich Wendt.

Ehemaliges Aktionsratmitglied ist jetzt Architekt und hat geholfen

Wendt ist schon seit 2012 in die Planungen eingebunden und mittlerweile 30 Jahre alt. Damals erkannten Experten den Sanierungsbedarf – und die ersten Überlegungen zum Wie und Wann starteten. Seither hat die junge Selbstverwaltung an den Plänen getüftelt. Christoph Hayn, ehemaliges Aktionsratmitglied und inzwischen Architekt, unterstützte die Gruppe dabei mit Fachwissen.

Dass es nun endlich losgeht, freut Felix Wendt sehr: „Das Ost soll für kommende Generationen bewahrt werden.“ Inzwischen ist Wendt 30 Jahre alt. „Das ist ein Projekt, das wir gern noch über die Bühne bringen würden“, sagt er. „ Nach der Einweihungsfeier werde ich aber den Stab abgeben.“

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Von Frederike Müller

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