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Stadt Wolfsburg 3500 sehr verschiedene Läufer: So schön war der Wolfsburg-Marathon
Wolfsburg Stadt Wolfsburg 3500 sehr verschiedene Läufer: So schön war der Wolfsburg-Marathon
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10:55 10.09.2019
Die Läufer beim 14. Hexad-Marathon in Wolfsburg brachten ganz persönliche Geschichten mit an den Start. Quelle: Tim Schulze
Wolfsburg

Rund 3500 Teilnehmer und 20 000 Zuschauer – das ist die Bilanz des Wolfsburg-Marathons 2019. Auch abseits des Siegertreppchens gab es unzählige Läufer mit spannenden Geschichten.

Als erster Mann kam Louis Hellmuth ins Ziel: Zwei Stunden, 46 Minuten und 29 Sekunden brauchte er für die 42,195 Kilometer. Für den 23-Jährigen ist es schon der zehnte Marathon, und auch 2017 hatte er in Wolfsburg den ersten Platz gemacht.

Wer ihn nach seinem Lauf sah, musste fast denken, er hätte stattdessen gemütlich zwei Stunden im Eiscafé gesessen: Locker trabte er über die Ziellinie, war kaum aus der Puste und schien auch sonst eher unbeeindruckt zu sein: „Es war ein solider Trainingslauf für den Bremer Marathon im Oktober“, stellte der gebürtige Wolfsburger fest. Dann allerdings will er sich so richtig anstrengen und unter die 2:35 kommen.

"Ein solider Trainingslauf für den Bremen-Marathon im Oktober": Louis Hellmuth (23) hat den Lauf über gut 42 Kilometer gewonnen. Quelle: Frederike Müller

Ganz anders reagierte die schnellste Frau des Marathons auf ihren Sieg. Martina Dannheimer brach nach dem Lauf erst einmal zusammen, allerdings nicht vor Erschöpfung, sondern vor Überwältigung. „Es bedeutet mir so viel!“, schluchzte die 41-Jährige.

Völlig überwältigt: Martina Dannheimer war die schnellste Frau - und von ihrem Ergebnis selbst überrascht. Quelle: Frederike Müller

Zwar kommt Dannheimer eigentlich aus Hamburg, doch hier gefällt es ihr mindestens genauso gut: „Ich bin totaler Wolfsburg-Fan, weil die Leute hier so genial sind! Alle feuern einen an, sogar wenn an einem Streckenposten nur ein Einzelner steht.“

Dass sie als Erste ins Ziel gehen würde, hätte sie trotzdem nicht geglaubt: „Die Zweite war so lange direkt hinter mir, dass ich irgendwann dachte: Hoffentlich überholt sie bald, damit dieser Druck endlich vorbei ist.“ Doch Dannheimer behielt die Nase vorn und lief nach drei Stunden und neun Minuten durchs Ziel.

Ob fünf, zehn, 21 oder 42 Kilometer: Weit über 3000 Teilnehmer und rund 20 000 Besucher hatten beim Wolfsburg-Marathon einen tollen Tag.

Doch der Wolfsburger Marathon ist ein Breitensport: Auch abseits der Spitzenleistungen gab es hochmotivierte und hochinteressante Läufer. Zum Beispiel beim Halbmarathon, bei dem mit etwa 1500 Läufern die meisten Teilnehmer mitmachten. Hasko Meyer ist einer von ihnen. Er lief die gut 21 Kilometer barfuß mit.

21 Kilometer ohne Schuhe: Hasko Meyer ist den Halbmarathon barfuß gelaufen. Quelle: Frederike Müller

Um sich möglichst naturgerecht zu bewegen, verzichtet der Braunschweiger schon seit Jahren auf Schuhwerk: „Nur bei der Arbeit muss ich Schuhe tragen“, räumte er ein. Probleme bereiteten ihm aber nicht die harten Straßen, sondern der Streckenabschnitt durch den Wald: „Der grobe Kies war nicht so angenehm für mich. Ich bin nicht so abgehärtet wie andere Barfußläufer.“

Wilfried Appelt ist selbst mi 81 Jahren und Halskrause nicht zu bremsen: Er machte den 61. von rund 1500 Plätzen beim Halbmarathon. Quelle: tim schulze

Auf ganz andere Art ein harter Kerl ist Wilfried Appelt aus Ronnenberg. Der 81-Jährige landete beim Halbmarathon auf Platz 61 von den rund 1500. Und das trotz Rückenproblemen: „Meine Halswirbel sind kaputt. Mein Orthopäde hat gesagt, wenn ich schon unbedingt weiterlaufen muss, dann wenigstens mit Halskrause.“

Der jüngste Fünf-Kilometer-Läufer: Jonam Weiß (re.) ist erst zehn Jahre alt und hat weniger als 25 Minuten gebraucht. Quelle: Frederike Müller

Am anderen Ende der Alters-Skala lief der Wolfsburger Jonam Weiß, mit nur zehn Jahren der jüngste Fünf-Kilometer-Läufer des Tages. „Mein Vater ist Lehrer. Einer seiner Zehntklässler hat letztes Jahr 25 Minuten geschafft. Und ich wollte schneller sein“, berichtete er. Und das ist ihm gelungen: Am Ende stand eine stolze 24 vorm Komma.

Zufrieden sind auch die Organisatoren. „Ich habe selten so eine entspannte Veranstaltung erlebt“, meint Jan Poguntke vom VfL. Für das nächste Jahr hoffen die Veranstalter schon jetzt auf über 4000 Teilnehmer.

Alle Ergebnisse des diesjährigen Laufs finden sich im Internet unter

Alle Ergebnisse des Wolfsburg-Marathons 2019

Von Frederike Müller

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