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Stadt Wolfsburg Kostenloser Stromspar-Check: Sozialprojekt gerät durch Corona ins Stocken
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Wolfsburg: Kostenloser Stromspar-Check gerät durch Corona ins Stocken

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10:55 11.09.2020
Matthias Nagel (links) und Sascha Hassel beraten zusammen mit weiteren Kollegen, wie im Haushalt Strom eingespart werden kann. Quelle: Robert Stockamp
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Wolfsburg

Wer in Wolfsburg unterhalb der Pfändungsgrenze lebt, kann sich kostenlos beraten lassen, wie er oder sie Strom einsparen kann. Dabei kommen im Schnitt mehr als 300 Euro Ersparnis heraus. Momentan haben die Stromsparchecker allerdings Probleme, ihre Kundschaft zu erreichen.

Matthias Nagel und Sascha Hassel sind zwei der Berater, die in Wolfsburg in die Haushalte gehen, um dort nach Einsparpotenzial zu schauen. „Oft können die Menschen schon durch ein verändertes Verhalten viel einsparen“, erklärt Nagel. Lange Duschzeiten sind zum Beispiel ein Klassiker oder auch die richtige Einstellung des Fernsehers.

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Auch das Heizverhalten wird häufig mit großem Effekt korrigiert

Die Berater haben aber auch kleinere Produkte, die kostenlos direkt eingesetzt werden können um die Energiekosten zu senken, wie etwa Energiesparlampen oder Wassersparduschköpfe. Auch das Heizverhalten wird häufig mit großem Effekt korrigiert. „Wir haben schon Rückmeldungen bekommen, dass in einzelnen Haushalten bis zu 800 Euro im Jahr eingespart wurden“, erzählt Sascha Hassel.

Für ihn, Nagel und die weiteren aktiven Berater ist der Stromspar-Check auch persönlich eine Chance. Eingesetzt werden hier nur Langzeitarbeitslose, die so wieder an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt werden sollen. „Man hat endlich wieder etwas zu tun und tut dabei auch noch etwas Gutes“, beschreibt Hassel seine Motivation.

Doch genau dieses „Gutes tun“ ist derzeit schwierig. Die meisten Menschen, die den kostenlosen Service in Anspruch nehmen dürfen, wurden über einen Stand im Jobcenter akquiriert. Das ist wegen der Corona-Beschränkungen derzeit nicht möglich.

Zu den Personen, die den Stromspar-Check in Anspruch nehmen dürfen, gehören Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld sowie Menschen, die einen Kinderzuschlag erhalten oder einen Sozialpass besitzen. Auch Rentner mit einem niedrigen Einkommen sind berechtigt.

Gefördert wird das Projekt deutschlandweit durch das Bundesumweltministerium

„Im Prinzip ist jeder berechtigt, der finanziell unterhalb der Pfändungsgrenze liegt“, fasst Hartmut Leitner von der Wolfsburger Interessengruppe Sozialhilfe zusammen. Der Verein steuert zusammen mit der Wolfsburger Energieagentur den Stromspar-Check in Wolfsburg. Gefördert wird das Projekt deutschlandweit durch das Bundesumweltministerium. Bundesweiter Träger ist der Caritasverband.

Auf lokaler Ebene ist man nun auf der Suche nach weiteren Multiplikatoren, um noch mehr Menschen zu erreichen. „Ich bin mir sicher, dass es noch viele Menschen in Wolfsburg gibt, die von dem Stromspar-Check profitieren könnten“, betont Maja Sprotte von der Wolfsburger Energieagentur.

Bisher ist das Projekt ein großer Erfolg. Schon rund 500 Haushalte wurden beraten. So sparen diese Menschen jetzt viel Geld und tragen zum verminderten CO2-Ausstoß bei.

Wer einen Termin für eine Beratung vereinbaren möchte, kann sich direkt an Matthias Nagel wenden unter Telefon (05361) 702 37 63 oder mobil unter 0179 / 219 86 18 sowie per E-Mail an stromspar-check@energieagentur-wolfsburg.de.

Von Robert Stockamp