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Stadt Wolfsburg Wolfsburg gedenkt Holocaust-Opfern auf Sara-Frenkel-Platz
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburg gedenkt Holocaust-Opfern auf Sara-Frenkel-Platz
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13:12 10.11.2018
Gedenken an die Holocaust-Opfer: Kranzniederlegung auf dem Sara-Frenkel-Platz. Quelle: Roland Hermstein
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Stadtmitte

Synagogen brannten, Juden wurden verhaftet und ermordet – die Reichpogromnacht jährte sich am Freitag zum 80. Mal. Daran erinnerte die IG Metall mit einer Kranzniederlegung am Sara-Frenkel-Platz. Die Gedenkfeier war gleichzeitig der Auftakt zur Antifa-Woche, die bis zum 15. November in verschiedenen Veranstaltungen das Thema „Populismus“ beleuchtet. Sich früh mit rechten Tendenzen und aufkommendem Faschismus zu beschäftigen, sei wichtig – darin waren sich alle Redner einig.

Gewerkschaften in der Verantwortung

„Vor fünf Jahren hätte ich nie gedacht, dass dieses Thema so aktuell für uns wird“, gab Oberbürgermeister Klaus Mohrs zu. Deshalb seien Veranstaltungen wie die Antifa-Woche in diesen Zeiten noch wichtiger als sonst. Die IG Metall sieht sich und andere Gewerkschaften besonders in der Verantwortung: „Wir müssen immer den Finger in die Wunde legen“, so der Erste Bevollmächtigte Hartwig Erb.

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Paetzold bittet um Verständnis

Frank Paetzold, VW-Vertrauenskörperleiter, bat um Verständnis für die Menschen, die ihre Heimat wegen Krieg, Hunger und Perspektivlosigkeit verlassen und nach Deutschland kommen: „Würden wir nicht auch da hin gehen, wo es besser ist?“ Für Superintendent Christian Berndt ist das Datum der Reichpogromnacht „eine Mahnung zur Barmherzigkeit“.

Wolfsburg, Sara-Frenkel-Platz, Kranzniederlegung, Start der Antifa-Woche Quelle: Roland Hermstein

Auch Sara-Frenkel, Holocaust-Überlebende und Namensgeberin des Frenkel-Platzes, kam zur Gedenkfeier am Nordkopf – mit 95 Jahren. Sie erinnerte sich daran, wie sie 1938 die Reichpogromnacht in ihrer Heimat Lublin erlebte: „Viele polnische Nachharn hassten die Juden“, ließ sie von Antina Schulze (SPD) vorlesen. In der Reichpogromnacht ließen die ihrem Hass freien Lauf. Ihr Appell: „Wehret den Anfängen, mischt euch ein. So ein Leid darf sich nie wiederholen.“

Von Sylvia Telge