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Stadt Wolfsburg Einkäufe mit fremder EC-Karte: Freispruch für Angeklagten
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Einkäufe mit fremder EC-Karte: Freispruch für Angeklagten
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18:55 06.11.2018
Einkäufe mit fremder EC-Karte: Ein 43-Jähriger war wegen Computerbetrugs angeklagt. Am Ende gab es einen Freispruch. Quelle: Fotos: Boris Baschin/Archiv
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Wolfsburg

Ein 43-Jähriger soll zusammen mit einem Mittäter insgesamt 18 Mal in Wolfsburg und Umgebung mit einer fremden EC-Karte größere Einkäufe bezahlt und Bargeld von Geldautomaten abgehoben haben. Dabei war im September 2015 ein Schaden von 3031 Euro entstanden. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht ließ sich die Täterschaft für den angeklagten Computerbetrug allerdings nicht beweisen. Am Ende gab es daher einen Freispruch.

Geld am Automaten im Heinenkampf abgehoben

Der Pole, der seinerzeit in der Samtgemeinde Velpke gewohnt hatte, hatte nach eigener Aussage zwei Landsmänner bei sich aufgenommen. Mit einem von beiden war er zu einem Geldautomaten im Heinenkamp gefahren. „Ich sollte ihm zeigen, wie das Geldabheben funktioniert“, berichtete der Angeklagte. „Wenn ich gewusst hätte, dass die Karte nicht ihm gehört hat, dann hätte ich es nicht gemacht.“

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Freunde des Angeklagten waren ahnungslos

Der 43-Jährige war auch nicht stutzig geworden, als ihm sein Landsmann die Pin auf einem handgeschriebenen Zettel gab. „Es ist unüblich, für eine andere Person Geld mit deren EC-Karte abzubuchen“, hakte die Richterin nach. Der Angeklagte hätte allerdings keinen Grund gesehen, warum er seinem Landsmann nicht helfen sollte.

Mehrfach wurde mit gestohlener EC-Karte bezahlt

Laut Anklage waren immer wieder in Lebensmittelmärkten und in Baumärkten größere Beträge mit der EC-Karte beglichen worden. „Mir war nicht bewusst, dass er mit der EC-Karte bezahlt hat“, erklärte der 43-Jährige mit Blick auf den Mittäter. Ein inzwischen pensionierter Polizeibeamter (63) berichtete im Zeugenstand, dass die besagte EC-Karte aufgrund eines Fehlers der Bank falsch zugestellt worden sei. Wie letztlich der Landsmann des 43-Jährigen an die Karte gekommen war, blieb vor Gericht unklar.

Eindeutig war am Ende ein Freispruch für den 43-Jährigen. „Es gab keine Hinweise darauf, dass Sie an den Taten beteiligt waren“, sagte die Richterin. Zuvor hatten auch Staatsanwältin und Verteidiger auf einen Freispruch plädiert.

Von Jörn Graue

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