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Stadt Wolfsburg Wolfsburg: Ehemaliger Polizeichef wehrt sich gegen Verurteilung
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburg: Ehemaliger Polizeichef wehrt sich gegen Verurteilung
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12:53 24.09.2019
Bei der Verhandlung am Landgericht Braunschweig: Hans-Ulrich Podehl, ehemaliger Polizeichef in Wolfsburg. Quelle: dpa
Wolfsburg

Der ehemalige Wolfsburger Polizeichef Hans-Ulrich Podehl geht gegen seine Verurteilung wegen Bestechlichkeit vor. Sein Verteidiger, Thorsten Grunow, sagte am Dienstag, dass er für seinen Mandanten Revision eingelegt habe. Podehl war in der vergangenen Woche vom Landgericht Braunschweig schuldig gesprochen worden und soll 11 400 Euro Geldstrafe zahlen.

Eine Stelle gegen Sex angeboten?

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Ex-Polizeichef einer Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes (LKA) im Jahr 2012 eine Stelle angeboten hat, verbunden mit der Frage, ob sie bereit sei, sich „hoch zu schlafen“. Der 63-jährige Podehl weist diesen Vorwurf zurück. Ziel seiner Revision ist, dass der Bundesgerichtshof das Urteil auf mögliche Fehler überprüft.

Podehl will sich an Opfer nicht erinnern können

In dem Verfahren ohne weiteren Belastungszeugen stand im Grunde Aussage gegen Aussage. Podehl hatte sogar angegeben, keinerlei Erinnerungen an das Opfer zu haben. Die Staatsanwaltschaft jedoch sah keinen Grund, an der Aussage des Opfers zu zweifeln, obwohl sie lange geschwiegen hatte, bevor sie sich entschied, rechtlich gegen Podehls Übergriffe vorzugehen.

Gericht war der Forderung der Staatsanwaltschaft gefolgt

Dass Opfer sexueller Belästigung sich erst spät zu Wort meldeten, sei allerdings in solchen Fällen nicht unüblich, befand die Staatsanwaltschaft und forderte deshalb eine Geldstrafe von 12 000 Euro (120 Tagessätze zu 100 Euro). Weil es sich um einen minderschweren Fall handele, sei dieses Strafmaß angemessen, hatte die Staatsanwaltschaft erklärt. Podehl sei zudem durch das Verfahren und das große mediale Interesse bereits stark belastet worden und habe darüber hinaus dienstlich Nachteile erlitten.

Podehl weist Vorwürfe im Schlusswort zurück

Das Gericht war derselben Ansicht und verurteilte Podehl. Der hatte jedoch auch in seinem Schlusswort noch jede Schuld von sich gewiesen: „Ich würde niemals eine derart respektlose Aussage einer Frau gegenüber tätigen.“

Affäre schlug hohe Wellen

Mit seiner Revision hält Podehl eine gerichtliche Auseinandersetzung in Gang, die schon seit Jahren hohe Wellen schlägt: Das Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Polizeichef war im Herbst 2016 eingeleitet worden. Kurz zuvor hatte die Staatsanwaltschaft ein anderes Verfahren wegen Stalking-Vorwürfen gegen Podehl eingestellt. Die Affäre hatte Wellen bis ins Innenministerium geschlagen. Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte den Braunschweiger Polizeipräsidenten ins Ministerium zitiert. Auch im Landtag hatte Pistorius zu der Affäre Rede und Antwort gestanden.

Von der Redaktion

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