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Stadt Wolfsburg Drei Verletzte bei spektakulärer Verfolgungsjagd durch Wolfsburg
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Wolfsburg: Drei Verletzte bei spektakulärer Flucht vor der Polizei

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12:03 06.07.2020
Drei verletzte Personen: Ein 27-jähriger Mann aus Polen flüchtete in diesem Ford Kuga spektakulär vor der Wolfsburger Polizei. Quelle: Polizei Wolfsburg
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Wolfsburg

Das hätte noch schlimmer ausgehen können: Bei einer spektakulären Verfolgungsjagd durch die Wolfsburger Innenstadt haben sich am Sonntagmittag zwei Polizisten und der flüchtende Fahrer eines Ford Kuga verletzt. Der 27-jährige Mann aus Polen war vor einer Verkehrskontrolle auf der A 2 geflohen und dann mit hoher Geschwindigkeit quer durch Wolfsburg gefahren.

Fahrer entzog sich Verkehrskontrolle

Nach bisherigen Erkenntnissen war der aus Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen stammende Mann auf der A 2 in Richtung Osten unterwegs. Im Bereich der Ausfahrt Braunschweig-Ost wollte ihn eine Streife der Autobahnpolizei für eine Verkehrskontrolle anhalten. Der Fahrer des Ford Kuga widersetzte sich jedoch und fuhr grob verkehrswidrig und rücksichtslos weiter.

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Doppelt so schnell wie erlaubt

Mit sehr hoher Geschwindigkeit floh der 27-Jährige zum Teil über die Standstreifen der A 2 und A 39 in Richtung Wolfsburg, ehe er von der A39 auf die Braunschweiger Straße in Richtung Innenstadt abbog. Hier raste er weiter, fuhr teilweise doppelt so schnell wie erlaubt. Über Funk alarmierte die Autobahnpolizei die Wolfsburger Kollegen.

Fahrer fuhr in Fußgängerzone

Von der Schillerstraße und der Pestalozziallee aus folgte eine gefährliche Fahrt quer durch die Innenstadt, bei der der 27-Jährige zwischenzeitlich über die Kolpingstraße in die Fußgängerzone fuhr. „Das war gegen 11.30 Uhr. Wir können von Glück reden, dass keine Passanten verletzt wurden“, sagt Polizeisprecher Sven-Marco Claus.

Der Fahrer flüchtete über den weiteren Verlauf der Porschestraße in Richtung ZOB und in die Straße An der Vorburg. Danach ging es bis zur Dieselstraße und durch das Industriegebiet-Ost, um wieder zurück auf die Dieselstraße einzubiegen.

Zusammenprall mit Streifenwagen

Dabei durchbrach der 27-Jährige eine Straßensperre mit zwei Fahrzeugen der Polizei. Bei dem frontalen Aufprall mit einem Opel-Streifenwagen verletzten sich zwei Beamten. Die 27 und 22 Jahre alten Polizisten kamen zur ärztlichen Untersuchung ins Klinikum. Zur Schwere ihrer Verletzungen machte die Polizei am Sonntag keine Angaben.

Mann sprang aus fahrendem Auto

Auch der Ford Kuga des 27-Jährigen wurde bei dem Aufprall beschädigt, das hinderte den Fahrer jedoch nicht daran, seine Flucht fortzusetzen. Schließlich sprang er im Maybachweg aus seinem fahrenden Fahrzeug. Obwohl ihn der Kuga dabei touchierte, versuchte der polnische Fahrer weiter zu entkommen. Den Beamten gelang es letztlich jedoch, den Flüchtenden einzuholen. Er hatte noch immer nicht genug: Bei seiner Festnahme schlug er trotz eigener Verletzungen um sich.

Der Festgenommene musste ebenfalls im Klinikum medizinisch versorgt werden, ihm wurde zudem eine Blutprobe entnommen.

Ford war gestohlen

Gegen den 27-Jährigen laufen jetzt zahlreiche strafrechtliche Ermittlungen: Da die Beamten im Fahrzeug Drogen sicherstellten, ermitteln sie neben Straßenverkehrsgefährdung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr auch wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Als wäre das nicht genug, stellte sich im Zuge der Festnahme heraus, dass der Ford Kuga zuvor in Dortmund gestohlen worden war und das Kennzeichen nicht zum Fahrzeug passte. Die Polizei wirft dem 27-Jährigen daher zudem Kfz-Hehlerei und Urkundenfälschung vor.

Von Melanie Köster