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Stadt Wolfsburg Corona: Allerpark, Schillerteich und Kaufhof dürfen nicht mehr betreten werden!
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17:23 20.03.2020
Allerpark: Ab Samstagmorgen gilt ein Betretungsverbot – die Polizei fährt Kontrolle. Quelle: Roland Hermstein
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Wolfsburg

Jetzt greifen Stadt und Ordnungsamt härter durch: Ab Samstagmorgen gilt im Allerpark, rund um den Schillerteich und im Kaufhof ein Begehungsverbot. Im Klartext: Dort darf niemand mehr hingehen. Die Betretungssperre soll zwei Wochen andauern. Hintergrund: Die Stadt will das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus weiter minimieren. Außerdem gilt nun ab sofort eine Weisung des niedersächsischen Gesundheitsministeriums: Restaurants müssen ganztägig schließen, erlaubt ist nur noch Außerhausverkauf.

Unvernunft bestimmter Menschen

Die „Unvernunft bestimmter Menschen“ zwinge die Stadt zu dieser Maßnahme, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs am Freitagvormittag bei einem Pressegespräch. 90 Prozent der Wolfsburger seien vernünftig und hielten sich an die Regeln in der Corona-Krise. Zehn Prozent seien leider unvernünftig und würden diese Regeln missachten – und sich trotzdem mit mehr als zehn Leuten an beliebten Orten treffen – wie im Allerpark, am Schillerteich und im Kaufhof 1 bis 25.

Deshalb, so der Oberbürgermeister, zünde man eine „vertretbare Vorstufe zum Ausgehverbot“. Gerade Allerpark, Schillerteich und Kaufhof seien „neuralgische Punkte“, an denen sich Leute gerne treffen. Vor allem bei gutem Wetter – „und wir bekommen jetzt ja gutes Wetter“, so der OB.

Polizei schreibt Strafanzeigen

Auch Wolfsburgs Polizei-Chef Olaf Gösmann betont: „Die Appelle von hochrangigen Menschen wie etwa der Bundeskanzlerin haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht.“ Sei es auch Gleichgültigkeit, sei es, weil man es „cool“ findet – nicht alle Wolfsburger hielten sich an die Regeln. So habe es etwa zwei Strafanzeigen gegen Ladenbesitzer gegeben, die ihre Geschäfte entgegen der Vorschrift nicht geschlossen hatten. Die Folgen seien im Extremfall Geld- oder sogar Freiheitsstrafen. „Wir lassen natürlich Augenmaß gelten“ betonte Gösmann. „Aber man könne auch Strafanzeigen schreiben.“

Auch gebe es nach wie vor Ansammlungen von mehr als zehn Leuten – „was schon jetzt verboten ist“, hob er hervor. „Dabei war oft Unkenntnis im Spiel.“ Aber: So genannte „Corona-Partys“ habe es in Wolfsburg bisher nicht gegeben. Mohrs und Gösmann stellten aber auch klar: Natürlich könne man als Familie jederzeit in den Wald gehen – „aber es sollten sich eben nicht zu viele Menschen auf einmal auf zu engem Raum treffen“. Deswegen habe man schweren Herzens jetzt das Betretungsverbot für Allerpark, Schillerteich und Kaufhof ausgesprochen. Mohrs rechnet mit einer Dauer von „maximal zwei Wochen“.

Menschen vor Ansteckung schützen

Denn eines sei jetzt enorm wichtig: „Wir müssen uns schützend vor die Menschen stellen, die für uns den Buckel hinhalten“, so Mohrs. Pflegekräfte, Polizisten, Supermarktmitarbeiter, Feuerwehrleute – vor allem diese Berufsgruppen brauche man jetzt fit und gesund. Die dürften nicht mit dem Coronavirus infiziert werden – deswegen das Betretungsverbot. Um die Ausbreitung des fiesen Virus zu verlangsamen und das Klinikum vor Überforderung zu schützen.

Auch für Gastronomen in Wolfsburg werden die Einschnitte härter: Durften Restaurants bisher noch unter Auflagen zwischen 6 und 18 Uhr öffnen, gilt nun nach einer Weisung des Landesgesundheitsministeriums eine neue Regelung: Restaurants, Gaststätten und Mensen müssen schließen. Erlaubt ist für Restaurants und Lieferdienste nur noch der Außerhausverkauf für den täglichen Bedarf. „Der Verzehr ist innerhalb eines Umkreises von 50 Metern zu diesen Betrieben unzulässig“. Bezahlt werden soll aus hygienischen Gründen bargeldlos. Die Weisung gilt ab sofort bis Samstag, 18. April.

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