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Stadt Wolfsburg Bessere Ausbildungschancen für junge Alleinerziehende
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Bessere Ausbildungschancen für junge Alleinerziehende
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06:00 20.02.2019
Stellten das Projekt „Alleinerziehende“ vor (v.l.): Hartwig Erb, Nadine Müller und Kristin Panse.
Stellten das Projekt „Alleinerziehende“ vor (v.l.): Hartwig Erb, Nadine Müller und Kristin Panse. Quelle: Britta Schulze
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Wolfsburg

Es gibt Menschen, die haben es auch aufgrund ihrer Lebensverhältnisse schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Nadine Müller, die 21-jährige Mutter einer drei Jahre alten Tochter, steht dabei nur exemplarisch für viele Alleinerziehende. Speziell für diese Gruppe hat der Regionalverbund für Ausbildung (RVA) zusammen mit dem Förderverein ready4work ein neues Projekt ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist jungen, alleinerziehenden Menschen einen passenden Ausbildungsplatz zu vermitteln. Bei Nadine Müller mit Erfolg. Seit August 2018 absolviert sie eine Teilzeitausbildung: Ihr Ausbildungsbetrieb: Der RVA.

Jobcenter konnte der Alleinerziehenden nicht helfen

„Erst wollte ich Erzieherin werden, mit der Schwangerschaft war klar, dass fünf Jahre Schule ohne Vergütung nicht möglich sind“, erzählt die junge Mutter. Auch das Jobcenter konnte der Alleinerziehenden nicht helfen. Angebote für Teilzeitausbildung? Fehlanzeige! „Das war erst möglich, als ich auf den RVA gestoßen bin“, berichtet Müller. Da der RVA – um auszubilden – einen Partnerbetrieb benötigt, sprang die IG Metall ein und finanziert nun die Ausbildung der 21-Jährigen.

Individuelle Betreuung

Neben Nadine Müller hat das RVA-Projekt „Alleinerziehende“ auch weitere junge Mütter dank deren individueller Betreuung und Unterstützung der Ausbildungsbetriebe in Beschäftigung gebracht. Von 17 Teilnehmerin traten fünf eine Ausbildung an. Zwei holten einen Realschulabschluss nach, eine absolviert ein Praktikum mit anschließender Übernahme. Vier geflüchteten Müttern wurde ein Sprachkurs vermittelt, lediglich fünf junge Frauen brachen die Teilnahme am Projekt ab.

Projekt wird weitergeführt

Auch aufgrund dieses Erfolgs wird das Projekt weitergeführt. Zehn Junge Mütter haben sich bereits angemeldet. Vor allem aber wegen seines generellen Werts gibt es eine Neuauflage. Alleinerziehende würden oftmals in Hartz IV abrutschen, die Wiedereingliederung sei problematisch, erklärt die RVA-Vorstandsvorsitzende Iris Bothe. „Die Benachteiligung wird dann oftmals an die Kinder weitergeben. Dem entgegenzuwirken zahlt sich für die Gesellschaft als Ganzes aus“, bringt sie auf den Punkt.

Von Steffen Schmidt