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Stadt Wolfsburg Nach Pfefferspray-Attacke: Algerier bekommt Bewährung
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Nach Pfefferspray-Attacke: Algerier bekommt Bewährung
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15:06 30.10.2019
Tatort Flüchtlingsheim: In dieser Unterkunft griff ein Algerier zwei weitere Bewohner im Mai mit Pfefferspray an. Quelle: Matthias Leitzke
Wolfsburg

Vier Monate auf Bewährung: So lautet das Urteil des Wolfsburger Amtsgerichts im Falle einer gefährlichen Körperverletzung, die sich im Mai in einer Wolfsburger Asylbewerberunterkunft abgespielt hatte. Ein 25-jähriger Algerier hatte damals zwei weitere Bewohner mit Pfefferspray attackiert. Der Angeklagte räumte den Angriff an, gab aber an, zuerst von den beiden Männern aus Malawi geschlagen worden zu sein. Vor Gericht wurde anschließend klar, dass die Auffassung von Notwehr des Angeklagten grundlegend von der rechtlich geregelten Bedeutung abweicht.

Vermasseltes Date als Auslöser

Dem Angriff vorangegangen war ein Streit zwischen den drei Männern. Der Angeklagte hatte nach Mitternacht seine Freundin in sein Zimmer geschmuggelt und damit gegen die Heimregeln verstoßen. Die beiden Opfer meldeten dies der Security, die den Angeklagten daraufhin anwies, seine Freundin aus der Unterkunft zu bringen. Das gefiel dem 25-jährigen Algerier nicht. Sauer stellte er die beiden jungen Afrikaner zur Rede und drohte ihnen angeblich auch. „Er sagte, er reiße mir die Augen aus“, berichtete eines der Opfer. Nach diesem verbalen Schlagaustausch, holte der Angeklagte sein Pfefferspray aus dem Zimmer und sprühte den beiden Opfern ins Gesicht.

Angeklagter redet unverständlicherweise von Notwehr

Soweit stimmten die Aussagen der Beteiligten überein. Während jedoch die Opfer in sich schlüssig und übereinstimmend versicherten, den Angeklagten erst nach der Pfefferspray-Attacke mit einem Stuhl geschlagen zu haben, schilderte der Angeklagte den Vorfall anders. Demnach sei er, als er die beiden wegen des Anschwärzens bei der Security zur Rede stellte, von diesen mit einem Gegenstand auf den Rücken geschlagen worden. Daraufhin sei er in sein Zimmer zurück, und habe das Pfefferspray geholt. „Ich musste mich beschützen. Wenn zwei Leute mich angreifen und meine Freundin dabei ist, was soll ich machen?“, sagte der Algerier.

Nur ein minderschwerer Fall

Von einer Notwehrlage sei – selbst wenn man der Schilderung des Angeklagten Glauben schenken würde – weit und breit keine Spur gewesen. „Der Vorfall war vorbei, sie hätten danach einfach in ihrem Zimmer bleiben können“, machte die Richterin deutlich. Dennoch ging sie, genau wie die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer, von einem minderschweren Fall aus, da es im Vorfeld auf jeden Fall zu einer wie auch immer gearteten Provokation gekommen war und die Opfer glücklicherweise keine schlimmeren Verletzungen erlitten hatten.

Haftstrafe und deutliche Warnung

Die Strafe fiel deshalb mit vier Monaten auf Bewährung relativ niedrig aus. Bei einer Geldstrafe, die die Staatsanwältin in den Raum gestellt hatte, wollte es die Richterin aber nicht bewenden lassen. Das lag vor allem an den fünf Vorstrafen – darunter allerdings keine Körperverletzung – des Algeriers. „Eine Geldstrafe hatte Sie in der Vergangenheit schon nicht von weiteren Taten abgehalten, zudem haben Sie auch kaum Geld“, begründete sie. Zudem sei von Reue und Einsicht nichts erkennbar.

Angeklagter versteht das Urteil nicht

Die Bewährungszeit setzte das Gericht auf drei Jahre fest und verband dies mit einer deutlichen Warnung. Ob diese ankam, darf durchaus angezweifelt werden. Denn auch nach dem relativ milden urteil, zeigte der Angeklagte, der sich selbst vertrat, nicht wirklich Einsicht. „Vier Monate? Für was? Ich habe doch nichts gemacht“, beschwerte er sich.

Von Steffen Schmidt

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