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Stadt Wolfsburg Wolfsburg: 2,4 Millionen unbezahlte Stunden
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wolfsburg: 2,4 Millionen unbezahlte Stunden
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15:56 27.08.2019
… noch ’ne Stunde – und noch eine: Gerade in Hotels und Gaststätten werden im Sommer kräftig Überstunden geleistet. „Das darf nicht weiter ausufern“, warnt die Gewerkschaft NGG. Quelle: NGG
Wolfsburg

Wenn Wolfsburg richtig schuftet, kommt ein Überstunden-Berg heraus: Rund 4,5 Millionen Arbeitsstunden haben die Beschäftigten hier im vergangenen Jahr zusätzlich geleistet. Davon 2,4 Millionen Überstunden ohne Bezahlung. Das geht aus dem „Überstunden-Monitor“ hervor, den das Pestel-Institut im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erstellt hat.

44 Prozent der Überstunden unbezahlt

Danach haben alle Beschäftigten den Wolfsburger Unternehmen 61 Millionen Euro „geschenkt“. Allein in Hotels und Gaststätten leisteten die Beschäftigten hier im vergangenen Jahr rund 59 000 Überstunden. Das hat das Pestel-Institut auf Basis des Mikrozensus berechnet. Die Wissenschaftler sind von bundesweiten Durchschnittswerten ausgegangen. Demnach waren 44 Prozent aller in Wolfsburg geleisteten Überstunden im Gastgewerbe unbezahlt.

Beschäftigte auf jeden Euro angewiesen

Für 2018 bedeutet dies bei 12 Euro Lohnkosten pro Stunde für den Arbeitgeber ein „Lohn-Geschenk“ von 314 000 Euro. „Von der Küchenhilfe im Hotel bis zum Kellner im Biergarten: Wer im Gastgewerbe arbeitet, ist auf jeden Euro angewiesen. Dabei sind 39 Prozent dieser Arbeitsplätze in Wolfsburg Minijobs“, sagt NGG-Geschäftsführerin Katja Derer.

Das Problem der 450-Euro-Kräfte: Sie dürfen keinen Euro hinzuverdienen. „Also werden die Überstunden entweder gar nicht oder schwarz bezahlt – bar auf die Hand. Statt Minijobber mit 450 Euro abzuspeisen, sollte das Gastgewerbe endlich mehr Menschen regulär beschäftigen und ordentlich bezahlen“, fordert Derer.

Weitere Arbeitszeiten-Flexibilisierung?

Die NGG geht in Sachen Arbeitszeit jetzt in die Offensive: Sie stellt sich mit der Gastgewerbe-Kampagne „#fairdient“ hinter die rund 3000 Beschäftigten in den Hotels, Restaurants und Gaststätten in Wolfsburg. Denn ihnen drohe – über den verlorenen Lohn bei Umsonst-Überstunden hinaus – noch ein anderes Problem: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dränge die Bundesregierung, die Arbeitszeiten noch flexibler zu machen.

„Es geht darum, das Arbeitszeitgesetz zu durchlöchern. Ziel der Arbeitgeber ist es, die Höchstarbeitszeit auf bis zu 13 Stunden pro Tag auszuweiten“, kritisiert Derer. Der Dehoga werde sich mit seinem Vorstoß „ein Eigentor schießen“, so die NGG. Denn das Hotel- und Gaststättengewerbe könnte durch eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit an Attraktivität einbüßen.

Von Robert Stockamp

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