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Stadt Wolfsburg Woher kommt der überfahrene Wolf?
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Woher kommt der überfahrene Wolf?
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01:15 24.01.2019
Die DNA-Probe soll Aufschluss geben: Der junge Wolf könnte aus Ehra-Lessien, Klötze oder Colbitz kommen. Wolfsexperte Ralf Hentschel tippt auf Sachsen-Anhalt. Quelle: dpa
Wolfsburg

Woher kam der Wolf, der am Freitagabend auf der A 39 überfahren wurde? Diese Frage beschäftigt gerade die niedersächsischen Wolfsexperten. Aktuell wird die DNA des toten Jungtiers untersucht. Das Wolfsbüro des niedersächsischen Umweltministeriums hofft, den Wolf auf diesem Wege seinem Rudel zuordnen zu können.

Viele junge Wölfe sind gerade auf Wanderschaft

Das derzeit nächstgelegene Rudel lebt in Ehra-Lessien. Das Elternpaar hatte 2018 zuletzt acht Welpen bekommen. Der getötete Jungwolf könnte noch aus dem Wurf davor stammen, denn junge Wölfe, sogenannte „Jährlinge“, machen sich im zweiten Lebensjahr auf den Weg, um sich selbst ein eigenes Revier zu suchen. „Es ist gerade die Zeit, in der viele auf Wanderschaft gehen“, erklärt der Wolfsburger Wolfsberater Ralf Hentschel.

Mindestens drei Rudel kommen infrage

Er selbst hat aber noch einen anderen Verdacht, woher der Wolf gekommen sein könnte: „Mein Bauchgefühl sagt, dass er aus Sachsen-Anhalt kam“ – genauer gesagt aus Colbitz, denn auch dort ist ein Rudel ansässig. Und: „Anfang letzter Woche hat ein Jäger einen Wolf gesichtet, der bei Marienborn in Richtung Helmstedt und Wolfsburg gelaufen ist.“ Die Strecke von Colbitz über Marienborn nach Mörse ist mit etwa 70 Kilometern Luftlinie länger als die von Ehra-Lessien bis zum Unfallort (rund 20 Kilometer Luftlinie, plus Umweg ums Stadtgebiet) – für einen Wolf wäre sie aber locker in nur einem Tag zu schaffen. Möglichkeit drei: Der Wolf kommt aus dem Rudel in Klötze – dann hätte er, wenn er an Marienwerder vorbeigekommen ist, mindestens 80 Kilometer zurückgelegt.

Mögliche Laufrouten, Todesfälle und -ursachen: Das weiß man über den verunglückten Wolf und seine Artgenossen in Niedersachsen.

Eine eindeutige Antwort wird es aber erst in zehn bis 14 Tagen geben, wenn das Institut für Wildtierforschung die Probe analysiert und mit den DNA-Proben der möglichen Rudel verglichen hat. „Zu jedem Rudel in Niedersachsen liegen Vergleichsdaten vor“, erklärt Justina Lethen vom Umweltministerium. Das Ergebnis wird dann in die öffentlich einsehbare Liste der Totfunde in Niedersachsen eingetragen.

Ratschläge für mögliche Begegnungen

Und falls sich nun in nächster Zeit Wölfe auch rund um Wolfsburg ansiedeln? Wolfsberater Ralf Hentschel rät für den Fall einer Begegnung: „Man sollte sich ganz langsam zurückziehen und sich dabei eher groß als klein machen. Auf keinen Fall darf man weglaufen.“

WAZ-Info: Das macht ein Wolfsberater

Ein Wolfsberater berät keine Wölfe, sondern die Bevölkerung, Tierhalter und Jäger. Das Land Niedersachsen bildet die künftigen ehrenamtlichen Berater aus und lässt sie eine Prüfung ablegen, bevor es sie ernennt. Nötig seien diese Fachleute, „da wir verlernt haben mit dem Wolf unaufgeregt zu leben“, so der Niedersächsische Landesbetrieb für Naturschutz. „Länder in denen der Wolf nie verschwunden war, zeigen uns auf, dass und wie dies geht.“ In Wolfsburg beantwortet Wolfsberater Ralf Hentschel alle Fragen rund um das Wildtier unter der Telefonnummer 0172/5408056. „Ich war schon immer für Wölfe und Natur“, so der Wolfsexperte, der auch Vorsitzender des Freundeskreises Freilebender Wölfe ist.

Von Frederike Müller

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