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Stadt Wolfsburg Wie ein Zahnarztbesuch Kindern Spaß macht
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wie ein Zahnarztbesuch Kindern Spaß macht
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07:29 28.09.2019
Bejna Akin ist stolz auf ihre gesunden Zähne. Neben ihr sitzt Prophylaxe-Assistentin Sabine Brandes. Quelle: Mara-Ann Meeuw
Peine

Die beiden Gauner „Karius und Baktus“ lieben es, in kleine Zähnchen einzuziehen und sich ein Haus zu bauen. So auch bei der sechsjährigen Bejna Carolin Akin aus Peine. Sie hat „Karius und Baktus“ fleißig gefüttert – Kuchen und Süßigkeiten sind ihre Leibspeise.

Wenn die Zahnzwerge erst einmal eingezogen sind und Schmerzen verursachen, hilft nur ein Besuch beim Zahnarzt. Als Bejna mit ihrer Mutter Elvan und ihrem Vater vor fast drei Jahren nach Deutschland gezogen ist, hatten „Karius und Baktus“ sich schon vier Häuser gebaut. Da hatte sie noch Angst. Heute sitzt sie grinsend auf dem Zahnarztstuhl und zeigt stolz ihre gesunden Zähne.

Mit Geduld und Vertrauen

Mit viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Lob hat Zahnärztin Dr. Stefanie Morich-Rademacher dafür gesorgt, dass die Zahnzwerge ausziehen und keine Schmerzen mehr verursachen. „Dr. Morich-Rademacher war sehr gut“, erzählt Elvan Akin, „zuerst konnten wir nur auf Englisch kommunizieren, aber selbst das hat super geklappt.“ Anders als in der Türkei, wo Familie Akin herkommt, würden Zahnärzte hierzulande eher Schritt für Schritt arbeiten und somit eine gute Basis für gesunde Zähne schaffen, die langfristig erhalten bleiben.

„Uns ist Vertrauen sehr wichtig, damit wir die Kinder für ihre eigenen Zähne und ihre Gesundheit begeistern können“, sagt Morich-Rademacher. Deshalb begegnet sie Kindern immer auf Augenhöhe und erzählt gerne Geschichten während der Behandlung. Schon bei den ersten Zahnarztbesuchen animiert sie die Kinder zum Mitmachen: „Dann zählen wir gemeinsam Zähne.“

Besen und Staubsauger für gesunde Zähne

Obwohl Zahnärzte, Schulen, Kindergärten und auch Hebammen und Frauenärzte Aufklärungskampagnen für Zahngesundheit bei Kindern ausführen, zeigen die Versichertendaten der Kaufmännischen Krankenkasse, dass im vergangenen Jahr niedersachsenweit nur 47 Prozent, also nur etwa jedes zweite Kind, bei der jährlichen Zahnvorsorge war. Familie Akin bringt ihre Tochter jetzt regelmäßig. Während Prophylaxe-Assistentin Sabine Brandes dafür sorgt, dass die letzte Füllung richtig sitzt und nicht stört, hält Bejna den „Staubsauger“.

Ein klasse Team: Bejna Carolin Akin und ihre Zahnärztin Dr. Stefanie Morich-Rademacher. Quelle: Mara-Ann Meeuw

Aktive Mitarbeit und kinderfreundliche Wörter sind einige der Tricks, die Zahnärzte bei Kindern verwenden, um den Besuch positiv zu gestalten. Dr. Linda Bremer (30), Zahnärztin in der Gemeinschaftspraxis für Zahnheilhunde und Implantologie in Vöhrum weiß, warum das so wichtig ist: „Wenn man mit der Fantasie von Kindern arbeitet, und ihnen viel erklärt und anschaulich macht, dann hilft es ihnen zu verstehen, warum etwas gemacht werden muss.“ Also wird der Bohrer schnell zum Besen und der Wasserstrahl zur Dusche - „denn ,Karius und Baktus’ duschen wirklich ungern.“

Als Belohnung gibt es einen Glitzerring. Quelle: Mara-Ann Meeuw

„Zahnpflege bei Kindern beginnt mit dem ersten Zahn. Im Idealfall ist der Besuch beim Zahnarzt für die Kinder nur zur Kontrolle, denn gesunde Zähne müssen nicht behandelt werden“, betont Bremer. Das weiß jetzt auch Bejna. Nachdem ihre Eltern ihr viel über gesunde Zähne erklärt haben und mit positivem Beispiel voran gehen, putzt sie jetzt zwei Mal täglich ihre Zähne, manchmal alleine, meistens mit ihrer Mutter. „So kommen ,Karius und Baktus’ nicht wieder“, verrät die Sechsjährige.

Negative Erfahrungen nicht übertragen

Was viele nicht wissen: „Oft übertragen Eltern unbewusst ihre Angst vor Zahnarztbesuchen auf ihre Kinder. Dann ist es wichtig, die eigene Einstellung anzupassen, Kinderzähne richtig zu pflegen und schon ab dem ersten Zahn regelmäßig zur Kontrolle zu kommen“, rät Bremer, „So können schon kleine Löcher unproblematisch behandelt werden.“ Oberstes Ziel sei es, jeden Zahnarztbesuch positiv zu beenden – mit viel Lob und einer Überraschung.

Auch Bejna hüpft nach ihrer Behandlung munter vom Stuhl und darf sich eine Belohnung für ihre tolle Mitarbeit aussuchen: „Ich möchte diesmal einen Ring – mit extra viel Glitzer.“ Ob sie das nächste Mal auch so gut gelaunt kommt? „Na klar. Ich mag meine Zahnärztin. Hier ist alles schön bunt, und alle sind nett.“ Vorbildlich – denn jetzt weiß Bejna, dass Zahnarztbesuche auch Spaß machen können.

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So bleibt der Mund gesund – ab dem ersten Zahn

Die Peiner Zahnärztinnen Dr. Linda Bremer und Dr. Stefanie Morich-Rademacher haben Tipps für Eltern, damit die Zähne ihrer Kinder von Anfang an gesund sind und Zahnarztbesuche positiv bleiben:

Zahnpflege sollte ab dem ersten Zahn betrieben werden. Dann sollte auch der erste Besuch beim Zahnarzt erfolgen. Regelmäßige Vorsorge ist besonders wichtig, um frühzeitig Probleme zu erkennen. Damit diese erst gar nicht auftreten, sollten Eltern ihre Kinder nicht daran gewöhnen, dass Getränke und Lebensmittel immer nach etwas schmecken müssen. Wasser und ungesüßte Tees sind die beste Wahl bei Getränken. Eine gesunde Ernährung trägt einen großen Zahl zur Zahngesundheit bei.

Zuckerfreie Snacks wählen

Zucker sollte vermieden werden, denn den brauchen Bakterien um zu leben. Säurehaltige Lebensmittel sind ebenfalls schädlich, denn sie greifen den Zahnschmelz an. „Hier ist das Verhältnis von Frequenz und Menge wichtig“, betont Bremer, „So ist es beispielsweise besser, eine Packung Baby-Kekse innerhalb von einer halben Stunde zu essen, anstatt über den ganzen Tag verteilt. Denn der Mund braucht eine halbe Stunde, um das Milieu nach Zucker- und Säurezufuhr wieder herzustellen. Sorgt man den ganzen Tag für Nachschub schadet das den Zähnen langfristig.“

Deswegen ist regelmäßiges Zähneputzen sehr wichtig. Zahnärzte empfehlen, zweimal täglich für zwei Minuten zu putzen und der KAI-Methode zu folgen: zuerst die Kauflächen, dann die Außenflächen, zum Schluss die Innenflächen. Kinder sollten frühzeitig die richtige Zahnputzmethode lernen. „Bis zum zwölften Lebensjahr sollten Eltern nachputzen und kontrollieren“, rät Bremer. Das Beste Beispiel für richtige Zahnpflege seien die Eltern.

Fluorid für gesunde Zähne

Für Kinder liegt der ideale Fluorid-Gehalt in der Zahnpasta bei 1000 ppm. „,Elmex für Kinder’ zeigt auch auf der Packung für welches Alter die Zahnpasta geeignet ist“, so Bremer. Das Kürzel ppm steht für parts per million, übersetzt „Anteile pro Million“. Wenn diese Empfehlung befolgt wird, sind zusätzliche Fluorid-Tabletten unnötig. Fluorid hilft, das Kariesrisiko zu senken und die Zähne säurebeständiger zu machen.

Morich-Rademacher rät Eltern, die Angst vor Zahnarztbesuchen haben, sich zu bemühen, diese Angst nicht zu übertragen. „Besser ist es, sich dessen bewusst zu werden und neutral an Zahnarztbesuche heranzugehen.“ Eltern und Verwandte sollten es vermeiden, Sätze wie „du brauchst keine Angst haben, das tut nicht weh“ zu sagen. Bei den Kindern bleiben nur die negativen Wörter „weh tun“ und „Angst“ hängen.

Beide Expertinnen sind sich einig: Wenn frühzeitig dafür gesorgt wird, dass Zähne gesund sind und bleiben und regelmäßig beim Zahnarzt kontrolliert werden, sind Behandlungen oftmals nicht nötig. Und Probleme werden frühzeitig erkannt und können dann ohne viel Aufwand gelöst werden. Denn auch der Erhalt der Milchzähne ist sehr wichtig. Sie dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne.

Von Mara-Ann Meeuw

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