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Stadt Wolfsburg Wie Zukunftsforscher am Schloss Visionen entwickeln
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wie Zukunftsforscher am Schloss Visionen entwickeln
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06:00 06.06.2019
Visionäre Ideen (v. links): Dr. Frank Fabian,  Dennis Weilmann,  Dr. Florina Speth, Gábor Jánszky und Julius von Ingelheim.
Visionäre Ideen (v. links): Dr. Frank Fabian, Dennis Weilmann, Dr. Florina Speth, Gábor Jánszky und Julius von Ingelheim. Quelle: Burkhard Heuer
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Wolfsburg

„Wie sieht unsere Welt in zehn Jahren, in den nächsten Jahrzehnten oder in hundert Jahren aus?“ - Mit diesen Themen befassten sich Referenten, Wissenschaftler und Firmenvertreter als Dienstag und Mittwoch beim mittlerweile 18. Zukunftskongress des Leipziger Unternehmens „2b AHEAD“, der bereits achten Neuauflage in Wolfsburg.

Experten diskutieren über die Zukunft

Führende Forscher und internationale Technologievordenker hielten Vorträge und diskutierten mit Experten aus großen und mittelständischen Unternehmen darüber, wie man sich für die Herausforderungen der Zukunft wappnen sollte.

Deutschland braucht mehr Visionen

Das Bild vermittelte zunächst den Eindruck von Happening und Sommerfrische: Weiße Pavillons im Garten des Schlosses, Männer mit Strohhüten, darüber ein strahlend blauer Himmel. „Petrus steht auf unserer Seite“, freute sich dann auch der Chef von AHEAD – ThingTank, Sven Gábor Jánszky, der allerdings zugeben musste, dass in Sachen Zukunftstechnologien und -visionen in Deutschland und Europa insgesamt erheblicher Nachholbedarf bestehe. „Wir liegen hinter den USA und China maximal noch auf Platz drei“, sagte Jánszky.

Das ist AHEAD ThinkTank

Das Unternehmen „2b AHEAD ThinkTank“ in Leipzig beschäftigt sich mit dem Blick auf die kommenden Jahrzehnte. Als Europas größtes unabhängiges Zukunftsinstitut analysiert man in wissenschaftlichen Studien Chancen, Risiken und Trendentwicklungen und berät jährlich mehr als 500 große und mittelständische Unternehmen. Den Zukunftskongress in Wolfsburg bezeichnen die Leipziger als Kern aller Aktivitäten, weil sich die wichtigsten internationalen Vordenker und Impulsgeber aus dem In- und Ausland treffen. Dem Team um den Vorsitzenden und Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky gehören 40 Mitarbeiter an.

Vor der Presse betonte dann auch Julius von Ingelheim, Leiter Regionalstrategie und Standortentwicklung bei Volkswagen, das intensive internationale Ringen um kluge Köpfe. Aber VW sei zuversichtlich, vor allem auf dem Sektor des autonomen Fahrens wieder eine Rolle ganz vorn zu spielen. „Wir müssen unser Wissen nur noch auf die Straße bringen“. Von Ingelheim erinnerte allerdings auch daran, dass bereits vor zehn Jahren der erste autonome Volkswagen in Braunschweig Premiere feierte.

Dennis Weilmann: Wolfsburg soll Modellstadt werden

Grüße der Stadt Wolfsburg übermittelte Wirtschaftsdezernent Dennis Weilmann, der die Veranstaltung am Schloss als Hotspot für die Zukunftsgestaltung bezeichnete. Weilmann ging auf die seit drei Jahren verstärkten Anstrengungen für die digitale Zukunft ein. „Wir wollen Modellstadt werden.“ Dem Kongress wünschte der Dezernent, zuständig auch für Kultur und Digitales, stellvertretend für Oberbürgermeister Klaus Mohrs einen erfolgreichen Verlauf.

Mobilität, künstliche Intelligenz und Ethik

Und den nahm er auch, zumal die zehn spannenden Themenfelder von Ethik, Mobilität, künstlicher Intelligenz, gesundem Wohnen und wachsender Lebenserwartung nicht nur Wolfsburg, sondern die Zukunft der gesamten Menschheit betreffen. Dr. Florina Speth, Zukunftsforscherin und Projektleiterin Langzeitstudie von „ThinkTank“ beispielsweise blickt mit Zuversicht voraus auf die nächsten hundert Jahre. Ihr Thema ist die menschliche Evolution, Veränderungen, die die Kinder von heute wie selbstverständlich erleben werden.

Sie ist übrigens davon überzeugt, das die im Jahr 2015 Geborenen das 22. Jahrhundert noch bei relativ guter Gesundheit erreichen werden. „Diese Vision sollte uns heute nicht als gruseliges Bild, sondern als erfreuliche Aussicht erscheinen.“

Von Burkhard Heuer