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Stadt Wolfsburg Unerwartete Asbestfund lässt Kosten für Rückbau explodieren
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Unerwartete Asbestfund lässt Kosten für Rückbau explodieren
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19:59 20.06.2019
Komplizierter als gedacht: Der Rückbau der Gebäude an der Dessauer Straße in Westhagen ist schon weit fortgeschritten, doch aufgrund eines unerwarteten Asbestfundes wird die Maßnahme deutlich teurer als geplant. Quelle: Roland Hermstein
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Westhagen

Böse Überraschung beim Rückbau der Hochhäuser an der Dessauer Straße: Die Maßnahme gestaltet sich deutlich aufwendiger als ursprünglich gedacht. Eine wesentliche Kostensteigerung ist die Folge. Der Bauausschuss der Stadt Wolfsburg empfahl am Donnerstagabend deswegen einstimmig, den Rückbau nochmals mit weiteren 1,5 Millionen Euro zu fördern. Grund für die Kostenexplosion ist ein deutlich erhöhtes Asbestaufkommen im Gebäudebestand, welches den Abbruch verkompliziert.

Fördergelder müssen nachgeschossen werden

Bisher war man bei dem Gesamtprojekt, das den Rückbau der Gebäude mit den Hausnummern 14 bis 34 umfasst, von Gesamtkosten etwa 6,6 Millionen Euro ausgegangen. Diese waren mit 3,7 Millionen Euro Fördergeldern unterlegt, die aus dem Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt stammen. Zu einem Drittel werden die Fördermittel von der Stadt getragen, zwei Drittel stammen von Bund und Land. Doch die Fördersumme reicht nun nicht mehr aus.

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Asbest jetzt auch in den Außenwänden

Schuld daran ist eine unerwartete Entdeckung. Bei der Durchführung des Rückbaus im ersten Bauabschnitt (Hausnummern 34 bis 24) hat sich gezeigt, dass die Asbestbelastung der Objekte größer ausfällt als dies nach den voran gegangenen Schadstofferkundungen zu erwarten war. Hatte man Asbest vor allem im Innenraum vermutet, zeigte sich, dass auch die Außenwandteile mit Distanzstücken aus reinem Asbest unterlegt worden waren.

Schrittweiser Rückbau statt schneller Abriss

Diese lassen sich zwar laut Verwaltung problemlos und damit auch ohne Risiko für die Bevölkerung entfernen, allerdings nur einzeln und Stück für Stück. Die Gebäude müssen damit bis zum Schluss aufwendig zurückgebaut werden, ein schneller Abriss mit schwerem Gerät kommt nicht mehr in Frage. Die Kosten steigen durch die wesentlich aufwendigere Vorgehensweise auf etwa 10,4 Millionen Euro. Mit dem erneuten Zuschuss würde die Fördersumme parallel auf 5,2 Millionen steigen – also genau 50 Prozent der Gesamtkosten abdecken. Die zusätzlichen Kosten durch die Stadt werden allerdings durch erbbaurechtliche Ausgleichszahlungen auf rund 300.000 Euro reduziert.

Der Rückbau der Hochhäuser an der Dessauer Straße.

Um den Bauherrn, der auch in anderen bedeutende Projekte der Wolfsburger Wohnbauoffensive gefordert ist, zu entlasten und die Neugestaltung des Einkaufszentrums und des angrenzenden ehemaligen Freizeitparks nicht zusätzlich zu verzögern, empfahl der Ausschuss einstimmig, die Fördersumme um die besagten 1,5 Millionen zu erhöhen.

Von Steffen Schmidt