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Stadt Wolfsburg „Die Kommunalen“: Was der neue Klinikverbund bringt
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Die Kommunalen“: Was der neue Klinikverbund bringt
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17:52 11.12.2019
Klinikum Wolfsburg: Im Verbund mit den Krankenhäusern in Braunschweig, Wolfenbüttel und Klinikum wollen die kommunalen Träger behaupten. Quelle: Archiv
Wolfsburg

Fachkräftemangel, sinkende Patientenzahlen und verschärfte Gesetze – die kommunalen Kliniken in der Region haben gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen. Mit einer Kooperation wollen die Krankenhäuser in Wolfsburg (rund 550 Betten), Braunschweig (1500 Betten) und Wolfenbüttel (300) im Wettbewerb mit privaten Trägern bestehen.

Ziel sei, die Häuser in kommunaler Trägerschaft zu halten, sagt Wolfsburgs Klinikdezernentin Monika Müller: „Dazu gehört, dass wir auch Angebote aufrecht erhalten, die gebraucht, aber von den Krankenkassen derzeit nicht ausreichend finanziert werden, wie beispielsweise Geburtskliniken oder die Notaufnahme.“

Harter Wettstreit um Ärzte und Pfleger

Besonders beim Werben um Personal haben die kommunalen Einrichtungen gegenüber privaten Kliniken das Nachsehen. „Öffentliche Kliniken sind viel stärker an das Tarifrecht gebunden und können zum Beispiel keine Abwerbeprämien zahlen“, erklärt Ingolf Viereck, Vorsitzender des Klinikumsausschusses.

Um gegenzusteuern, plant der Verbund unter dem Arbeitstitel „Die Kommunalen“ unter anderem gemeinsame Ausschreibungen sowie Aus- und Fortbildungen. In der Vergangenheit hätten die Häuser bereits an einem Strang gezogen, beispielsweise bei der Forderung, den Ausbildungsstandort für Hebammen in der Region zu erhalten, weiß Dezernentin Müller. Auch bei Ausschreibungen für Material und Medikamente könnten die kommunalen Kliniken im Verbund künftig Kosten einsparen.

Hohe gesetzliche Vorgaben

Durch eine „Gesetzesflut“ änderten sich die Rahmenbedingungen für Krankenhäuser rasant, sagt Ausschussvorsitzender Viereck. So sieht das Bundesgesundheitsministerium bestimmte Mindestmengen an Operationen vor. Der Hintergrund ist, dass mit der Häufigkeit von Eingriffen die Qualität der Behandlungsergebnisse steigt. Sinnvoll, aber für kleine Kliniken schwer zu erreichen.

„Wir schaffen diese Zahlen gerade noch“, sagt Müller. Doch wenn die Vorgaben steigen, könnten diese nur im Verbund eingehalten werden. Einzelne Standorte sollen sich daher auf Behandlungen spezialisieren. Erste Ansätze für Kooperationen haben die Kliniken bereits in Bereichen wie Pathologie, Onkologie, Teleneurologie und Kinderchirurgie erprobt. „Das Klinikum Braunschweig hat als großes Klinikum in bestimmten Bereichen ganz andere Expertisen – beispielsweise bei Hirntumoren“, erklärt Müller.

„Wege für Patienten sollen so kurz wie möglich sein“

Das bedeutet für die Patienten, dass sie im Einzelfall in ein Klinikum in der Nachbarkommune fahren müssen. Dort erhielten sie dafür die bestmöglichste Versorgung, betont Müller. Das Patientenwohl habe Priorität. „Es wird niemand abgewiesen, weil er vielleicht in der Abrechnung mit der Krankenkasse negativ bilanziert werden könnte.“ Sie hoffe auf wachsendes Vertrauen in die städtischen Kliniken. „Die Wege für Patienten sollen und müssen wie bisher so kurz wie möglich, die Behandlung aber so gut wie möglich sein“, sagt Müller.

Nun sollen neben dem Thema Patientenversorgung Details zu rechtlichen und verwaltungstechnischen Fragen geklärt werden. Anfang des nächsten Jahres wollen sich die Klinikleitungen der Häuser zusammensetzen und einen „Fahrplan“ erstellen, sagt Viereck.

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Von Christian Opel

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