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Stadt Wolfsburg Darum erhält der Wolfsburger Angelo De Mitri den italienischen Verdienstorden
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Darum erhält der Wolfsburger Angelo De Mitri den italienischen Verdienstorden
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11:17 03.12.2019
Wohlverdiente Ehrung: Angelo De Mitri (2.v.l.) nimmt seine Auszeichnung entgegen. Mit dabei: Oberbürgermeister Klaus Mohrs, die Konsularagenturleiterin Barbara Tarullo und der italienische Generalkonsul Dr. Giorgio Taborri. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

Ohne ihn wären viele Wolfsburger ratlos geblieben: Angelo De Mitri hat als Sozialberater unzähligen Menschen weitergeholfen und dafür auch seine Freizeit geopfert. Dafür ist der 75-Jährige jetzt als „Cavaliere al Merito della Republica Italiana“ ausgezeichnet worden – eine Ehrung, die dem deutschen Bundesverdienstkreuz gleichkommt.

Arbeitstage von zwölf Stunden

Schon beruflich hat De Mitri Wolfsburger rund um Themen wie Sozialversicherung und Rentenansprüche beraten, damals im Gewerkschaftshaus. Die Meisten, die zu ihm kamen, waren Italiener und dankbar, dass er ihre Sprache sprach und die Hürden der deutschen Bürokratie so gut verstand. „Ich habe die Sozialberatung für mich als Berufung aufgefasst“, sagt De Mitri. „Mein Arbeitstag hatte meist zwölf Stunden.“

De Mitri leitet den Circolo Pugliese

So ist es auch kein Wunder, dass ihn selbst der Renteneintritt nicht bremsen konnte: Stattdessen berät er seine italienischen Landsleute nun ehrenamtlich, im Kulturverein Circolo Pugliese, den er seit 35 Jahren leitet und der mit etwa 300 Mitgliedsfamilien einer der größten italienischen Vereine in Wolfsburg ist.

Hilfe im Dschungel der Verordnungen

Auch dort geht es seinen Klienten oft um schwierige Verordnungen, ob auf deutscher oder europäischer Ebene. Ein typischer Fall, sagt De Mitri, war zum Beispiel ein Italiener in Wolfsburg, der das Rentenalter erreicht hatte, aber keine Rente bekommen sollte, weil er auswandern wollte. „Er war vorher in Argentinien gewesen, hatte seine Frau da kennengelernt und wollte nun mit ihr zurück“, erinnert er sich. Weil das Rentenniveau in Argentinien aber niedriger ist als hierzulande, sollte ihm die Rente gekürzt werden. „Als Italiener und somit europäischer Bürger war er aber gleichberechtigt mit Deutschen“, erklärt De Mitri. Der Sozialberater wälzte daraufhin EU-Verordnungen und setzte schließlich durch, dass der Mann seine volle Rente bekam. „So konnte er beruhigt nach Argentinien auswandern“, sagt De Mitri, und in seiner Stimme schwingt auch ein wenig Stolz mit.

Italienischer Generalkonsul überreicht den Orden

Für solche und viele weitere Hilfeleistungen gab es nun die wohlverdiente Auszeichnung, überreicht vom italienischen Generalkonsul aus Hannover, Giorgio Taborri. Auch Oberbürgermeister Klaus Mohrs und Barbara Tarullo, die Leiterin der Wolfsburger Konsularagentur waren gekommen, um De Mitri für sein Engagement zu danken.

Manchmal fragt sich der 75-Jährige jedoch, wie lange er noch weitermachen kann: „Ich merke, dass meine Konzentration ein bisschen nachlässt. Das bedauere ich, weil ich nicht der Mensch bin, der sich zur Ruhe setzt und die Füße hochlegt. Wenn ich Verantwortung habe, muss ich ihr auch gerecht werden.“

Von Frederike Müller

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